Die Ursprünge des Diadems reichen bis in die Antike zurück. Bei den Griechen war ein Diadem zunächst eine einfache Stirnbinde aus Stoff, die vor allem von den Siegern der Olympischen Spiele getragen wurde (das griechische Wort diadema bedeutet "Stirnbinde"). Als Herrschaftssymbol krönten Diademe die Häupter von persischen Großkönigen, ägyptischen Pharaonen und hellenistischen Königen. Erst im 3. Jahrhundert kam das Diadem auch unter den Kaisern des römischen Reiches in Mode.

Deren Gemahlinnen waren ihnen um zwei Jahrhunderte voraus. Sie schmückten ihre Häupter bereits im 1. Jahrhundert mit Diademen, die sich wie ein Halbmond in ihrem Haar ruhten. Nachdem Diademe auch im Oströmischen Reich (Byzanz) getragen worden waren, gerieten sie im Mittelalter, in dem Frauen ihre Haare meist unter Hauben verbargen, aus der Mode.
In den folgenden Jahrhunderten spielten Diademe keine große Rolle. Dies ändere sich erst, als man im späten 18. Jahrhundert die Antike zu imitieren begann. Die Damen trugen an römische Tuniken erinnernde, hochgegürtete Hemdkleider und Diademe erlebten ein Revival als Krönung einer höfischen Galarobe.

Über besonders viele Diademe verfügte Kaiserin Joséphine, oft als Teil von prachtvollen Paruren, die sie von Napoleon geschenkt bekam. So großzügig, wie sich Joséphine beschenken ließ, beschenkte sie auch andere. Über ihre gleichnamige Enkeltochter, die unter dem Namen Josefina Königin von Schweden wurde, gelangten einige Schmuckstücke der Kaiserin, darunter auch das wundervolle Kameen-Diadem, das zuletzt von Kronprinzessin Victoria bei ihrer Hochzeit getragen wurde, in das skandinavische Land.
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Diademe waren von nun an aus dem Schmuckrepertoire adliger Damen nicht mehr wegzudenken und komplettierten Ball- und Staatsroben. Jedes Herrscherhaus ließ für seine Damen prachtvolle Exemplare anfertigen, die aus funkelnden Diamanten, schimmernden Perlen und anderen edlen "Zutaten" bestanden.

Die Art und Weise, ein Diadem zu tragen, änderte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts und passte sich der Mode an. Allgemein waren schmale Stirnbänder wieder en vogue, die eher an die ursprünglichen schmalen Stirnbänder der antiken Athleten erinnerten, denn an die prachtvollen Statussymbole der Aristokratie.
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Die heute bekannteste Sammlung von Diademen ist zweifellos jene der Queen. Vor allem durch die medienwirksam inszenierten königlichen Hochzeiten finden sie ihren Weg in Fernsehberichte und Zeitschriften. Die Antwort auf die Frage, welches Diadem sich die jeweilige Braut von der Queen ausleihen durfte, wird fast genauso sehnsüchtig erwartet, wie das Aussehen des Hochzeitskleides.
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Dank der allgemeinen Demokratisierung und der Fülle an günstigen Materialien ist es heute praktisch jedem möglich, nach Belieben mit einem Diadem herumzulaufen: vom kleinen Mädchen, das gerne einmal Prinzessin sein möchte, bis hin zur Schönheitskönigin oder Debütantin.

Auch auf dem Auktionsmarkt macht sich das noch immer aktuelle Interesse an den prestigeträchtigen Schmuckstücken bemerkbar. Für diamantbesetzte Diademe werden hohe Summen gezahlt, vor allem, wenn sie eine interessante Provenienz aufweisen können. So wechselte ein Diadem, das Erzherzogin Marie Valerie von Österreich anlässlich der Hochzeit ihrer Tochter Hedwig 1918 in Auftrag gegeben hatte, für stolze 186.000 Euro (inkl. Aufgeld) den Besitzer.

Das bislang teuerste Diadem der Auktionsgeschichte wurde jedoch im Jahr 2011 von Sotheby's in Genf für 11.282.500 CHF (8.789.068 Euro) versteigert. Auftraggeber dieses Prachtstücks war um 1900 der Großindustrielle Guido Graf Henckel von Donnersmarck, der damit seine zweite Ehefrau beglückte. Die elf darin eingearbeiteten Smaragde sollen, wie könnte es anders sein, aus dem einstigen Besitz der "Diadem-Kaiserin" Joséphine stammen.
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![LONDON, ENGLAND - 29. APRIL: Catherine Middleton trifft am 29. April 2011 an der Westminster Abbey ein, um an der Hochzeit von Prinz William und Catherine Middleton teilzunehmen. Die Hochzeit des zweiten britischen Thronfolgers wird vom Erzbischof von Canterbury geleitet und von 1900 Gästen besucht, darunter Mitglieder ausländischer Königsfamilien und Staatsoberhäupter. Tausende von Gratulanten aus der ganzen Welt strömten ebenfalls nach London, um das Spektakel und den Prunk der königlichen Hochzeit mitzuerleben. (Foto von Pascal Le Segretain/Getty Images [Detail])](https://images.prismic.io/barnebys/7dc6d710-b7bb-4e65-ae86-e65837e01bfa_DiademTitel.png?auto=compress,format)

