Es ist ein ambitioniertes Projekt, das den Erhalt des Monuments erleichtern und seine Nutzbarkeit erweitern wird.
Nach der 25-Millionen-Euro-Sanierung im Jahr 2014, wurde nun die geplante Instandsetzung des Arenabodens des Kolosseums von der italienischen Regierung bekannt gegeben. Das Projekt, das 2023 abgeschlossen sein soll, umfasst die Installation eines "leichten, einziehbaren und nachhaltigen" High-Tech-Holzbodens im Zentrum des Gebäudes.
Der Boden wird beweglich sein und das darunter liegende Kellergeschoss schnell auf- oder abdecken können, um es entweder sichtbar zu machen oder vor Regen schützen zu können, wodurch außerdem die Belüftung gewährleistet bleibt. Dario Franceschini, dem italienische Minister für Kultur, schweben bereits kulturelle Veranstaltungen auf der neuen Bühne vor. Er sagt: "Es ist ein ambitioniertes Projekt, das den Erhalt des Monuments erleichtern und seine Nutzbarkeit erweitern wird."

Fertiggestellt unter Kaiser Titus im Jahr 80, besaß das römische Amphitheater einst einen mit Sand bedeckten Holzboden über einem Netzwerk aus Tunneln und Räumen, in denen die Gladiatoren und Tiere auf ihren Einsatz in der Arena warteten.
Der ursprüngliche Boden war im späten 19. Jahrhundert endgültig entfernt worden worden, als Archäologen damit begannen, das Untergeschoss der heutigen UNESCO-Welterbestätte zu untersuchen. Seit 2010 können Besucher des Kolosseums die unterirdischen Gänge selbst in Augenschein nehmen. Bis zur Corona-Pandemie lockte das antike Bauwerk jedes Jahr sieben Millionen Besucher an, was es zu einer der beliebtesten Touristenattraktionen der Welt macht.
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Die Idee nahm Formen an, nachdem Franceschini den Vorschlag des renommierten italienischen Archäologen Daniele Manacorda retweetet hatte, das Kolosseum durch die Wiederherstellung seines Bodens wieder zu einem nutzbaren Ort zu machen.

Bei der Ausschreibung des mit 18,5 Millionen Euro geförderten Projekts konnte sich die venezianische Firma Milan Ingegneria im Dezember 2020 gegen neun Mitbewerber durchsetzen. Das Unternehmen, das sich bereits durch die Restaurierung der Basilica Palladiana in Vicenza einen Namen gemacht hatte, beeindruckte mit einem Portfolio mit Projekten in aller Welt und Kollaborationen mit renommierten Architekten wie Renzo Piano.
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Der Boden wird in derselben Höhe installiert werden, wie es auch die Römer der flavischen Zeit getan hatten. "[Es] bedarf sowohl der Form und der Funktion des Originalplans", erklärt das Ingenieurbüro. Die Balken liegen direkt auf den Wandstrukturen auf, ohne mechanische Verankerungen, was das Design so reversibel wie möglich macht. "Sollte es dazu kommen, ihn entfernen zu müssen, wird es möglich sein, den aktuellen Zustand wieder herzustellen", erklärte Massimiliano Milan, Geschäftsführer von Milan Ingegneria in einem Interview mit CNN.

Der neue Boden wird aus beweglichen Paneelen bestehen, die wiederum aus einem Gitter rotierender Accoya-Holzbretter, einem chemisch behandelten Kiefernholz, bestehen. Vierundzwanzig mechanische Lüftungsgeräte, die rund um das Wahrzeichen verteilt sein werden, werden die Luftfeuchtigkeit und Temperatur der unterirdischen Infrastruktur steuern: "Es wird möglich sein, das gesamte Luftvolumen in nur 30 Minuten komplett auszutauschen", erklären die Designer in einer Pressemitteilung. Außerdem wird ein neues Auffangsystem für Regenwasser dieses direkt zu den öffentlichen Toiletten des Kolosseums leiten.
Das Projekt ist in Italien auf viel Kritik gestoßen. Seine Gegner würden ein Nutzung der 18 Millionen Euro für dringlichere Angelegenheiten bevorzugen.
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Artikel von Noor de Falco



