Die amerikanische Künstlerin Margaret Keane, geboren 1927 in Tennessee, wurde in den 1950/60er Jahren durch ihre Porträts von melancholischen Kindern, Frauen und Tieren mit riesigen Augen weltweit bekannt. Vor Kurzem wurde bekannt, dass sie im Alter von 94 Jahren verstorben ist. Heute wollen wir einen Blick auf ihre Karriere und ihre unglaubliche Lebensgeschichte werfen.

Margaret begann bereits als Kind zu malen und ihre charakteristischen Augen zierten schon bald ihre Schulhefte. Nach einem Jahr an der Traphagen School of Design in New York startete sie ihre künstlerische Karriere als kommerzielle Malerin von Prominentenporträts.
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Kurz bevor sie sich ausschließlich auf ihre „Big Eyes“-Bilder zu konzentrieren begann, heiratete sie ihren zweiten Ehemann, Walter Keane. Margaret erzählte einmal, dass er beinahe umgehend damit begann, ihre charakteristischen Gemälde zu verkaufen, ohne dass sie es zunächst bemerkte. Im Laufe der Jahre vermarktete sich ihr Ehemann immer mehr als Künstlerpersönlichkeit, stellte ihre Werke aus und verkaufte sie für viel Geld unter seinem eigenen Namen.
Mitte der 1960er Jahre, explodierte die Popularität der „Painting Keanes“, wie Walter sie bewarb, mit Verkäufen in Höhe von 2 Millionen USD allein im Jahr 1964. Margarets Bilder zierten die Häuser von Hollywoodschauspielern und berühmten Leuten und begeisterten auch Andy Warhol, einen der wichtigsten Künstler der damaligen Zeit. Später erinnerte sich Margaret an jene Zeit, in der sie gezwungen wurde, bis zu 16 Stunden am Tag zu arbeiten. Aus Angst um ihre Sicherheit sah sie davon ab, die Wahrheit öffentlich bekannt zu machen und das lukrative Business, in dem ihr Mann sie gefangen hielt, zu beenden.
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2015 bekannte Margaret in einem Interview mit Variety, dass die Popularität der Gemälde „so schnell explodierte und er sie so genial zu vermarkten wusste, dass das Loch immer tiefer wurde, je populärer sie wurden, und ich einfach nicht wusste, wie ich da herauskommen oder was ich tun sollte“. Letztendlich konnte sich Margaret aber doch befreien: 1970 ließ sie sich von Walter Keane scheiden und gab in einer Radioshow bekannt, dass sie die wahre Künstlerin hinter den Gemälden ist – ein Schock für ihre Zeitgenossen.
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Während einer Gerichtsverhandlung im Jahr 1986, in der sie ihren Ex-Mann wegen Verleumdung verklagte, forderte Margaret Walter zu einem „Paint-off“ auf dem Union Square in San Francisco heraus. Als Walter dort nicht auftauchte, erkannte das Gericht, dass Margaret tatsächlich die wahre Schöpferin der „Big Eyes“-Bilder war. 4 Millionen USD Schadensersatz wurden ihr zugesprochen, doch Walter zahlte nie auch nur einen Penny. Die Geschichte zog die amerikanische Gesellschaft so tief in ihren Bann, dass sie Tim Burton später zu dem preisgekrönten Film Big Eyes (2014) inspirierte.

Am 29. Juni gaben ihre Erben in einer Pressemitteilung bekannt, dass die Künstlerin friedlich in ihrem Haus in Napa, Kalifornien, verstorben ist. „Wir werden ihre Liebe, ihren kreativen Einfallsreichtum und ihre Leidenschaft vermissen, mit der sie bis zu ihrem Tod unermüdlich neue Werke geschaffen hat“, heißt es in dem Post. Obwohl einige Kritiker ihre Kunst heutzutage als mittelmäßig abtun, ist Margaret Keanes ironische Handschrift nach wie vor sehr beliebt – doch noch mehr erstaunt ihre unglaubliche Lebensgeschichte.
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