Die Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst, die Verleger Samuel Irving Newhouse Junior über viele Jahre hinweg mit viel Sachverstand und Hingabe zusammengetragen hat, darf getrost als eine der wichtigsten privaten Kunstsammlungen des 20./21. Jahrhunderts bezeichnet werden. Die Qualität der Werke, die von den einflussreichsten Künstlern ihrer Zeit geschaffen wurden, ist kaum zu überbieten. Nach dem Tod Newhouse’ im Jahr 2017 sahen seine Erben davon ab, die Sammlung in einer einzelnen Auktion zu veräußern. Vielmehr werden seitdem immer wieder einzelne Werke und kleinere Gruppen angeboten.
Mitte Mai 2019 wurden insgesamt 11 Werke in den Auktionen "Impressionist & Modern Art Evening Sale“ und „Post-War & Contemporary Art Evening Sale“ bei Christie’s New York versteigert. Erzielt wurden insgesamt rund 216 Millionen US-Dollar, von denen 91 Millionen US-Dollar auf Rabbit (1986) von Jeff Koons entfielen, was einen neuen Rekord für einen lebenden Künstler bedeutete. Vier Jahre später, im Mai 2023, präsentierte Christie’s New York 16 Werke in der Single Owner-Auktion „Masterpieces from the S. I. Newhouse Collection“, die einen Gesamterlös von rund 178 Millionen US-Dollar erzielte.
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Auch in der diesjährigen New Yorker Spring Marquee Week wird Christie’s 16 Werken aus der Newhouse-Sammlung eine eigene Auktion widmen, die am Abend des 18. Mai stattfinden wird. Mit „Masterpieces: The Private Collection of S.I. Newhouse“ präsentiert das renommierte Auktionshaus zweifellos die Highlight-Sammlung der Saison, der es an wohlkuratierten Privatsammlungen nicht mangelt. Was die Sammlung so besonders macht, hat der Kunstberater und ehemalige Auktionator Tobias Meyer, der von der Newhouse-Familie 2017 für die Betreuung der Kunstwerke engagiert wurde, zusammengefasst: „Si suchte stets nach höchster Qualität, unabhängig vom jeweiligen Kunstwerk: Werke, die die Intention des Künstlers – ob Picasso, Brancusi, Pollock oder Johns – auf dem Höhepunkt seines Schaffens zum Ausdruck brachten, sowie Werke von außergewöhnlicher Provenienz und Seltenheit. Auch vor dem Überarbeiten seiner Sammlung scheute er nicht zurück. Er besaß die bedeutendsten Gemälde der wichtigsten Künstler, verkaufte sie mitunter, kaufte sie später wieder zurück und schuf so über viele Jahre hinweg durch akribisches Studium eine unvergleichliche Sammlung.“

Was erwartet uns also? Angeführt wird die Offerte von zwei spektakulären Meisterwerken, deren Schätzpreise nicht öffentlich bekannt gegeben wurden, die jedoch jeweils im Bereich um 100 Millionen US-Dollar liegen. Mit besonders viel Spannung erwartet wird Jackson Pollocks Number 17A, 1948, das aus Pollocks entscheidender Schaffensphase stammt und das größte von dessen monumentalen Drip Paintings in Privatbesitz ist. Dazu Max Carter, Global Chairman of 20th and 21st Century Art, Christie’s: „[…] Pollocks Number 7A, 1948 ist mit Abstand das bedeutendste Gemälde des Künstlers, das seit Jahrzehnten auf einer Auktion angeboten wurde.“
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Ebenfalls hoch bedeutend und mit einer Schätzung im Bereich um 100 Millionen US-Dollar ausgestattet, ist Constantin Brâncușis Danaïde (ca. 1913), ein absolut wegweisendes Werk im Bereich der abstrakten Plastik oder wie Max Carter sagt „eines der wenigen wirklich vollendeten Objekte der Moderne“. Sechs Bronzegüsse wurden angefertigt, die sich vor allem in bedeutenden Museumssammlungen befinden. Nur drei wurden vergoldet. Das vorliegende Exemplar ist das einzige vergoldete in Privatbesitz. Als S. I. Newhouse Jr. Danaïde 2002 für 18 Millionen US-Dollar ersteigerte, bedeutete dies einen neuen Rekord für eine Skulptur.
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Sowohl für 17A, 1948 als auch Danaïde würde eine erfolgreiche Versteigerung im Bereich ihrer Schätzungen einen neuen Auktionsrekord für ihren jeweiligen Schöpfer bedeuten. Der aktuelle Rekord für Pollock liegt bei rund 61,2 Millionen US-Dollar, erzielt 2021 bei Sotheby’s mit Number 17, 1951, während Brâncușis Spitzenpreis in Höhe von rund 71 Millionen US-Dollar 2018 bei Christie’s für La jeune fille sophistiquée (Portrait de Nancy Cunard) gezahlt wurde.
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Weitere Highlights der Auktion sind Picassos Tête de femme (Fernande) (1909), eine Bronzeplastik, die den Beginn der kubistischen Skulptur markierte (Schätzpreis 40-60 Millionen US-Dollar), sowie Homme à la guitare, sein bedeutendsten Gemälde aus dem Jahr 1913, das sich einst in der Sammlung von Gertrude Stein befand (Schätzpreis 35-55 Millionen US-Dollar).
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Ebenfalls mit Schätzpreisen im zweistelligen Millionenbereich ausgestattet sind Andy Warhols Do It Yourself (Violin) von 1962 (20-30 Millionen US-Dollar), Jasper Johns’ Gray Target von 1958 (20-30 Millionen US-Dollar) und Figure 2 von 1955 (10-15 Millionen US-Dollar), Pablo Picassos La femme enceinte, 1er état von 1950 (18-20 Millionen US-Dollar), Henri Matisse’ Robe noire et robe violette von 1938 (30-50 Millionen US-Dollar), Joan Mirós Portrait de Madame K. von 1924 (25-35 Millionen US-Dollar) sowie Piet Mondrians Composition with Large Red Plane, Blue, Gray, Black and Yellow von 1921 (35-55 Millionen US-Dollar).
Die Gesamtschätzung für „Masterpieces: The Private Collection of S.I. Newhouse“ liegt bei ca. 462-595 Millionen US-Dollar. Zuzüglich der bisherigen Einzelverkäufe und der oben genannten früheren Auktionen könnte die Sammlung am 18. Mai die 1-Milliarde-Dollar-Marke knacken. Dies ist bislang nur einer einzigen Privatsammlung gelungen, nämlich jener von Paul. G Allen, die 2022 bei Christie’s unter den Hammer kam.
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