Marcel Breuers Isokon-Liegestuhl besticht mit seinem schlichten und doch raffinierten Design, indem er die Zweckmäßigkeit und die inhärente Stärke von Schichtholz – ein Material, das heute heute oft als zweitklassiges Material übersehen wird – nutzt. Der Stuhl verkörpert die modernistischen Prinzipien von Effizienz und Einfachheit und spiegelt Breuers innovativen Umgang mit Material und Form wider.
Nach seinem Studium in Wien wechselte der in Ungarn geborene Marcel Breuer ans Bauhaus in Weimar, eine Designschule, die es sich auf die Fahnen geschrieben hatte, eine moderne Ästhetik in massenproduzierte Alltagsgegenstände einfließen zu lassen.
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Einer von Breuers bedeutenden Beiträgen zum Möbeldesign war sein Experimentieren mit Materialien. Seine frühen Arbeiten mit Möbeln aus Holzlatten bewogen ihn schließlich dazu, das Potenzial von Stahlrohr zu erkunden, welches zum Synonym für modernes Design wurde. Sein Entwurf von 1925/26, der Wassily Chair, ist vielleicht das berühmteste Beispiel und verkörpert das Bauhaus-Ethos von Einfachheit, Funktionalität und Eleganz.
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Nachdem die Nationalsozialisten in den 1930er Jahren die Macht übernommen hatten, verließen Breuer und seine Bauhaus-Kollegen Deutschland. Breuer ließ sich schließlich im Vereinigten Königreich nieder wo er mit Jack Pritchard, Miteigentümer von Isokon, einem Unternehmen in London, das sich auf Architekturdesign und Möbelherstellung spezialisiert war, zusammenarbeitete.
Es war während dieser Zusammenarbeit, dass Breuer seinen Liegestuhl zu Ende entwickelte. Erste Entwürfe waren 1933 in der Schweiz entstanden, wobei das ursprüngliche Design einen Metallrahmen vorgesehen hatte. In England verfeinerte Breuer seinen Entwurf, ersetzte den Metallrahmen durch dampfgebogenes und laminiertes Birkenschichtholz, ein schnell verfügbares und effizientes Material.
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Der Isokon Long Chair kombiniert Praktikabilität und die inhärente Stärke von Schichtholz, was es dem darauf Sitzenden ermöglicht, sich bequem auszustrecken, ohne dass Sprungfedern oder andere Mechanismen erforderlich wären. Breuer entwarf auch eine kürzere Variante, den Short Chair. Wie sein längeres Gegenstück nutzt der Short Chair die Zugfestigkeit des laminierten Schichtholzes, um ein komfortables und unterstützendes Sitzerlebnis zu schaffen
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Sowohl der Short Chair als auch der Long Chair nehmen einen bedeutenden Platz in der Designgeschichte ein und werden heute in den wichtigsten Designmuseen der Welt ausgestellt. Obwohl die Stühle noch immer produziert werden, sind Originalstücke aus den 1930er Jahren selten und bei Sammlern sehr begehrt. Spätere Modelle erzielen normalerweise zwischen 450 und 700 Euro, doch Exemplare aus den 1930er Jahren wurden bereits für über 5.000 Euro verkauft.
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Aktualisierte Version eines Artikels vom 17. Februar 2021. Originaltext von James Lees, Gutachter bei Dawsons




