Wanderungen durch die Natur waren für Caspar David Friedrich (1774-1840), den bedeutendsten Vertreter der deutschen Romantik, ein essenzieller Teil seines künstlerischen Prozesses. Begleitet wurde er bei seinen Ausflügen von kleinen gebundenen Skizzenbüchern, in denen er einzelne Eindrücke festhielt, um sie später im Atelier in seinen Gemälden zu verwenden. 20 Skizzenbücher soll Friedrich im Laufe seiner Karriere besessen haben, von denen jedoch nur sechs Exemplare im nach wie vor gebundenen Zustand bis heute überdauert haben – und davon nur eines in Privatbesitz.
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Es war also eine Sensation, als das Berliner Auktionshaus Grisebach ankündigte, eben dieses Skizzenbuch, das nach seinem letzten Aufenthaltsort „Karlsruher Skizzenbuch“ genannt wurde, im Zuge seiner Winterauktionen anbieten zu dürfen. Am Abend des 30. November war es soweit und das Büchlein kam als das absolute Highlight der Auktion „Ausgewählte Werke“ zum Aufruf. Der Schätzpreis lag bei 1-1,5 Millionen Euro – eine gute Einschätzung, wie sich zeigte, denn der Hammer fiel bei 1,45 Millionen Euro, inklusive Gebühren liegt das Endergebnis bei 1,819 Millionen Euro, der höchste Preis, den Grisebach bislang für ein Werk Caspar David Friedrichs erzielen konnte.
Wer der glückliche Käufer ist, ist aktuell noch nicht bekannt. Eine etwaige Ausfuhr aus Deutschland ist momentan jedoch nicht möglich, da die Berliner Kulturverwaltung kurz vor der Auktion eine Überprüfung anmeldete, ob das Skizzenbuch als nationales Kulturgut zu schützen sei.
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Weitere Spitzenpreise wurden für Werke von Lyonel Feininger (Wolken überm Meer I von 1923; 2,368 Millionen Euro), Emil Nolde (Mohn und blaue Lupinen von 1950; 1,636 Millionen Euro), René Magritte (La Malédiction von 1963; 609.600 Euro) und Renée Sintenis (Große Daphne von 1930; 508.000 Euro) erzielt.

In einer der Kunst des 19. Jahrhunderts gewidmeten Auktion, die ebenfalls am 30. November stattfand, hatte Grisebach zwei weitere Arbeiten Caspar David Friedrichs erfolgreich versteigern können: Das frühestens 1816 entstandene Aquarell Alte Elbbrücke bei Meißen erzielte 254.000 Euro, die um 1803 entstandene Bleistiftzeichnung Wolkenstudie in bergiger Landschaft 63.500 Euro.
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