Es hätte ein glänzender Abgang werden können: Ende Juli hatte das British Museum bekanntgegeben, dass Direktor Hartwig Fischer nach acht Jahren an der Spitze der renommierten Institution seinen Posten im kommenden Jahr abgeben werde. In der Pressemitteilung waren die unglaublichen Leistungen Fischers betont worden, allen voran die Grundsteinlegung zu einem umfassenden Masterplan für den notwendigen Umbau und die Neugestaltung des Museums, ein Projekt, das noch viele Jahre in Anspruch nehmen wird.
Lesen Sie auch: Mehrere Objekte aus dem British Museum gestohlen
Durch nun hat der Skandal um die gestohlenen Objekte aus einem Lager des Museums die Weichen neu gestellt und in einer weiteren Pressemitteilung verkündete Fischer am vergangenen Freitag seinen sofortigen Rücktritt. Er räumt die Fehler seitens des Museums bezüglich des nicht ausreichenden Reagierens auf Hinweise im Jahr 2021 ein und sieht dabei vor allem sich selbst in der Verantwortung: „In den letzten Tagen habe ich die Ereignisse rund um die Diebstähle aus dem British Museum und die Ermittlungen ausführlich Revue passieren lassen. Es ist offensichtlich, dass das British Museum auf die Warnungen im Jahr 2021 und auf das Problem, das nun vollständig zum Vorschein gekommen ist, nicht so umfassend reagiert hat, wie es hätte reagieren sollen. Die Verantwortung für dieses Versagen muss letztendlich beim Direktor liegen.“
Die Kuratoren des British Museum haben Fischers Rücktrittsgesuch angenommen und werden nun eine vorübergehende Lösung für die Leitung des Museums finden, bis ein neuer Direktor gewählt ist – ein Prozess, der durch den von Fischer geplanten Rücktritt im kommenden Jahr ohnehin geplant war.
„Der Aufsichtsrat hat den Rücktritt von Hartwig Fischer als Direktor angenommen. Mit den gemachten Fehlern konfrontiert, hat er sich ehrenhaft verhalten. Niemand hat jemals an Hartwigs Integrität, seinem Engagement für seinen Job oder seiner Liebe zum Museum gezweifelt“, betonte George Osborne, Vorstandsvorsitzender des British Museum.
Weitere News aus der Welt der Kunst und der Auktionen finden Sie im Barnebys Magazin!




