1886 kaufte der schwedische Maler Anders Zorn direkt neben der Kirche in Mora ein Stück Land, auf dem sein Großvater einst ein einfaches Blockhaus gebaut hatte. Der Platz bot einen herrlichen Ausblick auf die Berge im Nordwesten und der Ort Mora bestand zu jenem Zeitpunkt aus lediglich einer Handvoll Häusern. Doch die Pläne für das, was einmal Zorngården heißen sollte, hatte Anders Zorn bereits im Kopf.

1888/89 wurden die Pläne in die Realität umgesetzt und der Hof dahingehend erweitert, dass Anders und seine Frau Emma ihre eigenen Räume im erste Stock bewohnen konnten, wenn Anders Mutter, Großmutter und Halbschwester zu Besuch kamen. Die ersten Jahre nach dem Umbau von Zorngården waren Anders und Emma noch viel auf Reisen und lebten zeitweilig in Paris. Der endgültige Umzug nach Mora erfolgte erst 1896, was weitere Umbauten nach sich zog.
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Alle Ideen zum Um- und Ausbau von Zorngården stammten von Anders Zorn selbst. Von seinen Skizzen hat jedoch keine die Jahre überdauert. Der dritte und letzte Umbau erfolgte zwischen 1908 und 1910.
Auf jedes Detail wurde wert gelegt: Vom Türgriff über die Holzverkleidung der Wände bis hin zur monumentalen Statue von König Gustav Wasa.

Die grundsätzliche Inspiration für das Haus war die traditionelle Holzbauweise der Region. Doch ist auch der Einfluss der englischen Art and Crafts-Bewegung zu spüren, vor allem was die großen Veranden, steilen Decken und spitzen Fenster betrifft. Wie die Vertreter jener künstlerischen Bewegung, empfand auch Zorn die Massenproduktion des Industriezeitalters als Bedrohung für die traditionelle Handwerkskunst.
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In der unteren Galerie, die Zugang zu den Räumen im ersten Stock bietet, hängen niederländische Gemälde des 17. Jahrhundert. Für die Fenster wurde mittelalterliche Glasmalerei des 13.-16. Jahrhunderts "recycelt" - eine Idee, die auch von der Arts and Crafts-Bewegung stammen könnte.
In der unteren Etage betritt man von der Galerie aus die Küche, das Esszimmer und zwei Gästezimmer. Emma Zorn, die aus einer wohlhabenden Familie stammte, die in Stockholm ein mehrstöckiges Haus bewohnte, sorgte dafür, dass Haus bei aller Liebe zur Tradition, mit modernen Annehmlichkeiten, wie beispielsweise einem Edelstahlspülbecken, ausgestattet wurde und auf Gäste einen repräsentativen Eindruck machte.

Emma musste sich mit ihrem Faible für moderne Gerätschaften gegen ihren Mann durchsetzten, der all dem skeptisch gegenüberstand. Letztendlich verfügte Zorngården schließlich doch über einen Warmwasserbereiter, einen Kühlschrank, einen Staubsauger und eine Dampfheizung - lauter Dinge, die damals in schwedischen Haushalten noch eher unüblich waren.

Im Esszimmer bewirtete das Ehepaar Zorn seine Gäste, bei denen es sich neben Familienmitgliedern um andere Künstler, Unternehmer oder sogar Könige handelte. Die Ausstattung des Raumes trägt ganz und gar Anders' Handschrift, der für Möbel und Dekoration Farben wählte, wie sie sonst nur in Wandteppichen zu finden waren. Inspiriert von traditioneller Handwerkskunst, hatte er auch die Möbel entworfen.
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Das dunkle Gästezimmer wurde mit Möbeln aus Emmas Elternhaus eingerichtet und mit Kunstwerken von Per Hillerström und Egron Lundgren dekoriert.
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Das weiße Gästezimmer mit seinen Möbeln aus dem 18. Jahrhundert zieren drei Gemälde des Prinzen Eugen, der jüngste Sohn von König Oskar II. Eugen, ein begabter Maler und Kunstsammler, bewohnte den Raum während eines Aufenthaltes im Jahr 1902. Die drei Bilder ließ er als Andenken da. Die helle Einrichtung des weißen Gästezimmers unterschiedet sich sehr vom Rest des Hauses und war vermutlich vom Interieur von Prinz Eugens kleinem Schloss Waldemarsudde auf der Stockholmer Halbinsel Djurgården inspiriert.

Blickfang in einem Raum mit gelber Satintapete und Mahagoni- und Nussbaummöbeln des 19. Jahrhunderts ist ein Empire-Bett des Möbelherstellers Johan Jung. Bei dem Raum handelt es sich um Emmas Schlafzimmer, an dessen Wänden frühe Werke ihres Mannes hängen.
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Emma interessierte sich sehr für die Literatur und verfügte in Zorngården über eine kleine Bibliothek. In dem Raum, der stilistisch dem Schlafzimmer angepasst ist, finden sich Geschichtsbücher über die nordischen Völker, aber auch Schriften der zeitgenössischen Autorin und Kämpferin für das Frauenwahlrecht Anna Söderblom. Emma war auch maßgeblich an der Einrichtung der ersten öffentlichen Bibliothek von Mora beteiligt.

Die Gemälde von Alexander Roslin und Gustav Lundberg im Grünen Zimmer stammen aus Emmas Elternhaus. Das Zimmer ist im Louis-Seize-Stil eigerichtet, dessen schwedisches Äquivalent der Gustaviansiche Stil ist.
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Der eklektische Stil, der die Inneneinrichtung von Zorngården bestimmt, kommt vor allem in dem großen Raum in der zweiten Etage zum Ausdruck. Hier vereinen sich die Traditionen der Handwerkskunst mit den Idealen der Arts and Crafts-Bewegung, die gekonnt mit Möbeln und Gegenständen verschiedener Kulturen und Epochen kombiniert wurden und so das große kulturelle Interesse des Ehepaares Zorn widerspiegeln.


In der obersten Etage des Hauses befindet sich unter anderem das Bergmannszimmer, das seinen Namen seiner Tapete aus dem 18. Jahrhundert verdankt, die auf der Auktion in einem Bergmannshaus ersteigert worden war.
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Zorngården widerspiegelt auf wundervolle Art und Weise das Interesse seines Schöpfers an Kunst und Geschichte, die handwerklichen Traditionen aus der bäuerlichen Umgebung und Emmas bürgerlichen Stil, den sie aus Stockholm mitgebracht hatte. Nur durch diese Kombination aus unterschiedlichen Einflüssen konnte dieses einmalige Anwesen entstehen, das ebenso repräsentativ und beeindruckend als auch vielseitig und verspielt ist.
Die für den Artikel verwendeten Bilder wurden von Åke E:son Lindman im Buch Zorngården (2017) veröffentlicht. Die Texte entstanden in Zusammenarbeit mit Zorngården. Besuchen Sie für weitere Informationen die Website des Museums.
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Aktualisierte Version eines Artikels vom 21. Dezember 2018









