Francis Bacon, 1909 in Dublin geboren, war sich seiner Homosexualität schon früh bewusst. Sein Vater lehnte ihn dafür ab, weshalb Bacon 1926 nach London ging, dann für kurze Zeit in Berlin und Paris lebte, bevor er 1928 in die Hauptstadt des Vereinigten Königreichs zurückkehrte. Später sagte er, es sei eine Picasso-Ausstellung in der Pariser Galerie Rosenberg gewesen, die ihn inspirierte, Maler zu werden.
Zurück in London mietete er ein Atelier, in dem er arbeiten konnte. Obwohl er in seinen Werken Aspekte des Kubismus und Surrealismus einsetzte, wurde er stark von den Alten Meister wie Velázquez, Michelangelo und Rembrandt beeinflusst. 1934 organisierte Bacon eine Ausstellung in der Transition Gallery, die von der Öffentlichkeit stark kritisiert wurde. Zwei Jahre später wurden seine Werke von der International Surrealist Exhibition abgelehnt. Dadurch sehr niedergeschlagen, zerstörte er viele seiner bislang geschaffenen Werke, sodass heute keine fertigen Arbeiten Bacons aus jener Zeit existieren.
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1945 löste Bacons erstes einflussreiches Werk Three Studies of Figures at the Foot of a Crucifixion (1944) einen Skandal in der Lefevre Galerie in Paris aus. Die verstörenden Bilder schockierten die Öffentlichkeit während und nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Das Trauma dieser Zeit machte Bacon in den knorrigen, gequälten Körpern, die nur vage menschlichen Figuren ähneln, sichtbar. Bacon wurde bekannt für seine überraschende, gewalttätige Herangehensweise an die Darstellung des Fleisches und der Form von Lebewesen. Gilles Deleuze bemerkt in seinem Buch über Francis Bacon, wie er Köpfe und nicht Gesichter malt. Unabhängig davon war dies ein positiver Wendepunkt in der künstlerischen Karriere des Malers.
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Kurz nach dem Verkauf von Painting im Jahr 1946 machte sich Bacon mit dem Erlös auf den Weg nach Monte-Carlo, wo er zwanghaft trank und spielte aber selten gewann. Die anhaltende Dunkelheit seiner Bilder war beispiellos. 1949 begann er nach Velázquez eine Reihe von Papstporträts zu malen, die er in den folgenden zwanzig Jahren immer wieder überarbeiten würde. Die daraus resultierende Darstellung von Papst Innozenz X. ist eine von unbestreitbarem Entsetzen und existenzieller Qual.
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Um 1950 lernte Francis Bacon seinen Künstlerkollegen Lucian Freud kennen, mit dem ihn den nächsten dreißig Jahren eine enge, aber unbeständige Beziehung verband. Die beiden verbrachten so viel Zeit miteinander, dass Freuds Frau kommentierte, sie sähe Bacon beinahe jeden Abend beim Abendbrot. Ihre gegenseitige Prüfung und scharfe Kritik an der Arbeit des jeweils anderen führte in den Jahren ihrer ihrer Freundschaft zu vielen außergewöhnlichen Stücken. Aus dieser Zeit existieren zahlreiche Porträts und Selbstporträts der beiden, die die erweiterte bildliche Entwicklung des jeweiligen Künstlers darstellen.
Bacon hat sich zu Lebzeiten nie irgendwelche Einschränkungen von öffentlicher Seite aufzwingen lassen. Inspiriert vom Foto Wrestlers vom Pionier der Bewegungsfotografie, Eadweard Muybridge, stellte Bacon sich und seinen Geliebten Peter Lacy in Picture of Two Fighters in eindeutiger Pose dar. Mit der Szene gewährte Bacon einen Einblick in sein von Sex, Gewalt und Alkoholismus geprägtem Leben, unter dem er leidet und dennoch offen genießt.
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Es ist das Chaos, das mir Bilder eingibt.
1961 zog der Künstler nach 7 Reece Mews in London, wo er sich in eine willkürliche Verschmelzung von Tausenden von Pinseln, Leinwänden, Magazinen und anderen Kunstgegenständen verwandelte. Um dies zu erklären, sagte er: „Es ist das Chaos, das mir Bilder eingibt“, was sich offensichtlich in seinem Œuvre niederschlug.

Bacons Erfolg als Künstler nahm zu. Dennoch verschuldete er sich aufgrund seiner Spielsucht. Um dem entgegenzuwirken, unterschrieb er bei der Marlborough Gallery, die ihm ein Gehalt und eine Ausstellung in der Tate Gallery versprach, die 1962 stattfand. Am Tag der Eröffnung erhielt Bacon jedoch die Nachricht, dass sein Geliebter Peter Lacy in der Nacht zuvor an den Folgen seines Alkoholismus gestorben war.
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Eine ähnliche Tragödie ereignete sich 1971 am Eröffnungstag seiner im Grand Palais organisierten Retrospektive, an dem Bacon darüber informiert wurde, dass sein Geliebter George Dyer nach einer Überdosis Schlaftabletten tot im Badezimmer des gemeinsamen Hotelzimmers aufgefunden worden war. Dies wurde während der Veranstaltung jedoch geheim gehalten, um den Erfolg und damit die Karriere von Bacon nicht zu gefährden. Später malte er jenes Triptychon, Triptych, May-June 1973, das den Tod von George Dyer und die eigenen Gefühle des Malers in Bezug auf Verlust und Bedauern darstellt.

Am Ende seines Lebens war Francis Bacon nicht nur in der Kunstwelt ein Begriff. Als er 1992 in Madrid an einem Herzinfarkt starb, hinterließ er ein rohes, wahrhaftiges Œuvre, das wie eine Spiegel seines Lebens wirkt. Bacons Triptychen sind seine gefragtesten Werke auf dem Auktionsmarkt. 2013 stellte Three Studies of Lucian Freud (1969) bei Christie's in New York mit 142,4 Millionen USD (104,5 Millionen Euro) den bis heute gültigen Rekord des Künstlers auf.
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