Thomas Gainsborough kam 1727 in Sudbury in der südostenglischen Grafschaft Suffolk zur Welt. Durch das Glück, einen wohlhabenden Tuchhändler zum Vater zu haben, war es ihm im Alter von 13 Jahren möglich, nach London zu gehen und sein großes künstlerisches Talent formen zu lassen.

In London erhielt er Unterricht beim französischen Kupferstecher Hubert-François Gravelot sowie beim Maler Francis Hayman an der St. Martin's Academy. Den größten Einfluss auf den jungen Künstler und sein Werk hatten das französische Rokoko und die niederländische Landschaftsmalerei. Bei letzterer vor allem durch die Werke Jacob van Ruisdaels.
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Im Alter von nur 19 Jahren ging Thomas Gainsborough heimlich die Ehe mit der um drei Jahre jüngeren Margaret Burr ein, einer unehelichen Tochter des Duke of Beaufort. Dies verhalf ihm zu einer finanziellen Unabhängigkeit, die ihm seine Malerei bisher nicht hatte einbringen können, da er sich noch immer hauptsächlich mit Landschaften beschäftigte, die beim englischen Publikum jedoch kaum beliebt waren.

Das junge Ehepaar zog von London nach Ipswich, einem ebenfalls in Suffolk gelegenen Städtchen, und Thomas Gainsborough begann, den dortigen Landadel in einer Weise zu porträtieren, die er sich von seinem Lehrer Hayman, der lange als Bühnenmaler gearbeitet hatte, abgeschaut hatte: Er malte ganzfigurige Porträts seiner Auftraggeber, die er vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen Besitzungen platzierte.
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1759 zog die Familie Gainsborough, zu der mittlerweile zwei Töchter gehörten, in den mondänen Badeort Bath, wo sie am eleganten Circus residierte. Durch den als Exzentriker verschrienen Offizier und Schriftsteller Philip Thicknesse wurde er in die gehobene Gesellschaft eingeführt und schon bald zu deren bevorzugtem Porträtisten.

1768 zählte Thomas Gainsborough zu den Gründungsmitgliedern der Royal Academy of Arts, was den Beginn der Konkurrenz zu dem etablierten Londoner Porträtmaler Joshua Reynolds markierte, die sich noch verstärkte, als Gainsborough sechs Jahre später ganz nach London zog.
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Ein Streitthema war beispielsweise die Frage, ob man die Farbe Blau großflächig im Zentrum eines Gemäldes verwenden könne. Reynolds war ganz klar dagegen. Gainsborough war anderer Auffassung und schuf The Blue Boy – ein Porträt des jungen Jonathan Buttall, Sohn eines Eisenwarenhändlers – als Gegenbeweis. The Blue Boy ist heute eines der bekanntesten Werke Gainsboroughs und wird immer wieder in Literatur und Film zitiert.

In den folgenden Londoner Jahren wurde Gainsborough zum bevorzugten Maler der königlichen Familie. 1782 schuf er – vermutlich im Auftrag von Königin Charlotte – eine Serie von fünfzehn ovalen Porträts des Königspaares und seiner dreizehn Kinder.
Nach Streitigkeiten mit der Royal Academy im Allgemeinen und mit Joshua Reynolds im Besonderen, wandte sich Gainsborough von den Ausstellungen der Institution ab und veranstaltete eigene in seinem Londoner Privathaus.
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Es folgte die kurze, gereifte Phase im Schaffen des Malers, in der dieser, dem Geschmack der Zeit nachkommend, mit seinen fancy pictures auf gefühlvolle Weise ländliche Motive umsetzte, was auch in den Porträts dieser Phase des Malers zum Ausdruck kam. Auffallend ist hierbei die Rückbesinnung zur altmeisterlichen Manier, für die sich Gainsborough bereits in jungen Jahren begeistert hatte.

Thomas Gainsborough starb am 2. August 1788 in London. Die Landschaftsbilder, mit denen er zu Lebzeiten nur wenig Erfolg hatte, sollten jedoch, was die genaue Beobachtung und Umsetzung der Lichtverhältnisse betrifft, großen Einfluss auf dieses Genre im 19. Jahrhundert haben.
Der aktuelle Auktionsrekord für Thomas Gainsborough wurde Anfang Juli 2029 bei Sotheby's in London aufgestellt, als das Gemälde Going to Market, Early Morning (ca. 1773) für 7.961.000 GBP versteigert wurde.
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