1. Nostalgie
Für Menschen, die in den 80er Jahren geboren oder aufgewachsen sind, ist es momentan schwierig, nicht auf der Welle der Nostalgie mitzureiten. Auch wir haben uns im Barnebys Magazin mit Nike Air Jordans, Pokémon und Game & Watch beschäftigt – und damit Kindheitserinnerungen geweckt.
Nostalgie – das bedeutet für jeden etwas anderes und erzählt ein wenig davon, wer wir sind. Und das Schöne ist, dass es möglich ist, sich diese Geschichte ins Haus zu holen. Wenn man nur hartnäckig genug danach sucht, wird man auf dem Sekundärmarkt genau das Stück finden, das einem dieses bestimmte Gefühlt gibt – egal wie alt es ist.
"Der höchste Wert ist beinahe ausschließlich immer der ideelle Wert", meint Barnebys-Mitgründer Pontus Silfverstolpe.
2. Umweltschutz
Ein Möbelstück, das 1950 hergestellt wurde, wirkt sich heute kaum negativ auf die Umwelt aus. Um den CO2-Ausstoß zu reduzieren, sollte man von nigelnagelneuen Möbeln besser die Finger lassen. Setzten Sie zudem auf lokale Geschäfte, die den Transportweg minimieren. Kleine Objekte kann man auch ganz einfach auf dem Fahrrad transportieren.
"Die Müllhalden dieser Welt sind durch den seit Ende des Zweiten Weltkriegs herrschenden Konsum unverhältnismäßig hoch geworden. Wer heute auf Auktionen kauft, hat eine völlig andere Vorstellungen vom Handel auf dem Sekundärmarkt als frühere Generationen. Heute ist es ein Trend, Vintage und Second-Hand zu kaufen und Qualität über Quantität zu stellen", sagt auch Pontus Silfverstolpe.

3. Sparen
Dass es teuer ist, auf einer Auktion zu kaufen, ist ein Ammenmärchen. Tatsächlich ist dort die Wahrscheinlichkeit, ein Schnäppchen zu machen, viel höher. Aktuell bot beispielsweise eines der größten Auktionshäuser Schwedens den Superellips-Tisch von Bruno Mathsson zur Versteigerung an. Der Schätzpreis liegt bei 3.000 SEK (ca. 267 Euro). In der Preisdatenbank von Barnebys sind mehrere Varianten zu finden, die im Jahr 2023 verkauft wurden. Der Durchschnittspreis liegt bei 3.500 SEK (ca. 311 Euro). Zum Vergleich: Der Neupreis des Tisches liegt bei etwa 23.000 SEK (ca. 2.047 Euro).

4. Unikate
Durch Blogs, die sozialen Medien, den Freundeskreis oder nach wie vor durch die klassische Zeitschrift für Inneneinrichtung haben die meisten Menschen heutzutage ein gutes Verständnis für Einrichtung und Dekoration. Durch die vielen verschiedenen Quellen erhalten wir Zugang zu Namen von Designern und Künstlern, deren Arbeiten uns gefallen. Aber wir wollen nunmal nicht genau das, was alle anderen haben. Viele der auf dem Sekundärmarkt vertretenen Designer haben ein sehr umfangreiches Œuvre. Meist sind es jedoch immer wieder dieselben ihrer beliebtesten Modelle, die immer wieder neu hergestellt werden.
"In den letzten Jahren ließ sich bei denjenigen, die sich für Innenarchitektur interessieren, mehr Mut feststellen. Man ist heute vielseitiger und mischt in seinen Häusern Antiquitäten mit Stücken des 20. Jahrhunderts und verschiedene Materialien mit dem beliebten skandinavischen Design", sagt Pontus Silfverstolpe.
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Der Sessel Åskbollen ist beispielsweise ein Sitzmöbel, das viele kennen lieben. Doch wer kennt schon die anderen Designklassiker seines Schöpfers Eero Aarnio? Stühle wie Focus 2, Prisma, Cognac oder Upo würden Ihnen ja vielleicht auch gefallen. Keiner davon ist heute im Handel erhältlich, auf dem Sekundärmarkt allerdings schon. Erweitert man also seinen Horizont, ist es ein Leichtes, ein Möbelstück eines berühmten Designers zu finden, das bestimmt nicht viele haben.
5. Entdecken
Der finnische Designer Eero Aarnio zählt zu den Designern, die auf dem Sekundärmarkt sehr beliebt sind. Die hohe Nachfrage nach seinen Entwürfen führte 2016 zur Gründung eines neuen Unternehmens: Eero Aarnio Originals. Dort werden etwa 15 Möbelstücke des Designers produziert, darunter der Pastil Chair, der Bubble Chair und natürlich der Ball Chair.
Ein weiteres Beispiel aus Finnland ist die von Alvar Aalto gegründete Firma Artek. Diese hat in den letzten Jahren damit begonnen, in den Erwerb von Rechten an Designs zu investieren. Nun stellt das Unternehmen beispielsweise Stücke von Ilmari Tapiovaara, wie Mademoiselle und Crinolette, her.
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Je mehr man sich mit dem Thema beschäftigt, auf desto mehr interessante Geschichten über Klassiker und deren Variationen stößt man. Es ist immer wieder spannend einen Designer wiederzuentdecken und dessen Werke dem Vergessen zu entreißen.

