Moderne und Zeitgenössische Kunst der Spitzenklasse kommt diese Woche in London unter den Hammer. Diese Frühjahrsauktionen von Sotheby’s und Christie’s gelten als traditionell Test für die anstehende Auktionssaison. Und die Ergebnisse machen Lust auf mehr.
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Als erste Top-Auktion stand am 4. März Sotheby’s „Modern & Contemporary Evening Auction“ auf der Agenda von Kunstfreunden und Sammlern. Spitzenkunst aus mehreren bedeutenden Sammlungen umfasste über 100 Jahre Kunstgeschichte vom Impressionismus bis in die jüngere Zeit.
Als besonders erfolgreich erwies sich die Lewis Collection mit bedeutenden Werken der School of London. Hier wurde mit Francis Bacons Self-Portrait (1972) das höchste Ergebnis erzielt: 16.035.000 GBP. Während sich Lucian Freuds Blond Girl on a Bed (1987) und A Young Painter (1957-58) mit 7.410.000 GBP bzw. 7.166.000 GBP weitere Plätze in der Top 5 des Abends sichern konnten, sorgte vor allem Leon Kossoffs Hauptwerk Children’s Swimming Pool, 11 o’clock Saturday Morning, August (1969) für Aufsehen, als es seinen Schätzpreis in Höhe von 600.000-800.000 GBP weit hinter sich ließ und mit den erzielten 5.214.000 GBP einen neuen Auktionsrekord für seinen Schöpfer aufstellte.
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Platz 2 und 3 der Top 5 gingen an Lucio Fontanas Concetto spaziale (1960), das aus einer deutschen Privatsammlung stammte (9.825.000 GBP) sowie an Claude Monets Maison de jardinier (1884), das seinen Weg aus einer weiteren Privatsammlung in die Auktion gefunden hatte (8.215.000 GBP). Am Ende des Abends blieb kein Werk unverkauft und das Gesamtergebnis lag bei 131 Millionen GBP, was einer Verbesserung gegenüber der entsprechenden Auktion im Vorjahr von 110% entspricht.
Dazu Alex Branczik, Vorsitzender der Abteilung für moderne und zeitgenössische Kunst bei Sotheby’s London: „In meinen 22 Jahren bei Sotheby’s in London haben wir in meinem Fachgebiet bis heute Abend noch kein White Glove-Ergebnis für eine Auktion mit Einlieferungen verschiedener Besitzer erlebt. Der Erfolg der Auktion zeugt von der Qualität der Sammlungen aus Einzelbesitz und der herausragenden Werke, die uns anvertraut wurden und die gemeinsam Gebote aus nicht weniger als 40 Ländern anregten. Wenn man ein Gemälde von solch hoher Qualität wie das Kossoff-Gemälde zum ersten Mal seit 30 Jahren anbietet, ist es ein großartiges Gefühl, es in einer Sammlung unterbringen zu können, in der es genauso glänzen wird wie in der Lewis Collection.“

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Christie’s präsentierte seine drei Hauptauktionen der Londoner Marquee Week am Abend des 5. März. Den Auftakt bildete der „20th/21st Century: London Evening Sale“, der insgesamt 114.175.900 GBP einbrachte mit einer Verkaufsquote per Los von 98%.
Das Top-Los des Abends war Henry Moores King and Queen (1952-53), das mit den erzielten 26.345.000 GBP einen neuen Auktionsrekord für den britischen Bildhauer aufstellen konnte. Es folgten Wassily Kandinskys Le rond rouge (1939; 12.545.000 GBP), Pablo Picassos Le peintre et son modèle (1964; 8.520.000 GBP) sowie Gerhard Richter mit Schober (1984; 8,405,000 GBP) und Abstraktes Bild (1991; 7,600,000 GBP).
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Anschließend folgte die 25. Ausgabe von Christie’s „The Art of the Surreal Evening Sale“, der mit einer Verkaufsquote von 100% punkten konnte und insgesamt 42.978.950 GBP erzielte.
In der Top 5 der Auktion sind gleich zwei Künstlerinnen anzutreffen, die obendrein neue Auktionsrekorde für sich verbuchen konnten: Dorothea Tanning mit Children’s Games (1942; 4.686.000 GBP) sowie die tschechische Surrealistin Toyen mit Le devenir de la liberté (1946; 3.710.000 GBP). Den höchsten Preis der Auktion erzielte René Magrittes Les grâces naturelles (ca. 1961; 8.520.000 GBP), gefolgt von Joan Mirós Peinture (1949; 4.808.000 GBP). Den vierten Platz konnte Paul Delvaux’ La Ville lunaire (1944; 4.320.000 GBP) für sich beanspruchen.
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Den Abschluss bildete schließlich „Modern Visionaries – The Roger and Josette Vanthournout Collection – Evening Sale“. Die herausragende Kunst aus der belgischen Sammlung erzielte insgesamt 40.317.750 GBP und wurde zu 97% verkauft.
Die fünf besten Ergebnisse erzielten Pablo Picassos Nu debout et femmes assises (1939; 7.004.000 GBP), Henry Moores Goslar Warrior (1973-74; 4.564.000 GBP), René Magrittes Le lieu-dit (1955; 3.466.000 GBP), Lucio Fontanas Concetto spaziale, Attese (1964; 3.466.000 GBP) und Jean Dubuffets J’opterai pour l’erreur (1963; 2.856.000 GBP).
Das Gesamtergebnis der drei Auktionen beläuft sich auf 197.472.600 GBP, was einer Steigerung von 52% gegenüber Christie’s Londoner Auktionen im Jahr 2025 entspricht.
Dazu Katharine Arnold und Keith Gill, stellvertretende Vorsitzende der Abteilung Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts bei Christie’s: „In einem energiegeladenen Auktionssaal setzten Christie's 20/21 Evening Sales die positive Entwicklung und das neu gewonnene Selbstvertrauen der zweiten Jahreshälfte des Vorjahres fort und erzielten ein Plus von 52% gegenüber dem Vorjahr. Henry Moores Meisterwerk King and Queen erzielte einen Weltrekord für ein Werk des Künstlers und führt die Londoner Auktionssaison im März an. Zwei außergewöhnliche Werke von Richter, die ersten seit der gefeierten Retrospektive in der Fondation Louis Vuitton in Paris, wurden zu sehr hohen Preisen versteigert. Die heutigen Ergebnisse bei Christie’s prägen die Diskussionen und geben den Ton für die kommenden Saisons weltweit an.“
Neben wichtigen Terminen in Paris und Hongkong ist das nächste Großereignis der Auktionswelt die Marquee Week in New York, die im Mai stattfinden wird.
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