Seit Beginn des 20. Jahrhunderts überwindet die Filmkunst immer wieder die Grenzen der Kreativität und der Technologie, um ihr anspruchsvolles Publikum zu begeistern. Die Filmindustrie hat bereits viele Entwicklungen, Pleiten und historische Momente erlebt, wie die Einführung eines neuen Spezialeffekts, eine überragende schauspielerische Leistung oder ein Drehbuch, das die Gesellschaft aufrüttelt.
Auch wenn Cineasten die besten Filme aller Zeiten noch immer feiern, sind es doch die Filmplakate, die die einzigen greifbaren Zeugen der unvergesslichsten Kinomomente darstellen.
In den meisten Fällen ist der Künstler des Filmplakats unbekannt. Nur in wenigen Fällen hatten die Künstler tatsächlich Erfolg mit ihren herausragenden Illustrationen.
Gleichzeitig Kunstwerk und Werbemittel, hat sich das Filmplakat gemäß genauer Codes entwickelt und es überrascht nicht, dass die ältesten, kreativsten und emblematischsten unter ihnen heute die höchsten Preise auf dem Auktionsmarkt erzielen. Entdecken Sie nun mit uns die sechs teuersten Filmplakate aller Zeiten.
6. King Kong (1933, RKO)

Die sagenhafte Aura, den den Film King Kong umgibt, macht seine Plakate zu beehrten Raritäten. Exemplare können für Jahrzehnte in Privatsammlungen verschwinden und gelangen nur selten auf den Markt.
Dieses Plakat zeigt Kong, wie er mit Fay Wray in seiner linken Pfote die Fassade des Empire State Buildings hinaufklettert. Die Szene darunter zeigt ihn im Kampf mit einem von Willis O'Briens Dinosauriern auf Skull Island. Das B-Version-Plakat* ist ein visueller Triumph und eines der seltensten Exemplare, über das Experten sagen es sei "ein erstaunliches Kunstwerk, das seine Gattung und Thematik überschreitet".
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Entdeckt wurde es in den frühen 1980er Jahren in einer Sammlung von King Kong-Plakaten. Wie alle Plakate der Sammlung verfügt es über eine Rückseite aus Leinen. Als es 2012 bei Heritage Auctions für 388.375 US-Dollar verkauft wurde, war es das höchste Ergebnis, das das Auktionshaus bis dahin erzielt hatte.
5. Die Mumie (1932, Universal)

Nach dem durchschlagenden Erfolg von Frankenstein (1931), setzte Universal für Die Mumie erneut auf Boris Karloff. Dieser Horrorfilm war von der Entdeckung des Grabes des Tutanchamun in Ägypten inspiriert. Karloff beschrieb die Dreharbeiten als "die schwierigsten seines Lebens", da er für die Verwandlung in den ägyptischen Priester Imhotep acht eher unerfreuliche Stunden in der Maske zubringen musste.
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Die Mumie wurde zu einem weiteren Erfolg für das Filmstudio und das Plakat dazu, geschaffen von Künstler Karoly Grosz, ist ein wahres Kunstwerk. Angeblich gibt es nur drei Exemplare, von denen sich eines im Besitz des Metallica-Gitarristen und Horrorfilm-Fans Kirk Hammett befindet.
Dieses Originalposter sorgte 1997 für einen Weltrekord, als es bei Sotheby's für unglaubliche 435.500 US-Dollar versteigert wurde. Die Gesamtproduktion des Films hatte seinerzeit nur 196.000 US-Dollar (heute ca. 3 Millionen US-Dollar) gekostet.
4. Um Mitternacht (1927, MGM)

Regisseur von Um Mitternacht (Original: "London After Midnight") war Todd Browning, der später auch die Klassiker Dracula (1931) und Freaks (1932) inszenierte, wobei Letzterer so verstörend war, dass er Brownings Hollywoodkarriere beendete.
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Der Stummfilm-Thriller mit Lon Chaney, der einen Detektiv spielt, der als Vampir verkleidet einen Mord aufklären soll, zählt zu Hollywoods legendärsten "verlorenen" Filmen. Die letzte bekannte Filmrolle wurde 1967 bei einem Brand, der durch die MGM Studios in Kalifornien wütete, zerstört. Heute existiert der Film nur noch durch Fotografien und das Originaldrehbuch.
Das einzig verbliebene US-Plakat zum Film erzielte 2014 478.000 US-Dollar bei Heritage Auctions, wodurch es zum teuersten Poster in einer Auktion wurde.
3. Casablanca (1942, Warner Brothers)

