„Fashion Icons“ lautet der Name der Auktion, die Sotheby’s am 10. Juli in Paris abhalten wird. Und auf welches modische Objekt trifft diese Bezeichnung wohl besser zu als auf die Birkin Bag, vor allem, wenn es sich dabei um die allererste Birkin Bag handelt, die jemals hergestellt wurde? Die einstige Besitzerin war niemand geringeres als Sängerin und Schauspielerin Jane Birkin (1946-2023) höchstselbst, die überhaupt erst den Anstoß für die Kreation dieses heute so überaus begehrten Taschenmodells gegeben hatte.
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Die Geschichte hinter der Birkin Bag zählt zu den am häufigsten erzählten der Modewelt – nichtsdestotrotz werden auch wir sie an dieser Stelle gerne wiederholen: 1981 flog Jane Birkin von Paris nach London. Wie so oft hatte sie einen geflochtenen Weidenkorb als Handtasche dabei, aus dem jedoch alles herausfiel, als sie versuchte, ihn im Gepäckfach zu verstauen. Wie es der Zufall wollte, war Birkins Sitznachbar der damalige künstlerische Leiter von Hermès, Jean-Louis Dumas, mit dem sie ins Gespräch kam und darüber klagte, dass sämtliche Handtaschen auf dem Markt zu klein oder zu unpraktisch seien, um viele Dinge sicher transportieren zu können.

Dumas hörte aufmerksam zu und die Geschichte der ikonischsten Handtasche aller Zeiten nahm ihren Lauf. Inspiriert von Jane Birkins unvergleichlichen Stil, war der Prototyp 1985 fertig. Gemeinsam mit der Bitte, die Tasche nach ihr benennen zu dürfen, schickte Hermès sie an Jane Birkin, die die Tasche begeistert nahm und die Erlaubnis nur zu gern erteilte.
Tatsächlich weist der aus schwarzem Boxleder gefertigte Prototyp der Birkin Bag einige Besonderheiten auf, die bei keiner späteren Version der Tasche mehr Verwendung fanden. Am offensichtlichsten ist der fest installierte Schultergurt, gefolgt von den Maßen, die in Breite und Höhe einer heutigen Birkin 35 entsprechen, in der Tiefe jedoch einer Birkin 40. Auch die Hardware aus vergoldetem Messing kam später nicht mehr vor. Hinzu kommen die Pontets, also die Riemenhalter an der Vorderseite, die beim Prototyp geschlossen, bei den späteren Modellen jedoch offen gearbeitet sind – zunächst mit der Öffnung nach unten, seit den 1990er Jahren mit der Öffnung nach oben. Zudem sind die vier „Füßchen“ auf der Unterseite noch recht klein, während der innere Reisverschluss von der Firma Éclair stammt, die Hermès bis in die 1990er Jahre mit Reisverschlüssen belieferte, bis sie von der Firma Riri abgelöst wurde. Einzigartig sind natürlich auch die Initialen „J.B“ auf der Frontklappe. Ein sehr persönliches „Gimmick“ ist zudem der Nagelknipser von Jane Birkin, der noch immer an einem Kettchen an der Tasche baumelt.
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Neun Jahre lang war der Prototyp der treue Begleiter von Jane Birkin, die ihn mit Aufklebern der von ihr unterstützten Hilfsorganisationen Médecins du Monde und UNICEF noch persönlicher Gestaltete. Ein guter Zweck war es dann auch, für den sich Birkin 1994 von der Tasche trennte und sie bei einer Wohltätigkeitsauktion zugunsten von Association Solidarité Sida, einer der führenden AIDS-Hilfsorganisation Frankreichs, versteigern ließ. Im Jahr 2000 kam der Prototyp erneut Mal unter den Hammer und nun, 25 Jahre später, ist es wieder soweit und die (Mode)-Welt erhält die großartige Gelegenheit, auf eine wahre Legende unter den Accessoires mitzubieten.
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Was den Preis für diese sehr spezielle Birkin Bag betrifft, hält sich Sotheby’s bedeckt. Jane Birkin hatte alle ihre Birkin Bags, die sie von Hermès in Dankbarkeit geschenkt bekam – neben dem Prototyp waren es vier weitere Exemplare – nach intensiver Nutzung für wohltätige Zwecke versteigern lassen. 2021 war bei Bonhams in London eine dieser Taschen zum Aufruf gekommen und für 119.000 GBP (137.500 Euro) verkauft worden. Der Schätzpreis hatte bei 15.000-20.000 GBP gelegen. Der höchste Preis, der jemals für eine Birkin Bag auf dem Auktionsmarkt gezahlt wurde, liegt bei 3 Millionen HKD (ca. 330.000 Euro), die 2020 bei Christie’s in Hongkong erzielt wurden.
Für welche Summe der ikonische Prototyp nun erneut seinen Besitzer wechseln wird, erfahren wir am 10. Juli.
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