Einen passenderen Rahmen kann man sich für die Versteigerung einer seltenen Zeichnung von Leonardo da Vinci nicht vorstellen: Die Studie eines Bärenkopfes kommt am 8. Juli im Zuge von Christie’s Exceptional Sale in London versteigert.
Bei der auf einem nur 7 x 7 cm messenden Stück Papier ausgeführten Silberstiftzeichnung handelt es sich um eine von nur acht Zeichnungen des Renaissance-Meisters, die sich, abgesehen von jenen in der British Royal Collection und der Devonshire Collection, in privater Hand befinden.
Durch seinen Bildträger lässt sich die Zeichnung mit drei weiteren kleinformatigen Tierstudien Leonardos in Zusammenhang bringen, die Teil von Museumssammlungen in England, Schottland und den USA sind und allesamt in die erste Hälfte der 1480er Jahre datieren. Auch konstatieren die Experten von Christie’s dem Bärenkopf eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Kopf des Hermelins in dem Da Vinci-Gemälde Die Dame mit dem Hermelin, das um 1489/90 entstand und heute im Czartoryski-Museum in Krakau ausgestellt wird.
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Im wieder wird die Urheberschaft Leonardos an ihm zugeschriebenen Werken in Frage gestellt, wie zuletzt im Falle der Flora-Büste im Berliner Bode-Museum oder, als prominentestes Beispiel, im Falle des Rekordgemäldes Salvator mundi. Die Authentizität der Bärenzeichnung wird jedoch nicht in Frage gestellt.
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Die bevorstehende Auktion im Juli ist nicht das erste Mal, das die Zeichnung bei Christie’s versteigert wird, wie Ben Hall, Chairman, Old Master Paintings, Christie’s New York, zu berichten weiß: „Ich freue mich sehr, dass dieses Meisterwerk, eines der bedeutendsten Werke der Renaissance, das sich noch in Privatbesitz befindet, nach seinem ersten Verkauf im Jahr 1860 erneut Christie’s anvertraut wurde. Über viele Jahrhunderte hinwegkam das Werk im Besitz einiger der angesehensten Sammler auf dem Gebiet der Alten Meister, darunter auch der jetzige Eigentümer, der es seit 2008 sein Eigen nennt. Ausgestellt in den renommiertesten Museen und von aller Welt bewundert, fühlt sich Christie’s nun geehrt, diesen Leonardo in dieser Saison auf den Markt zu bringen.“
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Im Jahr 1860 hatte Samuel Woodburn die Zeichnung bei Christie’s versteigern lassen. Er hatte sie dreißig Jahre zuvor vom englischen Maler Sir Thomas Lawrence geerbt dessen Händler und größter Geldgeber er gewesen war. Lawrence ist auch der früheste namentlich fassbare Besitzer von Kopf eines Bären. Verkauft wurde die Zeichnung 1860 für 2,50 GBP. Die Inflation der letzten 161 Jahre einmal außer Acht gelassen, erwarten die Experten des Auktionshauses nun einen deutlich höheren Betrag.
„Nachdem Christie’s 2001 Leonardo da Vincis Zeichnung Pferd und Reiter für 8 Millionen Pfund (11 Millionen US-Dollar) verkauft hat, die noch immer den Weltrekord für eine Zeichnung des Künstlers hält, sind wir stolz darauf, ein weiteres Werk des wohl größten Zeichners, den die Welt je gesehen hat, anbieten zu dürfen. Ich habe allen Grund zu der Annahme, dass wir im Juli einen Rekord für Kopf eines Bären erzielen werden, einer der voraussichtlich letzten Zeichnungen Leonardos, die auf den Markt kommen werden“, erklärt Stijn Alsteens, International Head of Department, Old Masters Group, Christie’s Paris, hinsichtlich des für die Zeichnung festgelegten Schätzpreises von 8-12 Millionen GBP.
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