Muhammad Alis (1942-2016) Ruhm als einer der bedeutendsten Sportler des 20. Jahrhundert ist unbestritten. Auch sein Engagement in der Bürgerrechtsbewegung ist kein Geheimnis. Dass der US-amerikanische Boxer aber auch eine künstlerische Seite hatte, war weniger bis gar nicht bekannt.
Dies änderte sich jedoch durch eine Sportmemorabila gewidmete Auktion, die Bonhams am 5. Oktober in New York präsentiert hatte. Teil der 200 Lose starken Offerte waren auch 28 Werke Alis, die sich auf den Boxsport, aber auch auf sein soziales Engagement und Religion beziehen.
In einer Pressemitteilung äußerte sich Helen Hall, Leiterin der Abteilung für Popkultur bei Bonhams: „Muhammad Ali war eine kulturelle Ikone, die eine ganze Generation geprägt hat. Seine Kunstwerke widerspiegeln die Themen, die ihm am Herzen lagen: Boxen, Bürgerrechte, Religion und Weltfrieden sowie Humanität. Diese Auktion bietet Käufern die unglaublich seltene Gelegenheit, einzigartige und bedeutungsvolle Kunstwerke vom „Größten aller Zeiten“ zu erwerben.“
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Die Liebe zur Kunst war dem unter dem Namen Cassius Clay geborenen Muhammad Ali in die Wiege gelegt worden. Sein Vater, Cassius Clay Sr., verdiente den Lebensunterhalt seiner Familie als Schildermaler und ermutigte seinen Sohn, sich künstlerisch zu betätigen. Auch einige Gemälde von Cassius Clay Sr. waren Teil der Offerte.

Durch seine Sportlerkarriere mit Beschlag belegt, trat Ali jedoch erst 1967 als Künstler in Erscheinung, als er einige Zeichnungen für das sozialkritische Magazin Avant Garde anfertigte, die sein Engagement in der Bürgerrechtsbewegung visualisierten. In jenem Jahr waren Ali die Boxlizenz entzogen und der Weltmeistertitel entzogen worden, nachdem er, angesichts des Vietnamkriegs, den er ablehnte, den Wehrdienst verweigert hatte.

Zehn Jahre später, Ali hatte mittlerweile sein grandioses Comeback gefeiert, traf er den Historiker und Sammler Rodney Hilton Brown, der damals eine Galerie in Manhattan besaß. Hilton Brown wurde nicht nur ein enger Freund des Sportler, sondern ermutigte diesen auch, sich verstärkt künstlerisch zu betätigen. Die Kunstwerke von Muhammad Ali, die Bonhams am 5. Oktober versteigerte, stammten aus der Sammlung Hilton Browns, der dieses Jahr die Biografie Muhammad Ali: The Untold Story: Painter, Poet & Prophet veröffentlichte und darin die eher unbekannte Seite seines langjährigen Freundes beleuchtet.
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Die in der Auktion angebotenen Kunstwerke wurden hauptsächlich mit Filzstiften ausgeführt. Highlight der Offerte war Sting Like A Bee von 1978, das anschließend in einer limitierten Auflage von 500 Siebdrucken veröffentlicht wurde.

Das mit Filzstift und Acrylfarbe auf Papier ausführte Werk ist das einzige, das ein ganzes Gedicht Alis enthält: „Ref, he did float like a butterfly and sting like a bee!“ („Schiri, er schwebte wie ein Schmetterling und stach wie eine Biene“) ist in der linken Sprechblase, die zu dem unterlegenen Boxer gehört, zu lesen, während der davonlaufende Schiedsrichter ruft: „Yes, if you were smart, you run like me“ („Ja, wenn du klug wärst, würdest du wie ich davonlaufen“).
Ali bezog sich damit auf den weltberühmten Ausspruch, den er 1964 im Vorfeld seines Kampfes gegen den amtierenden Weltmeister Sonny Liston hatte verlauten lassen, als er als der vermeintlich Unterlegene in den Ring stieg: „Float like a Butterfly. Sting like a bee. The hands can't hit what the eyes can't see.“ („Schwebe wie ein Schmetterling, stich wie eine Biene. Die Hände können nicht treffen, was die Augen nicht sehen“).
Sting Like A Bee wurde für 425.312 USD (367.853 Euro) versteigert. Ein Ergebnis, das den unteren Schätzpreis verzehnfachte und einen Auktionsrekord für ein Kunstwerk Muhammad Alis bedeutet.
26 der insgesamt 28 angebotenen Kunstwerke der Boxlegende konnte Bonhams erfolgreich versteigern. Erzielt wurden mit ihnen 945.524 USD (814.772 Euro), was etwa dem Dreifachen des vorab veranschlagten unteren Schätzpreises entspricht.
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