Die Künstler des Atelier du Hangar widmen sich der Befreiung der kongolesischen Malerei vom ästhetischen Diktat der Kolonialzeit und ersetzen dieses durch afrikanische kreative Originalität. Die Auktion, die Artcurial am 24. März ausschließlich der Kunst des Atelier du Hangar gewidmet hatte, erzielte ein Gesamtergebnis von 294.190 Euro (inkl. Aufgeld), was beinahe einer Verdopplung der Gesamtschätzung für 72% der verkauften Lose entspricht.

In den ersten Minuten der Auktion wurden vier Werke des Künstlers Pilipili Mulongoy, der für seinen Sinn für Details und Themen aus der Fauna bekannt ist, ihrem neuen Besitzer zugeführt, dem Musée du Quai Branly, das sich vorab das Vorkaufsrecht gesichert hatte. Es erwarb die vier Gemälde für 31.000, 26.000, 3.900 und 31.200 Euro. Das Musée du Quai Branly ist das französische Nationalmuseum für außereuropäische Kunst.
"Ich freue mich sehr, dass diese vier spektakulären Gemälde von Pilipili in die Sammlungen des Musée du Quai Branly aufgenommen werden, was ein Beweis für das wachsende Interesse privater Sammler und Institutionen an moderner und zeitgenössischer afrikanischer Kunst ist. In den kommenden Monaten werden wir Projekten nachgehen, die sich an Sammler richten, die neugierig sind, den Reichtum der vielen Kunstszenen des afrikanischen Kontinents zu entdecken“, sagte Christophe Person, Direktor für zeitgenössische afrikanische Kunst bei Artcurial, in einer Pressemitteilung.
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Insgesamt war Pilipili Mulongoy sieben Mal in der Auktion vertreten. Die Auswahl zeugt von den dynamischen Kompositionen und dem plastischen Reichtum im Werk des Künstlers. Für das Ölgemälde Oiseaux, das für 39.000 Euro verkauft wurde, erzielte Mulongoy den höchsten Preis der Auktion, der den zuvor festgelegten Schätzpreis zudem um das Vierfache überstieg.
Weitere erwähnenswerte Verkäufe waren zwei titellose Werke von Sylvestre Kaballa (16.900 Euro) und Bela (15.600 Euro) sowie die Gouache Deux oiseaux bleus von Mode Muntu (13.650 Euro).

Das Atelier du Hangar wurde in den 1940er Jahren in Elisabethville, heute Lubumbashi, Demokratische Republik Kongo, unter der Leitung von Pierre Romain-Desfossés gegründet. Romain-Desfossés, ein ehemaliger bretonischer Offizier bei der französischen Marine, durchquerte Afrika mit dem Künstler Bela aus dem Stamm der Seras auf der Suche nach einem Ort, an dem er sich niederlassen konnte. Mit seiner Leidenschaft für afrikanische Kreativität und indigene Kunst schuf er den Hangar, eine vom westlichen Kanon losgelöste Kunstschule, deren Ziel es sein solltel, die Schüler zum Experimentieren und zur Entwicklung ihres eigenen visuellen Vokabulars zu ermutigen.

Dei Künstler des Hangars drängten darauf, ihre Wahrnehmung der afrikanischen Umwelt zum Ausdruck zu bringen und wandten sich einer Art der Malerei, Illustration oder Dekoration zu, die schnell die Aufmerksamkeit europäischer Institutionen auf sich zog. Das Atelier du Hangar hat bewiesen, dass kongolesische Kunst und afrikanische Kunst im Allgemeinen mehr ist, als jene Skulpturen, die das europäische Auge zu Beginn des 20. Jahrhunderts erstmals becirct hatten.
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