Kreativität ist unkontrollierbar, rein, ehrlich, unbelastet. So wie die Ideen eines Kindes.
Einer der verborgenen Schätze auf dem Vintage-Markt ist die ikonische Tukan-Lampe, eine Designer-Lampe für Kinder in der Form eines Tukans, die in den 1970er Jahren geschaffen wurde und heute eine begehrtes Sammlerstück darstellt.

Den Anstoß zu diesem Artikel über die Tukan-Lampe gab mir unser Chefredakteur, der für italienisches Design schwärmt, diese spezielle Lampe aber für viel zu wenig beachtet hält – auch online. Eigentlich ein Paradoxon, wenn man die hohe Nachfrage bedenkt. Sucht man beispielsweise in Barnebys' Preisdatenbank nach der Tukan-Lampe, sind die erzielten Preise dafür weit höher als die Schätzpreise. Nachdem wir mit einigen Händlern und Sammlern gesprochen haben, können wir die Geschichte der Lampe nun näher beleuchten.
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1964 war Enea Ferrari ein junger Designer aus Verona, der mit Old Timer Ferrari ein Unternehmen gründete, das auf die Produktion von dekorativen Objekten und Beleuchtungskörpern spezialisiert war. 1970 brachte er mit der Tukan-Lampe die erste Kinderlampe aus Plastik auf den Markt.

Drei Jahre später wurde der Name Old Timer Ferrari in Linea Zero geändert. Enea Ferrari fuhr mit der Umsetzung seiner kreativen Ideen fort, die weitere Objekte hervorbrachten, die heute Kult sind, wandte sich aber auch zeitgenössischen Lampen zu, wodurch Linea Zero zu einem Begriff für Lampen Made in Italy wurde.

2013 hat Enea Ferraris Neffe Alessandro Zavater die Leitung von Linea Zero übernommen. Von ihm haben wir mehr über die Tukan-Lampe erfahren.
Die Geschicklichkeit und der starke handwerkliche Aspekt haben seine Kreationen immer geprägt. Er liebte es, Tage mit befreundeten Künstlern zu verbringen, die Tricks des Handels zu erlernen und sie sich zu eigen zu machen.

Ihr Onkel, der Designer Enea Ferrari, gründete OTF 1964. Was können Sie uns über die Geschichte von Old Timer Ferrari bzw. Linea Zero erzählen, dessen CEO Sie heute sind?
Enea Ferrari fand die Inspiration zu seinen Objekten und Lampen immer im wahren Leben. Er liebte Bücher, Kunst, Physik und Kulturreisen. Er liebte es, Tage mit befreundeten Künstlern zu verbringen, die Tricks des Handels zu erlernen und sie sich zu eigen zu machen. Handwerkliches Geschick und ein starker künstlerischer Aspekt haben seine Kreationen immer geprägt. Alle Objekte von Enea wurden in der Prototypphase von Hand hergestellt und erst danach für eine industrielle Herstellung vorbereitet. Zunächst setzte er auf Metall, Blech und Holz, ab der Tukan-Lampe dann auf Plastik.
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Die Tukan-Lampe zählt heute zu den meistgesuchten modernen Antiquitäten, nach der Sammler auf der ganzen Welt Ausschau halten. Sie war zudem die erste Plastiklampe, die speziell für Kinder hergestellt wurde. Was können Sie uns über dieses Kult-Objekt berichten?
Der Wunsch, mit neuen Materialien zu experimentieren, führte Enea Ferrari zu dem damals innovativen (ABS) MOPLEN Polypropelen, mit dem er die weltweit erste Kinderlampe der Welt schuf. Er war damit so erfolgreich, dass andere Designer begannen, ähnliche Objekte zu schaffen, und so einem Trend, der heute noch existiert, Leben noch mehr einzuhauchen.

Wie lange war die Lampe damals auf dem Markt erhältlich?
Etwa sechs Jahre lang wurde die Lampe in Europa verkauft. Häufig über Großhändler.
Einige Exemplare haben kein Markensymbol an der Basis. Heißt das, das sind keine Originale?
Es sind alles Originale, sowohl mit der OTF-Marke, der Linea Zero-Marke oder auch ohne Marke. Worauf man wirklich achten muss ist, dass die Form des Körpers, des Schnabels und des Fußes identisch ist. Der Grund dafür, dass einige Exemplare nicht gekennzeichnet wurden, lag daran, dass einige Importeure aus dem Ausland speziell danach verlangten – also ein völlig kommerzieller Grund.
Er war damit so erfolgreich, dass andere Designer begannen, ähnliche Objekte zu schaffen, und so einem Trend, der heute noch existiert, Leben noch mehr einzuhauchen.
Gibt es unterschiedliche Größen und Farbkombinationen?
Die Größe ist immer gleich: 23 cm hoch, mit Schnabel 18 cm breit und einem Fuß von 12 cm. Die Farben variierten, meist jene des Körpers.
Wieviele Varianten wurden unter dem Namen Old Timer Ferrari hergestellt? Wann wurde die Produktion eingestellt?
Tausende Exemplare wurde unter dem Namen Old Timer Ferrari produziert. 1973 folgte die Umbenennung in Linea Zero. Auch die Tukan-Lampe wurde neu getauft: Cocorì.

Gibt es neben dem Tukan und dem Wikinger Olaf noch weitere Lampen, die Enea für OTF geschaffen hat?
Ja, beispielsweise den Rolls-Royce-Stifthalter. Das Auto-Design aus Blech und Kupfer wurde zu einer Lampe weiterentwickelt, die so erfolgreich war, dass wir in weiterführende Projekte, wie die Tukan-Lampe, investieren konnten.

In diesem Jahr feiert die Tukan-Lampe ihren 50. Geburtstag. Haben Sie diesbezüglich irgendwelche Pläne?
Vor der Coronakrise war die Organisation einer Ausstellung geplant, zu der wir alle bekannten Sammler und deren Tukan-Lampen, die wir dort über mehrere Wochen präsentieren wollten, nach Verona, die Heimatstadt von Enea Ferrari, einladen wollten. Wir wollten uns auch mit einer Neuauflage der Lampe beschäftigen, um sie wieder auf den Markt zu bringen – in einer dem Original treuen, aber modernen Variante, vor allem ausgestattet mit LEDs.

Wie hat Enea Ferrari den großen Erfolg seiner Tukan-Lampe erlebt?
Tatsächlich hat er sich nie auf dem Erfolg eines Produktes ausgeruht. War die Arbeit an einer Lampe beendet, ging er sofort zum nächsten Projekt über. Einige der erfolgreichsten Lampen, darunter Pink Panther (1984), British Red Phone Box (1990) und die erste Biplane-Version (1993) wurden in bekannten Warenhäusern, darunter Harrods, verkauft. Der Verkauf der Tukan-Lampe endete nach wenigen Jahren Mitte der 1970er, was dazu geführt hat, dass sie heute eines der meistgesuchten und -geliebten Vintage-Objekte ist.

Wir danken Alessandro Zavater für das Gespräch, dem Team von Linea Zero für das Archivmaterial und Enea Ferrari für seinen Erfindergeist und all die ikonischen Objekte, die dieser hervorgebracht hat. Für weitere News und Archivfotos folgen Sie Linea Zero auf Instagram!
Weitere Artikel finden Sie im Barnebys Magazin.
Titelbild via @homeunion




