Es gibt viele Maler, die Katzen mit ihren Werken unsterblich gemacht haben. Eine von ihnen war die niederländische Künstlerin Henriëtte Ronner-Knip, die zwar nicht überall auf dem Globus bekannt ist, es aber aufgrund der Hingabe, die in jedem ihrer meist Katzen gewidmeten Gemälde zum Ausdruck kommt, verdient, einmal genauer unter die Lupe genommen zu werden.

Henriëtte Ronner-Knip wurde 1821 in Amsterdam in eine Künstlerfamilie hineingeboren. Ihr Vater, der bekannte klassizistische Maler Joseph Augustus Knip (1777-1847), bildete sie aus. Auch ihr Großvater Nicolaas (1741-1808) war Maler gewesen. Ein interessanter Umstand ist jener, dass man nicht genau weiß, wer Henriëttes Mutter war. Einige Quellen sagen, dass es die Vogelmalerin Pauline Refer de Courcelles gewesen sei, die erste Frau von Joseph Augustus Knip. Zum Zeitpunkt von Henriëttes Geburt hatte sich das Paar jedoch bereits getrennt und der Maler lebte mit seiner Geliebten Cornelia van Leeuwen zusammen, die ebenfalls die Mutter der späteren Malerin gewesen sein könnte.
Familie Knip zog oft um, da Joseph Augustus Aufträge erhielt und Kunstunterricht gab. 1823 verlor er die Sehkraft auf einem Auge und die Dinge begannen bergab zu gehen. Dennoch wechselte die Familie weiterhin oft den Wohnort, sogar nachdem Joseph Augustus 1832 vollständig erblindet war. Die Rolle der Ernährerin fiel nun Henriëtte zu, die 1835 im Alter von 14 Jahren begann, ernsthaft zu malen.
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Ihr erstes Gemälde verkaufte Henriëtte mit 15. 1838 nahm die junge Malerin an der Tentoonstelling van Levende Meesters ("Ausstellung lebender Künstler) teil und führte von da an zahlreiche hervorragende Gemälde aus, die heute in bedeutenden europäischen Museen ausgestellt werden, darunter das Gemeentemuseum in Den Haag, das Rijksmuseum in Amsterdam und das Dordrecht Museum.

In ihren frühen und prägenden Jahren der Malerei malte Henriëtte Genreszenen, Landschaften und Stillleben. Später etablierte sie sich als Hunde- und Katzenmalerein. Vor allem Katzen hatten es ihr angetan, was durch die große Sorgfalt, die sie diesen Gemälden mit jedem Pinselstrich angedeihen ließ, deutlich wird. In den meisten Fällen handelt es sich bei ihren Werken um sentimentale Darstellungen, die sich, frei von jeder metaphorischen Bedeutung, allein auf die Katzen selbst konzentrieren. In jedem Werk ist das Amüsement und die Verzauberung, die sie gegenüber ihren Modellen empfand, spürbar.
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1848 zog die Künstlerin nach Amsterdam, wo sie Bauernhöfe, Tiere und Wälder malte, zunächst als Aquarelle später als Ölgemälde. Im selben Jahr wurde sie als erste Frau "aktives Mitglied" der niederländischen Künstlervereinigung Arti et Amicitiae.
1850 heiratete Henriëtte Feico Ronner (1819-1883) und zog zu ihm nach Brüssel. Da ihr Ehemann oft krank war und keiner regelmäßigen Arbeit nachgehen konnte, fand sich die Malerin erneut in der Roller der Hauptverdienerin ihrer Familie, zu der nach und nach sechs Kinder gehörten.
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Ab 1870 begann Henriëtte Ronner-Knip ihre heute bekanntesten Bilder zu malen, die langhaarige Katzen beim Spielen in einer bourgeoisen Umgebung zeigen. Das wohlhabende Großbürgertum der viktorianischen Ära hatte ein Faible für gemalte Darstellungen seiner Haustiere und Ronner-Knips spielende Katzen waren besonders beliebt.

Doch nicht nur Katzen wurden von Henriëtte Ronner-Knip verewigt, sondern auch Hunde. Besonders erwähnenswert sind dabei die Schoßhündchen der belgischen Königin Marie Henriette und deren Schwägerin Maria Luise, Gräfin von Flandern. Den Auftrag, die beiden royalen Lieblingshunde zu porträtieren, erhielt Henriëtte im Jahr 1876. Der Erfolg des Werks führte zu weiteren prestigeträchtigen Aufträgen bedeutender Zeitgenossen, wie dem deutschen Kaiser Wilhelm I. und Baron Tindal aus Amsterdam. Ihr Name und ihr Ruf wurden immer bekannter und führten zu ihrem verdienten Erfolg.
1887 wurde Henriëtte Ronner-Knip mit dem Leopoldsorden ausgezeichnet, eine damals seltene Ehre, vor allem für eine Künstlerin. Später kam noch der niederländische Orden von Oranien-Nassau dazu.
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Die letzten zehn Jahre ihres Lebens verbrachte Henriëtte Ronner-Knip in einem Haus mit großem Garten und umgab sich mit Hunden, Katzen und einem Papagei, die ihr auch als Modelle dienten. Sie hatte sich ein Atelier mit großer Glasfront errichten lassen, von wo aus sie die Tiere im Garten beobachten konnte, wie sie frei agierten, spielten oder schliefen. Sie studierte ihr Verhalten und fertigte Papiermodelle an, die sie mit Requisiten wie Möbeln und Stoffen zusammenstellte. Aufgrund dieser Vorgehensweise sind ihre Gemälde auch heute noch sehr beliebt – wegen der liebevollen Genauigkeit, mit der die Malerin die Natur verstand und wiederzugeben wusste.

Von ihren sechs Kindern, um die sie sich neben der Malerei kümmerte, wurden drei ebenfalls Künstler. Sohn Alfred wurde ein berühmter Maler, Grafiker und Illustrator, Tochter Alice spezialisierte sich auf Früchte- und Blumenstillleben, während Emma in die Fußstapfen ihrer Mutter trat und ebenfalls oft Katzen malte.
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Die außergewöhnliche Frau und Künstlerin Henriëtte Ronner-Knip konnte, als sie 1909 im Alter von 88 Jahren starb, auf ein intensiv gelebtes Leben zurückblicken, in dem sie etablierte Malerin, Mutter und Ernährerin ihrer Familie gewesen war – und damit ihrer Zeit weit voraus.




