Da wurde dem National Trust im australischen Bundesstaat New South Wales aber ein ganz besonderes Ei ins Osternest gelegt. Wie die Denkmalbehörde am 17. April bekannt gab, konnte ein barockes Stillleben, dessen Schönheit unter einer Jahrhunderte alten Schmutzschicht weitgehend verborgen war, nun als Werk des niederländischen Malers Gerrit Willemsz. Heda (1620/25 - 1647/59) identifiziert werden. Denn nicht nur die meisterhaft ausgeführte und detailreiche Ansicht einer Tafel mit Gefäßen und Glas und Silber sowie einer halb aufgegessenen Pastete kam wieder ans Tageslicht, sondern auch die Signatur des Malers, die – winzig klein – auf der Messerklinge im Vordergrund entdeckt wurde.
„Wir glaubten, dass es sich bei dem Kunstwerk um ein authentisches Gemälde aus dem 17. Jahrhundert handeln könnte, aber die Signatur des Künstlers zu finden, fühlte sich an wie eine Eins-zu-einer-Million-Chance. Dies ist eine bemerkenswerte Entdeckungsgeschichte, die uns auf eine mehrjährige Reise geleitet hat, bei der wir die Arbeit durch fachkundige Beratung und Technologie zusammengefügt und validiert haben“, sagt Rebecca Pinchin, Leiterin der Sammlung des National Trust.
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Da Gerrit Willemsz. Heda bei der Ausführung des Gemäldes im Jahr 1640 erst um die 17 Jahre alt war, ist es sehr wahrscheinlich, dass sein Vater und Lehrer, Willem Claesz. Heda (1594 - 1680) beteiligt war. Dies würde den nun neu zu ermittelnden Wert des bislang auf 200.000 Dollar geschätzten Gemäldes zusätzlich erhöhen, denn die Arbeiten des Vaters werden zu höheren Preisen gehandelt, als die des Sohnes.
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Seit wann sich das Stillleben in der Woodland Academy befindet, ist nicht belegt. Das Gebäude selbst war in den 1830er Jahren in den Blue Mountains bei Sydney als Gaststätte errichtet worden und ist heute das älteste erhaltene Gebäude der Kolonialzeit in der Region. Von 1907 bis 1936 diente das Haus als Schule und erhielt seinen noch heute verwendeten Namen, Woodland Academy. Leiter der Schule war John McManamey, dessen Tochter Gertrude das Gebäude 1979 dem National Trust vererbte.
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Vermutlich gelangte das Gemälde jedoch bereits früher in das Haus, als dieses von Alfred Fairfax in den 1870er Jahren gekauft und zunächst als privater Landsitz, später als Gästehaus genutzt wurde.
Über den Schöpfer des Gemäldes, Gerrit Willemsz. Heda ist nur wenig bekannt. Er lebte und arbeitete in Haarlem, wurde von seinem Vater ausgebildet und malte wie dieser hauptsächlich Stillleben. Auch übernahm er von diesem das wiederkehrende Bilddetail eines über den Tischrand hinausragenden Tellers.
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