Der Detektiv kam scheinbar immer zu einer Lösung […] es wurde überhaupt nicht erwähnt, wie […] So hatte ich die Idee, wissenschaftliche Methoden in die Detektivarbeit einzubeziehen.
Arthur Conan Doyle, A Study in Scarlet, 1887

A Study in Scarlet („Eine Studie in Scharlachrot“) war der Roman, mit dem Arthur Conan Doyle (1859-1930) Sherlock Holmes erstmals der Welt vorstellte. 1886 sehnte sich der frischverheiratete Doyle verzweifelt danach, ein veröffentlichter Schriftsteller zu werden. In dieser frühen Zeit seiner Karriere arbeitete er an einem mysteriösen Roman namens A Tangled Skein („Ein Wirrwarr“), den er schließlich in A Study in Scarlet umbenannte, als er im Beeton’s Christmas Annual veröffentlicht wurde.
Mit seinem Werk ebnete Doyle den Weg zu einer völlig neuen Art des Detektivromans, in dem die Lösung des Verbrechens nicht mehr durch reinen Zufall zustande kommt, sondern durch wissenschaftliche Analyse und logisches Denken. Mit Dr. Watson, der Erzähler der meisten Geschichten, stellte er dem genialen aber auch exzentrischen Detektiv einen bodenständigen Begleiter zur Seite.
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A Study in Scarlet erhielt nicht viel Beachtung und auch der zweite Roman The Sign of Four („Das Zeichen der Vier“) von 1890 nicht. Erst die Erzählung A Scandal in Bohemia („Ein Skandal in Böhmen“) begründete die Popularität der Figur Sherlock Holmes. 1893 war die Popularität so groß, dass Doyle, der lieber historische Romane schreiben wollte, den Detektiv in der Erzählung The Final Problem („Das letzte Problem“ oder „Sein letzter Fall“) sterben ließ.
Die Trauer unter den Fans, darunter auch Arthur Conan Doyles Mutter, war groß. Doch bereits 1901 ließ er Sherlock Holmes für The Hound of the Baskervilles („Der Hund von Baskerville“) wiederauferstehen und revidierte den Tod des Detektivs schließlich 1903 in der Kurzgeschichte The Empty House („Das leere Haus“)
Ernest Hemingway, The Old Man and the Sea, 1952

Ernest Hemingways (1899-1961) Mühen als Schriftsteller sind gut dokumentiert und machen ihn noch immer zu einer großen Inspiration für Schriftsteller des 21. Jahrhunderts. Als er 1952 The Old Man and the Sea („Der alte Mann und das Meer“) veröffentlichte, stand seine Karriere an einem Wendepunkt, da er seit der Veröffentlichung von For Whom the Bell Tolls („Wem die Stunde schlägt“) im Jahr 1940 nichts geschrieben hatte, das von der Kritik gelobt worden war. Dadurch war Hemingways Ruf als Schriftsteller zu Beginn der 1950er Jahre stark angekratzt. Doch dann kam The Old Man and the Sea, der Hemingway wieder ins Rampenlicht rückte: 1953 erhielt er für das Werk den Pulitzer-Preis, 1954 den Literaturnobelpreis.
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Mit dem Roman verband Hemingway eine enge Beziehung, denn die Idee dazu trug er bereits seit 1936 mit sich herum. 1938 hatte er damit begonnen, den Stoff umzusetzen, doch die Arbeit daran kam zum Stillstand, als er sich For Whom the Bell Tolls zuwandte.
The Old Man and the Sea war nicht nur ein literarischer Triumph für Hemingway, sondern wurde auch zu einem der wichtigsten Aushängeschilder der modernen Literatur. Sogar Hemingways Rivale William Faulkner bezeichnete den Roman als „his best“.
George Orwell, Nineteen Eighty-Four, 1949

Nineteen Eighty-Four („1984“) von George Orwell (1903-1950) ist ein Roman, der der Gesellschaft den Spiegel vorhält und heute noch genauso erschreckend ist, wie bei seiner Erstveröffentlichung im Jahr 1949. Der Roman ist, wie so viele dystopische Meisterwerke des 20. und 21. Jahrhunderts, darunter Aldous Huxleys Brave New World („Schöne neue Welt“) und Margaret Atwoods The Handmaid’s Tale („Der Report der Magd“), von realen politischen Ereignissen und Bewegungen der Geschichte inspiriert. Orwells Roman bezieht Einflüsse vom NKWD und Stalins Regime sowie dem Kempeitai, der kaiserlich-japanischen Militärpolizei, der bis 1945 existierte.
Den Großteil des Textes schrieb Orwell 1947 auf der schottischen Insel Jura, während er eine Tuberkuloseerkrankung auskurierte. Zunächst hatte er den den The Last Man in Europe („Der letzte Mann in Europa“) vorgesehen, änderte dies jedoch 1948 nach einem Gespräch mit seinem Verleger Fredric Warburg.
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Ursprünglich sollte der Roman im Jahr 1980 spielen, dann 1982, bis es schließlich 1984 wurde. Damit bezog er sich auf das Jahr, in dem er sich für den Titel entschied: 1948.
Das Datum, an dem der Roman tatsächlich spielt, ist jedoch aufgrund der Manipulation und Kontrolle des Regimes hinsichtlich Geschichte und Daten unbekannt. Die Geschichte beginnt mit: „Es war ein strahlend kalter Tag im April, und die Uhren schlugen dreizehn“, wobei der Protagonist Winston Smith glaubt, es sei der 4. April 1984.
Wie auch andere dystopische Texte, darunter A Clockwork Orange („Uhrwerk Orange“), wurde Nineteen Eighty-Four im Laufe der Jahre aus Schulen und Verlagen verbannt und gehört damit zu den zehn am häufigsten verbotenen Büchern der Welt. Interessant ist jedoch, dass es gleichzeitig in 65 Sprachen übersetzt wurde, und damit der meistübersetzte englische Roman seiner Zeit war.









