Das schönste Geschenk zu seinem 70. Jubiläum machte sich das Münchener Auktionshaus Ketterer in gewisser Weise selbst, stellte es doch für den Evening Sale am 7. Juni eine Offerte zusammen, die mit Spitzenwerken und interessanten Provenienzen viele zahlungskräftige Bieter anlocken konnte und so zu einem Ergebnis führte, bei dem von der allgemeinen Flaute auf dem Kunstmarkt nichts zu spüren war. Im Gegenteil, die Verkaufsquote des Evening Sale lag bei 86% und sämtliche Werke wurden mindestens im sechsstelligen Bereich verkauft, acht knackten sogar die magische Millionengrenze.
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Zwei der letztgenannten Werke stellten sogar neue Auktionshausrekorde für Ketterer auf. Dies schaffte zunächst Ernst Ludwig Kirchners Gemälde Tanz im Varieté von 1911, das seit 100 Jahren als verschollen galt und dessen Auftauchen auf dem Auktionsmarkt eine kleine Sensation darstellte. Geschätzt auf 2 Millionen Euro, wurde es schließlich für 6.958.000 Euro (inkl. Aufgeld) an die Stiftung Im Obersteg verkauft und wird bald im Kunstmuseum Basel zu sehen sein.
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Lange konnte sich Kirchners Werk jedoch nicht über seine Spitzenposition bei Ketterer freuen. Alexej von Jawlenskys Spanische Tänzerin von 1909 (mit Murnauer Landschaft auf der Rückseite) kam kurz darauf mit einem Schätzpreis in Höhe von 7 Millionen Euro zum Aufruf. Ein Bieter am Telefon sicherte es sich schließlich für 8.338.000 Euro (inkl. Aufgeld). Neben dem persönlichen Rekord für das Auktionshaus stellt das Ergebnis zudem den zweithöchsten Preis für ein Werk des Künstlers in der Auktionsgeschichte dar. Den ersten Platz nimmt hier Schokko (Schokko mit Tellerhut) aus derselben bedeutenden Schaffensphase ein, das 2008 bei Sotheby’s London für 9.428.500 GBP (12.605.905 Euro) einen neuen Besitzer fand. Spanische Tänzerin wurde kurz nach seiner Entstehung an den Düsseldorfer Sammler Josef Gottschalk verkauft und befand sich die folgenden rund 90 Jahre in Familienbesitz.
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Die übrigen Millionenpreise erzielten Andy Warhols Flowers (10 Blatt) (1,9 Millionen Euro), Georg Baselitz’ Fingermalerei – Birke (1,6 Millionen Euro), Sean Scullys Cut Ground Orange (1,3 Millionen Euro), Henry Moores Working Model for Sheep Piece (1,2 Millionen Euro), Karl Schmidt-Rottluffs Junger Wald und Sonne (1,1 Millionen Euro) sowie Gerhard Richters Herr Uecker (1 Million Euro). Die Käufer stammen aus Süddeutschland, der Schweiz und den USA.
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Einen neuen Auktionsrekord konnte Ketterer zudem für Renée Sintenis erzielen, deren Bronze Große Daphne von 1930 nun für 584.200 Euro (inkl. Aufgeld) in eine norddeutsche Privatsammlung wechselt.
„Dieses Ergebnis ist eine Sensation und eine Bestätigung der internationalen Anerkennung von Ketterer Kunst. Wir müssen uns vor den großen Häusern nicht verstecken“, freute sich Auktionator und Firmeninhaber Robert Ketterer nach der Auktion. Und Nicola Gräfin Keglevich, Senior Director bei Ketterer Kunst, betont: „Unser aktuelles Angebot an internationalen Spitzenwerken spiegelt den aufkommenden Trend wider, dass Kunstliebhaber nach Alternativen zum Londoner Markt suchen […] Dies ist ein klares Signal für die zukünftige Entwicklung von Ketterer Kunst im internationalen Wettbewerb.“
Insgesamt erzielte Ketterer Kunst in der ersten Hälfte des Jahres 2024 ein Gesamtergebnis von 54 Millionen Euro und verbesserte sich damit im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 30%.
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