Als Marilyn Monroe in der Nacht vom 4. August 1962 starb, erschütterte diese Nachricht Fans auf der ganzen Welt, die nicht begreifen konnten, warum ein so beliebter Filmstar im Alter von nur 36 Jahren aus dem Leben scheiden musste. Auch wenn (unbeabsichtigter) Selbstmord als wahrscheinlichste Erklärung angegeben wurde, wurde und wird viel spekuliert. Im Laufe der Jahre haben Interviews und Erinnerungen von Weggefährten sowie Briefe und Dokumente ein wenig Licht ins Dunkel gebracht – oder vielmehr jene dunkle Seite näher beleuchtet, die die Hollywood-Ikone Marilyn Monroe ihr Leben lang begleitet hatte.
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Unehelich geboren und hauptsächlich in Pflegefamilien aufgewachsen, sehnte sich Norma Jeane, wie Marilyn eigentlich hieß, nach Anerkennung. Eine Karriere als Schauspielerin erschien ihr als erstrebenswert. Ihr sensationelles Aussehen ebnete ihr einerseits den Weg, stellte ihr jedoch andererseits Hindernisse in den selbigen, die sie von anspruchsvollen Rollen fernhielten. Hinzu kamen persönliche Unsicherheiten und Versagensängste. Um diese zu bekämpfen, war sie bestrebt, sich als Schauspielerin beständig fortzubilden. Leider griff sie auch immer häufiger zu Beruhigungs- und Schlaftabletten, was sich negativ auf ihre Arbeit auswirkte. Auch privat hatte sie kein Glück und am Ende ihres viel zu kurzen Lebens drei geschiedene Ehen und einen schmerzlich unerfüllten Kinderwunsch vorzuweisen.
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Doch hatte Marilyn auch langjährige Freunde, die sie abseits des Hollywood-Glamours als warmherzige, humorvolle und intelligente Frau kennenlernen durften. Zu diesen Freunden zählte das Ehepaar Rosten. Den Lyriker Norman Rosten und dessen Ehefrau Hedda hatte Marilyn 1955 in New York kennengelernt. Sie war im Jahr zuvor dorthin gezogen, um dem ausbeuterischen Studio-System in Hollywood zu entkommen und gemeinsam mit ihrem guten Freund, dem Fotografen Milton Greene, eine eigene Produktionsfirma zu gründen. Nebenbei besuchte sie die Schauspielklassen des berühmten Actors Studio.

Am 1. Juni 2026, der Tag, an dem Marilyn 100 Jahre alt geworden wäre, präsentiert Heritage Auctions in Dallas mit „The Marilyn Monroe Collection from the Estate of Norman and Hedda Rosten“ eine Auktion, die viele sehr persönliche Erinnerungsstücke umfasst, die nun nach 60 Jahren im Besitz der Familie Rosten versteigert werden. Die rund 100 Lose der Auktion umfassen hauptsächlich zwischen 1955 und 1962 verfasste handgeschriebene Briefe, Notizen und Gedichte, Aquarelle, Dokumente sowie persönliche Gegenstände, Kleider und Accessoires, von denen einige bislang völlig unbekannt waren. Marilyn zeigte Norman Rosten häufig ihre selbstverfassten Gedichte und er bestärkte sie darin, weiterzumachen.
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Doch nicht nur Marilyn kommt zu Wort. Ein besonderes Los ist etwa ein Brief von Arthur Miller, in dem dieser die gemeinsame Ehe analysiert.

Marilyn und der mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Schriftsteller und Dramatiker (Tod eines Handlungsreisenden, 1949) waren sich das erste Mal 1951 in Los Angeles über den Weg gelaufen, wodurch eine gegenseitige Bewunderung entstanden war. Vier Jahre später trafen sie sich in New York wieder. Miller hatte gemeinsam mit Rosten die Universität besucht und war noch immer mit ihm befreundet. 1956 heirateten sie. Für Miller war es die zweite Ehe, für Marilyn die dritte. Doch die große Verliebtheit wurde schnell von der Realität eingeholt. Kurz nach der Hochzeit zog das frischgebackene Ehepaar für einige Monate nach England, wo Marilyn für den Film Der Prinz und die Tänzerin vor der Kamera stand. Hedda Rosten, die mittlerweile als Marilyns Assistentin arbeitete, war auch dabei. Die Dreharbeiten, vor allem die Zusammenarbeit mit Co-Star und Regisseur Laurence Olivier, erwiesen sich für Marilyn als äußerst schwierig, sodass Miller schon bald von dem idealisierten Bild, das er von Marilyn gehabt hatte, Abstand nehmen musste. Ein entsprechender Eintrag in seinem Tagebuch, das Miller offen hatte herumliegen lassen und den Marilyn dadurch entdeckte, erschütterte die Schauspielerin zutiefst.
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Ein wichtiges historisches Dokument ist ein bislang unveröffentlichter Brief von Dr. Ralph Greenson an Norman Rosten. Greenson war ab 1960 Marilyns Psychoanalytiker in Los Angeles gewesen. In dem Brief vom 15. August 1962 beschreibt Greenson die Ereignisse am Tag von Marilyns Tod und sein Empfinden darüber. Er war eine der letzten Personen gewesen, die Marilyn gesehen und mit ihr gesprochen hatten.
„Marilyn Monroe bleibt eine der beständigsten und einflussreichsten Persönlichkeiten der amerikanischen Populärkultur – eine Präsenz, die Generationen geprägt hat und uns bis heute in ihren Bann zieht“, sagt Joe Maddalena, Executive Vice President von Heritage Auctions. „Während ihr Bild und ihre Geschichte immer wieder neu beleuchtet wurden, sind Gelegenheiten, ihr auf so direkte und ungefilterte Weise zu begegnen, äußerst selten. Die außergewöhnlichen Briefe und Notizen, die dank ihrer engen und vertrauensvollen Beziehung zu Norman und Hedda Rosten erhalten geblieben sind, offenbaren eine Seite Monroes, die bislang weitgehend verborgen blieb: zutiefst persönlich, suchend und tief menschlich. Dies ist nicht bloß eine Sammlung bekannter Artefakte, sondern ein bemerkenswertes Archiv an Primärquellen, das neue Einblicke in ihre Innenwelt gewährt – und eine wahrlich einmalige Gelegenheit für Sammler, Wissenschaftler und Bewunderer gleichermaßen darstellt.“
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