Geboren 1862 als Sohn eines Goldgraveurs in Baumgarten bei Wien, machte sich ein künstlerisches Talent bei Gustav Klimt schon in jungen Jahren bemerkbar. Durch ein Stipendium konnte er an der Universität für angewandte Kunst Wien Malerei studieren und gründete anschließend mit seinem ebenfalls malenden Bruder Ernst und Franz Matsch eine Ateliergemeinschaft. Klimts frühe Werke wurden von der Kritik und den Zeitgenossen gelobt. Doch nachdem sowohl sein Vater als auch Ernst 1892 kurz hintereinander gestorben waren, machte er sich auf die Suche nach einem persönlicheren Stil, der im Laufe des letzten Jahrzehnts des 19. Jahrhunderts Gestalt annahm. Beispiele dafür sind Gemälde wie Pallas Athene (1898) und Nuda Veritas (1899).
Von mir gibt es kein Selbstporträt. Ich interessiere mich nicht für die eigene Person als "Gegenstand eines Bildes", eher für andere Menschen, vor allem weibliche...
1897 wurde Klimt Mitgründer und Präsident der Wiener Secession, einer Künstlergemeinschaft, deren Ziel es war, zeitgenössische Künstler, die von der Tradition abwichen, zu unterstützen und so dem Konservatismus der Akademie Lebewohl zu sagen. Die Gründung bedeutete den Beginn der Moderne in Österreich. Klimts Arbeiten wurden zunehmend sinnlich, indem er die fließenden Töne und Kurven der weiblichen Form als Allegorie für traditionelle Mythen und Figuren verwendete. Solche radikalen und erotisch aufgeladenen Motive wurden zu jener Zeit kontrovers betrachtet, viele hielten seine Werke schlicht für pornografisch. Als Antwort auf diese Anschuldigungen malte er 1902 Goldfische, dessen Originaltitel An meine Kritiker lautete. Das Gemälde beinhaltet die Darstellung einer Frau, die dem Publikum ihren Allerwertesten präsentiert und dabei über die Schulter blickt, als wolle sie den Betrachter verspotten.
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Neben seinen Figurenbildern, für die er heute vor allem bekannt ist, zeigte Gustav Klimt auch ein Interesse an der Landschaftsmalerei. Oft reiste er mit Freunden an den Attersee, wo viele dieser Bilder entstanden. Seine Landschaften zeugen von derselben Innovation und Meisterschaft der Muster und Formen wie seine figürlichen Arbeiten, womit er seine charakteristische und einzigartige Herangehensweise an ein Gemälde demonstrierte. Die Szenen sind auf einer einzelnen, abgeflachten Ebene abgebildet, was viele vermuten lässt, Klimt habe die Landschaften, während er sie malte, durch ein Teleskop betrachtet.
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Der Schöpfer all dieser Gemälde war für seine Exzentrik bekannt. Oft sah man ihn in einem bodenlangen, wie eine Verkleidung wirkenden Kittel und sein Studio war von Katzen bevölkert, die er beinahe ebenso sehr verehrte wie die Frauen. Klimt war ein berüchtigter Verführer, die angeblich mit jedem seiner weiblichen Modelle eine sexuelle Beziehung begann, woraus wenigsten 14 Kinder hervorgegangen sein sollen. Klimt heiratete nie, führte jedoch eine langjährige Beziehung mit seiner Schwippschwägerin Emilie Flöge. Diese Leidenschaft für die Frau als sexuelles Wesen war wohl das vorherrschende und am häufigsten wiederkehrende Thema seiner Werke. Klimt selbst sagte: "Von mir gibt es kein Selbstporträt. Ich interessiere mich nicht für die eigene Person als 'Gegenstand eines Bildes', eher für andere Menschen, vor allem weibliche...".
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In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts erreichte Klimt das, was als seine "Goldene Phase" bekannt werden sollte. Es war diese Periode, in der einige seiner ikonischsten und am meisten bewunderten Werke entstanden, darunter 1907 das Porträt Adele Bloch-Bauer I (von den Nazis umbenannt in Die Frau in Gold, um den jüdischen Namen der Dargestellten zu verbergen) und 1908 Der Kuss. Wie der Name der Phase verrät, verwendete Klimt Blattgold in exzessiver Weise. Inspiriert worden war er dabei von byzantinischen Mosaiken, die er während einer Reise nach Venedig und Ravenna studiert hatte. Für seine Kunst erhielt er in diesen Jahren viel Lob, was ihm großen finanziellen Erfolg bescherte.
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Am Ende seines Lebens erlebten Klimts Arbeit und Karriere viel Anerkennung. Sein Gemälde Tod und Leben wurde bei der Weltausstellung in Rom mit dem Ersten Preis ausgezeichnet. Im Februar 1918 starb Gustav Klimt an den Folgen eines Schlaganfalls und einer Lungenentzündung im Alter von 55 Jahren und hinterließ viele unvollendete Bilder. Während des Zweiten Weltkriegs wurden einige von Klimts Werken zerstört oder sind bis heute unauffindbar. Eine Vielzahl wurde den jüdischen Besitzern von den Nationalsozialisten weggenommen.
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Eines dieser Gemälde ist Adele Bloch-Bauer I, das in der Österreichischen Galerie Belvedere ausgestellt wurde, 2006 jedoch zusammen mit weiteren Werken an die Erbin der Bloch-Bauers, Maria Altmann, restituiert wurde. Noch im selben Jahr wurde es in einem Privatverkauf von Ronald S. Lauder, Erbe des Kosmetikkonzerns Estée Lauder, für 135 Millionen US-Dollar (106,7 Millionen Euro) erworben.
Ein weiteres Porträt konnte Ende Juni 2023 einen neuen Auktionsrekord für Gustav Klimt aufstellten: Dame mit Fächer, Klimts letztes Porträt, wurde bei Sotheby's in London für 85.305.800 GBP (ca. 99,2 Millionen Euro) versteigert.
