Der weltbekannte Künstler Christo ist am 31. Mai 2020 im Alter von 84 Jahren in seiner Wahlheimat New York gestorben. Mehr als ein halbes Jahrhundert lang schufen er und seine Frau Jeanne-Claude monumentale Skulpturen, mit denen sie die Welt in eine Galerie verwandelten.
Am bekanntesten waren Christo und Jeanne-Claude dafür, Gebäude und Wahrzeichen mit Stoffen oder Plastikplanen zu umhüllen. Eine der denkwürdigsten Installationen dieser Art war 1995 die Verhüllung des Reichstags in Berlin mit weißem Stoff, wodurch das Gebäude zu einer monumentalen Skulptur wurde, die die Ästhetik des Künstlerpaares charakterisierte.
Lesen Sie auch: 10 Künstlerpaare, die man kennen sollte

Das Künstlerpaar hatte die Vision, das tägliche Leben mit Kunstwerken zu verwandeln, die die Menschen dazu bringen sollten, innezuhalten und ihre Umgebung durch eine neue Perspektive wahrzunehmen. Christo und Jeanne-Claude erweiterten die traditionellen Grenzen von Malerei, Bildhauerei und Architektur und bewegten sich fort von den sterilen weißen Wände in Ausstellungsräumen, um die unbegrenzte Ausstellungsfläche außerhalb zu feiern.
Lesen Sie auch: 5 Dinge, die man über Joseph Beuys wissen sollte
Das Paar war sich erstmals 1958 in Paris begegnet. Nur drei Jahre später verwirklichte es das erste gemeinsame Projekt, für das es in Köln gestapelte Ölfässer mit Stoff verhüllte. Nach Jeanne-Claudes Tod im Jahr 2009 setzte Christo die gemeinsame Arbeit alleine fort.

Im Sommer 2016 konnten Anwohner und Besucher des Lago d'Iseo in Italien, auf der 4,5 Kilometer langen Installation The Floating Piers spazieren gehen, die aus über 75.000 Quadratmetern gelbem Stoff und 200.000 Polyethylenelementen bestand.

Vor seinem Tod arbeitete Christo an zwei weiteren Projekten: L'Arc de Triomphe, Wrapped in Paris sowie The Mastaba in Abu Dhabi, für das er 410.000 Ölfässer verhüllen wollte, um so die größte Skulptur der Welt sowie sein und Jeanne-Claudes einziges dauerhaftes Kunstwerk zu schaffen.
L'Arc de Triomphe, Wrapped war eigentlich für Herbst 2020 geplant gewesen, aufgrund der Coronakrise jedoch auf den 18. September 2021 verschoben worden.
Lesen Sie auch: Verhüllung des Arc de Triomphe hat begonnen
Auch wenn Christos inspirierenden Installationen stets nur ein befristetes Dasein gegönnt war, so sind es seine vorbereitenden Skizzen, Collagen und Fotografien, die die Zeiten überdauern und auch auf dem Auktionsmarkt begehrt sind.

Mit seinem Werk revolutionierte Christo das Konzept der Installationskunst. Auch nach seinem Tod gibt er den Menschen damit die Möglichkeit, die natürliche und die vom Menschen geschaffene Welt auf neue Weise parallel wahrzunehmen.
Weitere Künstlerbiografien finden Sie im Barnebys Magazin
Aktualisierte Version eines Artikels vom 2. Juni 2020




