Die Geburtsstunde von Sagemono und Netsuke liegt schon einige Jahrhunderte zurück. Allgemein üblich wurden sie während der Edo-Zeit zwischen dem frühen 17. Jahrhundert und 1868. Ursprünglich erfunden um ein Bekleidungsproblem zu lösen, sind die kleinen Kuriositäten heute fest in der japanischen Tradition verwurzelt und werden als Kunstwerke aus eigenem Recht betrachtet.

Ihr Ursprung ist also im Bereich Bekleidung zu verorten: Die Träger von traditionellen Kimonos stellten fest, dass sie nichts hatten, worin sie ihre Siebensachen mitnehmen konnten, denn ein Kimono verfügt über keinerlei Taschen. Wohin also mit Geld, Kalligrafieutensilien, Arzneien oder Tabak?
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Nun betrat das Sagemono die Bühne: Eine kleine Dose, die man sich an den Obi (Gürtel) des Kimono hängen konnte – ganz so, wie die Bedeutung des Wortes, "Hängesachen", es bereits andeutet. Simpel und funktional, entwickelte sich das Sagemono schon bald zu einem unverzichtbaren Accessoire, das die Kleidung auf schon fast systematische Weise ergänzte.

Im Laufe der Zeit wurde das Sagemono zu einem echten Modeobjekt, das sich von einer zunächst nüchternen Ästhetik zu einem kleinen Kunstwerk entwickelte, das sich besser in ein Outfit integrieren ließ. Kunsthandwerker nutzen die kleinen Behältnisse, um ihr Können im Schnitzen, Bemalen und Verzieren unter Beweis zu stellen und mit Materialien wie Holz, Bein, Elfenbein und Harz zu experimentieren.
Bei Frauen war es üblich, das Sagemono versteckt im weiten Ärmel ihres Kimono zu tragen, während Männer es wie gesagt an ihren Obi hängten. Zur Befestigung wurde auf ein weiteres, noch kunstvolleres Objekt zurückgegriffen: das Netsuke.

Das Netsuke hat die gleiche stilistische Entwicklung durchlaufen, wie die Dose, die es begleitet. Am Anfang war es noch ein simples Stück Holz, Knochen oder Muschelschale. Durch die Etablierung des Netsuke als Modeaccessoire, begann sein Erscheinungsbild mit dem des Kimonos zu harmonisieren. Der Name besteht aus den japanischen Worten ne und tsuke, die "Wurzel" und "Anbringung" bedeuten.
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Bevor die Verwendung von Elfenbein verboten wurde, war es das am weitesten verbreitete Material für die Herstellung von Netsuke. Später wurde es durch Buchsbaum und weitere widerstandsfähige Hölzer abgelöst. Die Themen waren vielseitig. Die Künstler ließen sich von der Natur und den Tierkreiszeichen inspirieren, auch wenn sie die Motive oft auf expressivere Weise ausführten. Auch gibt es Exemplare, die Alltagsszenen, mythologische Kreaturen oder sogar Erotika darstellen.

Was man tunlichst vermeiden sollte, ist, ein Netsuke mit einem Okimono zu verwechseln. Okimono, was "Schmuckgegenstand" bedeutet, kamen auf, als im 19. Jahrhundert westliche Kleidung den traditionellen Kimono zu verdrängen begann und Sagemono und damit auch Netsuke nicht mehr benötigt wurden. Durch diese neuen Objekte hatten die einstigen Netsuke-Schnitzer weiterhin ein Auskommen.
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Dennoch bleibt festzuhalten, dass innerhalb von 300 Jahren aus einem einfachen, funktionalen Objekt, ein Meisterwerk der japanischen Handwerkskunst wurde. Auch heute begeistert das Know-how der Künstler, die geschickt die komplexesten Formen aus einem kleinen Stück Werkstoff heraus zaubern konnten. Kein Wunder, dass diese großartigen Kunstwerke im Kleinformat bei Sammlern so beliebt sind.

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Netsuke und Sagemono sind regelmäßig auf dem Auktionsmarkt zu finden, meistens in Auktionskatalogen, die asiatischer Kunst oder alter Handwerkskunst gewidmet sind. Seltene Exemplare, die von den besten Meistern ausgeführt oder aus den wertvollsten Materialien hergestellt wurden, erzielen Preise von bis zu 200.000 Euro oder sogar mehr.




