Die christliche Kunst, die die Darstellung biblischer Szenen und Personen zum Thema hat, lässt sich bis in die Anfangszeit des Christentums zurückverfolgen. Die ersten Zeugnisse des Lebens Jesu Christi stammen aus dem 2. Jahrhundert und wurden auf Sarkophagen und in den Katakomben Roms gefunden. Während des Mittelalters und der Renaissance wurde die christliche Kunst vor allem im Auftrag der Kirche und wohlhabender Patrone geschaffen. Werfen wir nun einen Blick auf die Ikonographie der drei signifikantesten Figuren der christlichen Kunst.
Jesus Christus

Jesus ist aufgrund seiner Bedeutung natürlich die am häufigsten dargestellte Person in der christlichen Kunst. Die frühesten bekannten Bilder stammen aus der Zeit um das Jahr 200, doch dauerte es bis zum 5. Jahrhundert, bis Jesus so dargestellt wurde, wie wir es auch heute noch kennen, mit langem Haar und Bart und einem ebenfalls langem Gewand bzw. als Gekreuzigter mit nur notdürftigster Verhüllung.

Die Darstellung am Kreuz, dem zentralen Symbol der Christenheit, ist das häufigste Motiv unter den Christus-Bildern. Doch auch Szenen aus dem "Davor" und "Danach" wurden und werden immer wieder aufgegriffen, allen voran die Auferstehung und anschließende Himmelfahrt als ultimative Heilsbotschaft. Doch auch sein Leidensweg, die Passion, hat Einzug in die Kunstgeschichte gehalten, etwa mit dem berühmten Ecco homo-Motiv.
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Von großer Bedeutung sind auch die Knabenbildnisse, die ihn meist gemeinsam mit seiner Mutter Maria zeigen sowie Motive rund um seine Geburt, von der Anbetung der Hirten bis zum Besuch der Heiligen Drei Könige. Mit erhobener Hand im Segens- oder Redegestus wird er in seiner Funktion als Prediger dargestellt. Hinzu kommen Darstellungen als Pantokrator ("Weltenherrscher") und als Weltenrichter, der dem Jüngsten Gericht vorsteht, aber auch als Erlöser der Welt (Salvator mundi).
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Maria

Abgesehen von Jesus ist seine Mutter, die Jungfrau Maria, zweifellos die prominenteste Figur der Christenheit. Obwohl sie eine signifikante Rolle für den Glauben einnimmt, wird sie im Neuen Testament nur wenige Male erwähnt. Doch wo schriftliche Zeugnisse fehlen, sind visuelle Darstellungen umso häufiger, ja in geradezu unüberschaubarer Menge vorhanden. Madonnenbilder tauchen in der christlichen Kunst seit dem 5. Jahrhundert auf und haben sich seitdem zu den geläufigsten christlichen Motiven entwickelt.
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Aufgrund ihrer Rolle als Mutter Jesu Christi wird sie meist gemeinsam mit dem Christusknaben dargestellt, beispielsweise in der Variante der Eleusa, die durch die liebevolle Darstellung des Verhältnisses von Mutter und Sohn Barmherzigkeit ausdrücken soll. Eine weitere geläufige Darstellung ist die Pietà, die sie als Schmerzensmutter zusammen mit dem soeben vom Kreuz abgenommenen Körper ihres Sohnes zeigt.
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Ist Maria alleine zu sehen, ist die häufig als eine von Engeln umgebene Himmelskönigin dargesellt, was ihre Erhöhung und Reinheit symbolisieren soll. In diesem Zusammenhang ist auch das Motiv der Verkündigung zu nennen, das sie meist gemeinsam mit dem Boten, Erzengel Gabriel zeigt. Auch tritt Maria häufig als Mutter der Gnade auf, wobei ihr signifikanter blauer Mantel dem gläubigen Betrachter Schutz und Sicherheit bieten soll.
Maria Magdalena

Eine weitere prominente Figur der christlichen Kunst ist zweifellos Maria Magdalena, die allerdings nur schwer zu fassen ist. Grund dafür ist der Umstand, dass sie mit verschiedenen Marien des Neuen Testaments gleichgesetzt wird: Als eine Zeugin der Kreuzigung, eine der drei Frauen am Grab sowie jene, der der auferstandene Christus als erstes begegnet; als Sünderin, die ihm die Füße wäscht; oder auch als eine der beiden Schwestern Martha und Maria von Bethanien, in deren Haus Jesus einkehrt.
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Diese unterschiedlichen Identifizierungen haben zu einer Vielzahl von Darstellungsweisen geführt. Sehr häufig ist die Darstellung als büßende Eremitin, die ihre Sünden bereut. Häufig ist ihr als Attribut ein menschlicher Schädel beigegeben, der die Vergänglichkeit symbolisieren soll. Sie trägt ihr langes Haar offen, sodass es ihren teilweise nackten Körper umhüllt. Eine weitere Gleichsetzung im Mittelalter mit der Heiligen Maria von Ägypten hat dazu geführt, dass sie bisweilen mit einem Fell dargestellt wurde. Auch jene Darstellungen, die sie mit einem Salbungsgefäß zeigen, sind auf die (falsche) Gleichsetzung mit der Sünderin, die Jesus die Füße wäscht, zurückzuführen.

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Maria Magdalena war eine Jüngerin Jesu und als solche bei seiner Kreuzigung und Grablegung anwesend, was in vielen Bildern dargestellt wird. Ein beliebtes Motiv ist auch Noli me tangere ("Berühre mich nicht"), also jener Moment, in dem Maria Magdalena dem soeben auferstanden Christus begegnet und ihn berühren möchte. Die Gleichsetzung mit der Sünderin erfolgte übrigens erst im späten 6. Jahrhundert durch Papst Gregor I.




