Am 5. September 1774 erblickte Caspar David Friedrich im pommerschen Greifswald das Licht der Welt. Anlässlich des Jubiläumsjahres zum 250. Geburtstags des bedeutendsten Malers der Deutschen Romantik, präsentieren mehrere Museen Sonderschauen, allen voran die Hamburger Kunsthalle, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und die Alte Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin, die über die weltweit bedeutendsten Bestände an Werken Friedrichs verfügen. Doch auch zu zwei weiteren Ausstellungen, die wir Ihnen an dieser Stelle vorstellen möchten, lohnt sich ein Ausflug ungemein.

Pommersches Landesmuseum
Das Pommersche Landesmuseum in Caspar David Friedrichs Heimatstadt Greifswald, ehrt den berühmten Sohn der Stadt mit gleich drei Sonderausstellungen. Zur Sammlung des Museums gehören sechs Gemälde und über 60 Zeichnungen und Druckgrafiken des Künstlers, die vom 28. April - 4. August 2024 in der Ausstellung „Caspar David Friedrich. Lebenslinien“ erstmals beinahe vollständig zu sehen sein werden. Hinzu kommen weitere Ausstellungsstücke und Werke von Zeitgenossen, die den Lebensweg Friedrichs näher beleuchten.
Weiter geht es vom 18. August - 6. Oktober 2024 mit der Jubiläumsausstellung „Caspar David Friedrich. Sehnsuchtsorte“ rund um den Geburtstag Anfang September. Für die sieben Wochen dauernde Ausstellung ist es dem Museum gelungen, als Stargast Friedrichs berühmtes Werk Kreidefelsen auf Rügen erstmals in die Heimatregion Friedrichs zu holen, das Teil der Sammlung des Kunst Museum Winterthur ist. Den Abschluss bildet vom 16. Oktober 2024 - 5. Januar 2025 die Sonderausstellung „Caspar David Friedrich. Heimatstadt“, die die lebenslange Verbundenheit Caspar David Friedrichs zu seiner Heimatregion zum Thema hat. Zu sehen ist unter anderem das sonst in Hamburg aufbewahrte Gemälde Wiesen bei Greifswald.
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Hamburger Kunsthalle
Bereits seit dem 15. Dezember 2023 kann in der Hamburger Kunsthalle die Jubiläumsausstellung „Caspar David Friedrich. Kunst für eine neue Zeit“ besucht werden. Im Mittelpunkt steht hier das Verhältnis des Künstlers zur Natur und wie er sich ihr und ihrer Darstellung auf eine völlig neue Weise näherte und damit Zeitgenossen aber auch nachfolgende Künstler bis in die heutige Zeit beeinflusste. Letzteres wird durch Arbeiten zeitgenössischer Künstler, darunter Olafur Eliasson, Ulrike Rosenbach und Kehinde Wiley, näher untersucht.
Zu den Highlights unter den rund 60 Gemälden sowie 100 Zeichnungen, die hier als eigenständige Werke aufgefasst werden, zählen Der Wanderer über dem Nebelmeer und Das Eismeer aus der Sammlung der Kunsthalle sowie die ausgeliehenen Werke Mönch am Meer, Zwei Männer in Betrachtung des Mondes sowie abermals Kreidefelsen auf Rügen. Die Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle endet am 1. April 2024.

Alte Nationalgalerie
Die zweite Jubiläumsschau der drei großen Friedrich-Sammlungen findet vom 19. April - 4. August 2024 in der Alten Nationalgalerie in Berlin statt. In Kooperation mit dem Kupferstichkabinett zeigt das Museum rund 60 Gemälde und 50 Zeichnungen in der Ausstellung „Caspar David Friedrich. Unendliche Landschaften“. Hier darf man sich auf so manches ikonische Werk der Künstlers freuen, darunter Die Lebensstufen, Der Watzmann, Hünengrab im Schnee und Abtei im Eichwald sowie erneut Das Eismeer und Kreidefelsen auf Rügen.
Berlin spielte für den frühen Ruhm Caspar David Friedrichs sowie seine spätere Wiederentdeckung eine entscheidende Rolle: 1810 konnte er in der Berliner Akademieausstellung mit dem Bilderpaar Mönch am Meer und Abtei im Eichwald das Publikum begeistern; 1906 weckte die Alte Nationalgalerie erneut das Interesse an dem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Vergessenheit geratenen Künstler, indem sie in ihrer „Deutschen Jahrhundertausstellung“ 93 Arbeiten Caspar David Friedrichs zeigte.
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Staatliche Kunstsammlungen Dresden
„Caspar David Friedrich. Wo alles begann“ lautet schließlich der Titel der dritten großen Jubiläumsschau, die am 24. August 2024 im Albertinum sowie im Kupferstich-Kabinett in Dresden zu sehen sein wird. Der Titel der Ausstellung bezieht sich darauf, dass Dresden über 40 Jahre der Wohn- und Arbeitsort Friedrichs war, an dem er, inspiriert von den Alten Meistern der Gemäldegalerie und von der Landschaft der Umgebung, die er auf ausgedehnten Wanderungen entdeckte und in seinen Skizzenbüchern festhielt, zu einer ganz persönlichen Auffassung von der Darstellung der Natur in der Ölmalerei fand.
In Dresden entstanden die Hauptwerke des Künstlers, die heute Ikonen der Kunstgeschichte sind. In der Ausstellung im Albertinum werden Friedrichs Landschaften mit jenen Alten Meistern der Dresdner Sammlung gegenüber gestellt, die ihn einst inspirierten. Im Kupferstich-Kabinett im Residenzschloss steht Caspar David Friedrichs künstlerischer Prozess im Mittelpunkt, beleuchtet anhand von zahlreichen Zeichnungen, die er auf seinen Wanderungen anfertigte. Die Ausstellungen enden am 5. Januar 2025 (Albertinum) bzw. 17. November 2024 (Kupferstich-Kabinett).
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Klassik Stiftung Weimar
Auch die Sonderausstellung, die die Klassik Stiftung Weimar vom 22. November 2024 - 2. März 2025 im Schiller Museum zeigt, soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Beleuchtet wird hier die Bedeutung Weimars und Goethes für die frühe Karriere des Künstlers. So war es Goethe, der verfügte, dass Friedrich 1805 einen Teil des ersten Preises der Weimarer Kunstfreunde zugesprochen bekam, obwohl die beiden von ihm eingereichten Arbeiten nicht dem eigentlich geforderten entsprachen.
In der Ausstellung „Caspar David Friedrich, Goethe und die Romantik in Weimar“ wird erstmals überhaupt der bedeutende Weimarer Bestand an Werken Caspar David Friedrichs ausgestellt werden. Hinzu kommen neben Werken von Goethe auch Arbeiten von weiteren Künstlerinnen und Künstlern der Romantik.
Ausblick
Im kommenden Jahr wird auch das Metropolitan Museum of Art in New York mit einer großen Caspar David Friedrich-Retrospektive das Jubiläumsjahr vom 7. Februar - 11. Mai 2025 (nachträglich) begehen.




