Im Jahr 1759 gründete Josiah Wedgwood (1730-1795) eine Porzellan- und Keramikfabrik in Burslem, Staffordshire. Dank des einzigartigen Stils seiner Kreationen wurde Wedgwood schnell zu einem der Symbole der englischen industriellen Revolution und produzierte hochwertige Keramik in großen Stückzahlen nach einem standardisierten System. 1765 wurde die Manufaktur zum Lieferanten der königlichen Familie und erhielt das Recht, ein Service mit „Queen's Ware“ zu bezeichnen.

1769 erweiterte Wedgwood seine Produktionsstätte, die den Namen Etruria erhielt, um seine Vorliebe für etruskische Antiquitäten zum Ausdruck zu bringen und dem Florenz der Renaissance Tribut zu zollen.
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Anerkannte Künstler, darunter James Tassi und John Flaxman, machten das Unternehmen im späten 18. Jahrhundert weltberühmt. Inspiriert von der Portland-Vase aus dem 1. Jahrhundert v. Chr., die im British Museum aufbewahrt wird, entwickelten sie das ikonische Design, das zum Synonym für Wedgwood wurde: die Jasperware, das Reliefmuster mit einem schlichten Untergrund kombiniert.

Inspiration für dieses Design waren im weitesten Sinne antike Friese und Kameen. Die andere Referenz war das blauweiße chinesische Porzellan der Ming-Dynastie, denn die Jasperware wurde ebenfalls am häufigsten in dieser Farbkombination hergestellt. Der Grund dafür war strategischer Natur, da Wedgwood aus kommerzieller Sicht die Absicht hatte, importierte chinesische Waren durch im Inland hergestellte Keramik zu ersetzen.
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Obwohl Josiah Wedgwood ein der Vergangenheit zugewandter Mann war, vernachlässigte er die Herausforderungen seiner Zeit nicht und setzte bei der Produktion auf Modernisierung und Innovation. Als engagierter Unternehmer und Aktivist nutzte er seine Produktion zudem zur Verbreitung politischer Botschaften.
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1787 ließ er in seinem Betrieb ein Medaillon mit der Darstellung eines angeketteten schwarzen Sklaven als Siegel für die neu gegründete Society for the Abolition of the Slave Trade ("Gesellschaft zur Abschaffung des Sklavenhandels") in Großbritannien anfertigen. Es trug die Inschrift: Am I Not a Man and a Brother? („Bin ich kein Mann und kein Bruder?“). Das Medaillon war ein voller Erfolg in der High Society, die es oft als Anhänger oder am Revers trug. Der Sklavenhandel wurde in Großbritannien 1807 abgeschafft.

Der Wedgwood-Stil wurde auch außerhalb Großbritanniens berühmt und imitiert und Josiah Wedgwood reiches Erbe, er starb 1795, wurde von seinen Nachkommen fortgeführt.
1909 überredete die selbstbewusste angehende Künstlerin Daisy Makeig-Jones Cecil Wedgwood dazu, sie einzustellen. Nachdem sie ihr ernsthaftes Talent bewiesen hatte, begann Daisy mit der Gestaltung fernöstlicher Drachenmuster, die zu reichen Mustern aus Fischen, Vögeln und Früchten und schließlich zu ihrem prächtigen Fairyland Lustre-Designs führten.

1915 kamen Daisy Maekig-Jones skurrilen Fairyland-Designs auf den Markt und erfreuten sich sofort großer Beliebtheit, da die fantastischen Dekore die Möglichkeit einer Flucht vor den Schrecken des Ersten Weltkrieges boten. In den Goldenen Zwanzigern erfreuten sich die Designs vor allem in den USA großer Beliebtheit und erwiesen sich für Wedgwood als lukrative Möglichkeit, auf dem amerikanischen Markt an Popularität zu gewinnen. Dann machte jedoch die Weltwirtschaftskrise dem neuen Aufschwung ein Ende. Wedgwood konnte Daisys farbenfrohe und teure Designs nicht länger herstellen. 1929 wurde Fairyland Lustre eingestellt und Wedgwood wandte sich mit einer neuen künstlerischen Leitung einem strengeren Designansatz zu.

Im 20. Jahrhundert wurde das Unternehmen von der Industriekrise schwer getroffen. 1987 fusionierte es mit der irischen Gruppe Waterford Crystal und wurde zu Waterford Wedgwood, das 2015 wiederum vom finnischen Unternehmen Fiskars übernommen wurde. Das Wedgwood-Museum wurde 2008 eröffnet und präsentiert 80.000 Objekte, Manuskripte und Fotos, die die Geschichte von Wedgwood nachzeichnen.
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Über 250 Jahre nach der Gründung geht die Saga des Unternehmens Wedgwood weiter. Die Manufaktur beliefert noch immer renommierte Kunden und die seltensten Stücke erzielen bei Auktionen bemerkenswerte Preise, wie zum Beispiel die First Day's Vase (1769), die am 7. Juli 2016 bei Christie's London für 482.500 GBP (578.035 Euro) verkauft wurde. Dabei handelte es sich um eine der sechs First Day's-Vasen, die Josiah Wedgwood am Eröffnungstag seiner Fabrik in Etruria herstellen ließ. Heute sind nur noch vier davon bekannt, von denen sich zwei im Victoria & Albert Museum und eine weitere noch immer im Besitz der Familie Wedgwood befinden. Die versteigerte Vase wurde vom britischen Kulturminister vor dem Export gerettet und wird im Potteries Museum & Art Gallery in Staffordshire ausgestellt.
Es gibt jedoch auch Wedgwood-Kreationen, die auf dem Auktionsmarkt für wesentlich weniger Geld zu haben sind. Dem Beginn einer eigenen Wedgwood-Sammlung steht also nichts im Wege.