Das einzig verbliebene Exemplar des großen 4-seitigen Casablanca-Plakats für den italienischen Markt gilt unter Sammlern als das schönste unter den vielen internationalen Versionen, die zu dem Film geschaffen wurden.
Der Klassiker von 1942 kam erst 1946 in die italienischen Kinos, beworben von diesem allerersten italienischen Plakat, von dem das vorliegende Exemplar vom Künstler Luigi Martinati signiert wurde. Martinati war Mitgründer des BCM-Studios, das in den 1940er, 1950er und 1960er Jahren viele bemerkenswerte Filmplakate geschaffen hatte.
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Dieses Casablanca-Plakat ist heute das letzte verbliebene seiner Art. Und obwohl es kleinere Makel und Nadellöcher (generell ein Tabu für jeden ernsthaften Sammler) aufweist, konnte es im Juli 2017 bei Heritage Auctions 478.000 US-Dollar erzielten und damit den Um Mitternacht-Rekord vom Thron stoßen.
2. Dracula (1931, Universal)

Dieses Plakat mit dem markanten Porträt des österreichisch-ungarischen Schauspielers Bela Lugosi ist eines von nur zwei bekannten Exemplaren. Entworfen 1931 für den ikonischen Film Dracula, verbrachte es mehr als ein halbes Jahrhundert in der Privatsammlung eines Kameramanns und Filmhistorikers in San Diego, bevor es 2017 von Experten aufgestöbert wurde.
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Beschrieben als "eines der erstrebenswertesten Plakate zu einem Horrorfilm, das jemals geschaffen wurde", kam es im November 2017 mit einem Schätzpreis von 150.000-300.000 US-Dollar bei Heritage Auctions zum Aufruf. Der erzielte Preis von 525.800 US-Dollar machte es schließlich zum teuersten Filmplakat der Auktionsgeschichte. Schauspieler Nicolas Cage hatte sein Exemplar 2012 für nur 310.000 US-Dollar verkaufen können.
1. Metropolis (1927, UFA)

Vom begehrtesten Filmplakat von allen, zum Film Metropolis, existieren lediglich vier Originalexemplare der internationalen Version. Zwei befinden sich in den Sammlungen des MoMA und des Museums der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien, eine dritte darf Schauspieler Leonardo DiCaprio sein Eigen nennen.
Im November 2005 verkaufte die Reel Poster Gallery in London ein Exemplar für 690.000 US-Dollar an einen amerikanischen Sammler, ein Rekord für ein einzelnes Filmplakat, der auch heute noch gültig ist.
2012 sah sich der mit seinen Investoren im Clinch liegende Besitzer des Plakats durch einen Gerichtsbeschluss gezwungen, sich von seinem Schatz zu trennen. Das Plakat wurde mit weiteren seltenen Filmplakaten in einem Konvolut für 1,2 Millionen US-Dollar versteigert. Für viele kam diese hohe Summe hauptsächlich (wenn nicht sogar vollständig) durch das Metropolis-Plakat zustande. Der bekannte Sammler und Cineast Ralph DeLuca war es, der sich gegen drei Mitbieten am Ende hatte durchsetzen können. "Für ein Plakat, das ich wirklich haben möchte, bin ich bereit, viel Geld zu zahlen", sagte er.
1927 von Regisseur Fritz Lang inszeniert, ist Metropolis der teuerste Stummfilm, der jemals gedreht wurde. Der deutsche Blockbuster gilt mit seinen Spezialeffekten und seiner futuristischen Handlung als Meilenstein der Filmgeschichte.
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Aktualisierte Version eines Artikels vom 25. August 2020
* Für jede große Filmveröffentlichung schufen die Studios mehr als eine Plakatversion. Jede Version hatte ihren Stil und war ein Kunstwerk für sich. Die Studios glaubten, dass verschiedene Versionen unterschiedliche Zuschauergruppen ansprechen würden. Daher konnte eine Version die romantische Seite eines Films hervorheben, während eine andere Action- oder Abenteuerszenen präsentierte.
Die meisten Studios ließen zwei Versionen entwerfen, mancher aber sogar bis zu vier gleichzeitig. Die Versionen wurden normalerweise mit "Style A" und "Style B" klassifiziert. Diese Klassifizierungen (A und B) wurden von den meisten Studios verwendet. Einige, darunter MGM, bevorzugten jedoch "Sale C" und "Style D". In den 1930er Jahren markierte Universal seine Plakate mit "Style X" und "Style Y". Um welche Version es sich handelt ist in der Regel am unteren Bildrand vermerkt. Sollte eine Version seltener erhalten geblieben sein als die andere, kann dies ihren Wert erheblich steigern, während die besser überlieferte Version weit weniger begehrt ist.




