Am 19. Februar 2026 jährte sich der Tag von Constantin Brâncușis Geburt zum 150. Mal. Eine gute Gelegenheit, sich die Top 5 seiner höchsten Auktionsergebnisse einmal genauer anzuschauen, die zwischen 2002 und 2026 allesamt bei Christie’s erzielt wurden.
5. Oiseau dans l’espace (1922/23)

Bereits als Kind erwachte in Constantin Brâncuși der Traum vom Fliegen und so verwundert es nicht, dass er diesen Traum später in einem seiner berühmtesten Kunstwerke zum Ausdruck brachte: Oiseau dans l’espace. Doch wäre Brâncuși nicht Brâncuși, wenn die Skulptur den Vogel an sich dargestellt hätte. Vielmehr ging es ihm darum, dem Impuls Ausdruck zu verleihen, der einen Vogel dazu bringt, leicht und schnell emporzusteigen; es ging ihm um die Idee des Fliegens an sich. 1926 war das für amerikanische Zollbeamte jedoch nicht offensichtlich, als einen Version von Oiseau dans l’espace in die USA einreisen sollte. Das Kunstwerk wurde als gewöhnlicher Metallgegenstand eingestuft, was Einfuhrgebühren nach sich zog. Brâncuși klagte und zwei Jahre später befand ein Gericht, dass es sich bei Oiseau dans l’espace tatsächlich um ein Kunstwerk handelte – ein bedeutsames Ereignis für die Anerkennung moderner Kunst. Bedeutend war auch das Ergebnis, das eine Marmorversion von Oiseau dans l’espace 2005 erzielen konnte: 27.456.000 US-Dollar.
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4. Madame L.R. (Portrait de Mme L.R.) (1914-17)

Aufgewachsen in einem Holzhäuschen in einem kleinen Dorf in Rumänien, war Holz das Material, das Constantin Brâncuși von Anfang an begleitete. Im Alter von acht Jahren begann er eine Böttcherlehre, der eine weitere Lehre zum Holzschnitzer folgte, bevor er seine Ausbildung an Kunsthochschulen begann. Später in Paris schuf Brâncuși vor allem zwischen 1913 und 1925 Holzskulpturen, von denen jedoch nur rund dreißig erhalten geblieben sind, was sie zu einem seltenen Teil seines Œuvre macht. Er schnitzte sie stets aus einem einzigen Stück Holz, was bei der unregelmäßigen Form von Madame L.R. (Portrait de Mme L.R.) sehr erstaunt. Neben seiner Seltenheit besticht das Werk mit seiner Provenienz: Zunächst gehörte es Fernand Léger, der Brâncuși dafür eines seiner Gemälde überließ. Um 1970 wurde es von Yves Saint Laurent und Pierre Bergé erworben. Bei der Versteigerung ihrer Sammlung im Jahr 2009 erzielte Madame L.R. (Portrait de Mme L.R.) 29.185.000 Euro.
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3. La muse endormie (1909-10/1913)

Mit seiner sehr reduzierten Skulptur La muse endormie begann eine neue, reife Phase im Schaffen Brâncușis, die seinen Status als bedeutender Wegbereiter der Abstraktion begründete. Nachdem er sich in seiner Frühzeit in Paris noch am Naturalismus von Künstlern wie Auguste Rodin, in dessen Atelier er eine kurze Zeit gearbeitet hatte, orientierte, waren es Einflüsse aus dem antiken Griechenland und Afrika, vor allem aber seine eigenständige Suche nach der reinen Form, die ihn neue Wege beschreiten ließen. La muse endormie war das erste einer Reihe von Werken, deren Grundform das Ei als Urform allen Lebens war, das seine Kraft aus dem Inneren bezieht, was durch die geschlossenen Augen betont wird. Neben einer ersten Marmorversion von 1909/10 entstanden sechs Bronzegüsse, die vor allem in bedeutenden Museen zu finden sind. Das vorliegende Exemplar, das 2017 für 57.367.500 US-Dollar versteigert wurde, ist eines von nur zweien in Privatbesitz.
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2. La jeune fille sophistiquée (Portrait de Nancy Cunard) (1928/1932)

Constantin Brâncuși blieb sein Leben lang unverheiratet und widmete sich ganz seiner Kunst. Doch Frauen inspirierten ihn immer wieder. Wenn er sie porträtierte, ging es ihm jedoch nicht darum, ihr Äußeres wiederzugeben, sondern vielmehr ihr Inneres, als Ausdruck ihrer Seele und ihres ganzen Wesens. Ein hervorragendes Beispiel dafür ist La jeune fille sophistiquée (Portrait de Nancy Cunard). Die Engländerin Nancy Cunard war Verlegerin und Autorin, Erbin eines Reederei-Vermögens und eine der faszinierendsten Figuren im Paris der Années folles. Auch Brâncuși war von ihr fasziniert und schuf ohne ihr Wissen ihr Porträt. Als Cunard es einige Zeit später sah (die erste Version bestand aus glattpoliertem Walnussholz), hielt sie es für einen Torso. Tatsächlich handelt es sich um eine abstrahierte Version von Cunards Kopf, der von einem exzentrischen Haarknoten gekrönt wird. Cunards starker Charakter wird durch die stark gewölbte Stirn versinnbildlicht sowie durch die kerzengerade Nackenlinie. Brâncuși schuf nur eine einzige Version von La jeune fille sophistiquée (Portrait de Nancy Cunard) aus Bronze und ergänzte diese mit einem Sockel aus weißem Marmor. 2018 wurde das bemerkenswerte Unikat für 71.187.500 US-Dollar versteigert.
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1. Danaïde (um 1913)

Als Brâncuși 1910 die ungarische Kunststudentin Margit Pogany traf, führte das zu seiner berühmten Serie Mademoiselle Pogany, deren Versionen aus Marmor und Bronze sich fast ausschließlich in Museumssammlungen befinden. Auch brachte ihn die Begegnung dazu, sich erneut einem Thema zu widmen, mit dem er sich einige Jahre zuvor bereits beschäftigt hatte: Danaïde. Die Danaiden waren in der griechischen Mythologie fünfzig Schwestern, die für die Ermordung ihrer Ehemänner zu einer Ewigkeit voll sinnloser Arbeit verdammt wurden. Diese Thematik spielte für die Skulptur keine direkte Rolle, sondern war eher ein Verweis auf die reduzierten Werke der kykladisch-griechischen Kultur, die ihn inspiriert hatten. Waren die frühen Versionen seiner Danaïde noch recht naturalistisch, konzentrierte sich Brâncuși nun vor allem auf die Augen, die eigentlich nicht zu sehen sind, aber dennoch das Gesicht dominieren. Wie bei Mademoiselle Pogany befindet sich nur eine einzige Version der Danaïde in privater Hand. Sie wurde 1914 vom Sammlerehepaar Eugene und Agnes Meyer, Washington D.C., direkt beim Künstler erworben und 2002 für die damalige Rekordsumme in Höhe von 18.159.500 US-Dollar versteigert. Käufer war der Verleger und Kunstsammler S.I. Newhouse. Ein Teil von dessen Sammlung wurde am 18. Mai 2026 bei Christie's New York versteigert, darunter Danaïde. Die Erwartungen hatten im Bereich um 100 Millionen US-Dollar gelegen. Mit dem Ergebnis in Höhe von 107.585.000 US-Dollar hat die schöne Skulptur nun den ersten Platz dieser Liste inne.
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Aktualisierte Version eines des Artikels vom 20. Februar 2026