6. Suchen
Wie bereits erwähnt, gibt es viel zu entdecken. Ein Beispiel: Der Stuhl Flamingo der Designerin Thea Leonard, der heute nicht mehr hergestellt wird. Und nur selten erreichen Exemplare den Sekundärmarkt. Über die Designerin selbst weiß man eher wenig, Informationen über ihr Möbelgeschäft gingen nach ihrem Tod im Jahr 1972 verloren. Hier bietet es sich doch förmlich an, sich auf eine spannende Suche zu begeben. Und wer weiß, auf was oder wen man ganz nebenbei noch so alles trifft.
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7. Handwerk
Möbelherstellung hat eine lange Tradition. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die meisten Möbel von lokalen Handwerkern von Hand hergestellt. Doch gab es so viele von ihnen, dass es sich niemand erlauben konnte, eine schlechte Qualität zu produzieren und anzubieten.
Heute ist die dänische Firma Carl Hansen & Søn einer der weltweit größten Hersteller von Designklassikern, die einst von Designern wie Hans J. Wegner, Børge Mogensen, Bodil Kjaer und Kaare Klint erdacht wurden. Namensgeber Carl Hansen gründete das Unternehmen im frühen 20. Jahrhundert im Alter von 27 Jahren. Obwohl es in der Familie keine Unternehmer gab, war er überzeugt. Immerhin war er seiner Meinung nach "der beste Handwerker der Stadt". Doch waren seine Möglichkeiten begrenzt. Um mit der wachsenden Möbelindustrie mithalten zu können, investierte er in Maschinen und begann mit der Massenproduktion. Schon bald entwickelte sich das Unternehmen zu einer Institution.
"Natürlich werden für die frühen und vor allem manuell angefertigten Stücke von Designikonen wie Finn Juhl, Peder Moos oder Niels Vodder hohe Preise aufgerufen. Doch allgemein sind die Preise für das Handwerk, für das man zahlt, immer noch sehr niedrig", erklärt Pontus Silfverstolpe.
Dennoch war es wichtig, die hohe Qualität nicht aus den Augen zu verlieren – ein Möbelstück sollte schließlich möglichst lange erhalten bleiben. Natürlich werden auch heute noch hochwertige Möbel hergestellt. Aber wenn man schonmal auf ein Möbelstück von 1920 trifft, das mit feinen Details und hoher Handwerkskunst besticht, und das nun schon 100 Jahre intakt geblieben ist, kann man davon ausgehen, dass es das auch weitere 100 Jahre tun wird.
8. Statement
Politisch Position zu beziehen und für seine Rechte zu kämpfen, ist heute selbstverständlich. Natürlich kann man das auch mit Kunst tun – man denke nur an Keith Haring, der in den 1980er Jahren Bilder machte, die er für den Kampf gegen HIV verkaufte.
Ein Statement abgegeben kann man auch mit den Möbeln, mit denen man sein Zuhause bestückt – natürlich eine eher milde Variante. Ein Objekt bei sich aufzustellen, dass ein Künstler oder Designer aus einem bestimmten Grund, vielleicht aus Protest oder als Fingerzeig, hergestellt hat, zeigt, dass man dessen Ansichten teilt.

9. Geschichte
Wussten Sie das die britische Premierministerin Margret Thatcher für ein Interview einmal auf dem Bürostuhl Mondo des schwedischen Designers Karl-Erik Ekselius Platz nahm? Oder dass der Möbelhersteller Klaessons Möbler in den 1980er Jahren für Saddam Hussein ein Luxushotel in Bagdad ausstattete? Oder dass John F. Kennedy während einer TV-Debatte zur Präsidentschaftswahl 1960 auf einem Stuhl von Hans J. Wegner saß?
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Mit dem Erwerb eines Vintage-Möbelstück kann es passieren, dass man der Geschichte plötzlich ganz nah kommt.
10. Gesprächsstoff
So kann ein alter Sessel nicht nur zum Sitzen einladen, sondern auch jede Menge Gesprächsstoff liefern. Begeistern Sie Ihre Gäste doch mit den interessanten und oft spannenden Geschichten, die ein Vintage-Möbelstück frei Haus mitbringt.
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Aktualisierte Version eines Artikels vom 28. August 2020




