Nachdem wir im ersten Teil die Geschichte des Modeschmucks von Designerhand haben Revue passieren lassen, wollen wir uns nun ins Abenteuer des Sammelns stürzen. Los geht’s!
Für neue Sammler kann es eine Herausforderung sein, Designermarken zu erschwinglichen Preisen zu finden. Durch das Internet wurde der Markt mit allem Möglichen überschwemmt, was sich auch auf die Preise auswirkte. Ein Bieter in einem Land, kann einen Bieter aus einem anderen Zeit überbieten, die wirtschaftliche Lage ist überall anders. Lokale Vintage-Shops, -Märkte und -Messen sind immer ein guter Ort, um zu beginnen. Sie bieten oftmals nicht nur vernünftige Preise, sondern auch die Möglichkeit zu handeln, die Objekte in Augenschein zu nehmen oder auch anzuprobieren. Außerdem kann man im Gespräch mit dem Händler etwas dazulernen. Es bringt definitiv mehr Spaß, die Schmuckstücke einmal anzulegen, als sie online zu bestellen und dann auf die Lieferung zu warten, nur um dann festzustellen, dass die Farbe nicht ganz dem entspricht, was auf dem Bildschirm zu sehen war, oder dass der Zustand nicht ganz einwandfrei ist und man am Ende enttäuscht ist, nicht das bekommen zu haben, das man sich erhofft hatte.
Lesen Sie auch: Weltrekord für Art déco-Collier von Jean Fouquet

Heute stehen vor allem Broschen und Ohrringe hoch im Kurs, gefolgt von Armreifen. Halsketten sind auffälliger und werden meist nur zum Ausgehen angelegt, oder zu besonderen Anlässen. Es gibt einige fabelhafte Marken, die man sowohl tagsüber als auch abends tragen kann.
Möchten Sie Artikel wie diesen direkt in Ihrem Posteingang entdecken? Dann melden Sie sich noch heute für unseren kostenlosen Newsletter an!
Panzerhalsketten sind immer sehr vielseitig. Sie können so elegant sein wie die von Chanel so auffällig wie die von Valentino oder Dolce & Gabbana oder so delikat wie die Kreationen von Nina Ricci. Um etwas Farbe hinzuzufügen und den Look etwas weicher zu machen, werden die Colliers manchmal mit falschen Perlen oder bunten Steinen kombiniert. Eine große Nachfrage besteht nach den Schöpfungen von Alexander McQueen aus den 1990er Jahren, bevor sich sein Stil änderte und Totenschädel im Mittelpunkt seiner Designs standen. Allerdings trennen sich die stolzen Besitzer solcher Stücke nur sehr selten von ihnen, was es schwierig macht, überhaupt eines zu finden.

Unglaublich beliebt sind auch Art déco- und Mid-Century-Stücke. Miriam Haskell ist eine Marke, nach der immer gesucht wird, vor allem ihre organischen Kreationen aus Naturmaterialien erhalten immer mehr Aufmerksamkeit von jüngeren Käufern, die mit ihren opulenteren Designs der 1930er Jahre nichts anfangen können. Auch Hobe darf nicht unerwähnt bleiben, sind seine schlichten Netz- und Kristalldesigns doch der perfekte Begleiter für jede Gelegenheit.
Lesen Sie auch: Paris 1925: Triumph des Art déco
Künstliche Perlen aus den unterschiedlichsten Materialen sind ein aufstrebender Modetrend und werden nicht länger mit älteren Damen assoziiert. Allgemein sind Perlen, auch unechte Muschelperlen, ein Muss für jede Modeschmucksammlung. Ketten mit Kunstperlen aus Deutschland sind erschwinglich, machen Spaß und sind einfach zu finden. Entdeckt man auch noch passende Ohrringe dazu, ist es umso besser.
Auch figürlicher Schmuck zählt zu den Favoriten, vor allem Broschen mit ganzen Figuren, wie Wahrsager, Tänzer und Tiere. Vor allem Stücke, die sich auf einen Film beziehen, beispielsweise exotische Stücke à la Der Dieb von Bagdad von 1940, sind hochpreisig und selten. Gleiches gilt für My Fair Lady-Stücke der Marke BSK. Eins darf man nie vergessen: Kaufen Sie etwas, weil es Ihnen gefällt und nicht als Investment. Es ist Modeschmuck und wenn sich sein Trend ändert, gilt das auch für seinen Wert.

Ein großes Interesse besteht heute auch an Oscar de la Renta, dessen Colliers aus den 1970er und 1980er Jahre wahre Statement-Pieces sind und sich sowohl mit einem eleganten Abendlook, als auch über einem Rollkragenpullover oder kombiniert mit einer Bluse tragen lassen. Es ist immer besser, ein richtig gutes Stück zu kaufen, das man zu unterschiedlichen Outfits tragen kann, sowohl tagsüber als auch abends, als eines, das nur zu einem einzigen Kleid passt. Man möchte doch soviel wie möglich für sein Geld bekommen.
Juliana, bekannt für bunte Steine und auffällige Designs, ist eine weitere Marke, die enorm an Wert dazu gewonnen hat. Viele Händel verwenden sogar generell die Bezeichnung „Juliana“, um Broschen mit Strasssteinen zu beschreiben. Also heißt es aufpassen, denn somit sind nicht alle Julianas auch wirklich Julianas. Genaues Hinsehen und Nachforschungen sind hier ein Muss.
Lesen Sie auch: Facettenreiche Schätze: Die teuersten Diamanten in jeder Farbe
Einige Marken haben aufgrund der hohen Verfügbarkeit an Wert verloren, darunter die US-Firma Weiss, deren Stücke jedoch wunderschön und von hoher Qualität sind. Gleiches gilt für die kanadische Marke Sherman, die von den 1950er bis 1980er Jahren tolle Designs mit Swarovski-Kristallen verzierte. Auch hier sind die Preis mittlerweile niedriger, als in den vergangenen Jahren.
Immer einen Kauf wert sind Haute Couture-Marken, vor allem, wenn man sie an unvermuteter Stelle zu einem besseren Preis entdeckt. Broschen sind heute allgemein sehr beleibt, vermutlich, weil man sie zu verschiedenen Anlässen tragen kann. Tragen sie zudem noch das Logo von Chanel oder Dior, hat man den Gipfel erreicht.

Wenn Sie das Art déco lieben, sind die von den 1930ern inspirierten Stücke von Heidi Daus aus den 1980er Jahren genau das Richtige für Sie. Betsey Johnsons Designs von 2004 sind wild und wundervoll skurril und lustig, sehr erschwinglich und perfekt für neue Sammler. Sehr elegant und eindrucksvoll sind die Designs von Alexis Bittar.
Lesen Sie auch: Der Fächer: Die Geschichte eines bezaubernden Sammelobjekts
Vintage-Designs sind lebhaft, visuell ansprechend und es macht Freude, sie zu tragen. Oft sind Vintage-Stücke Unikate von ungewöhnlicher und spannender Eleganz. Darüber hinaus widerspiegeln sie das Flair ihrer jeweiligen Epoche.
Als Händlerin werde ich ständig daran erinnert, dass Schmuck genauso wichtig ist, wie die Kleidung, die man trägt.

Vor Kurzem hatte ich die Gelegenheit, den Kostümdesigner Luis Sequeira (Shape of Water, 2017) mit Vintage-Kostümschmuck für die Stars und Nebendarsteller von Nightmare Alley (2021), einem Film des Oscar-Preisträgers Guillermo del Toro, auszustatten. Die Kostüme – angefertigt für Cate Blanchett, Toni Colette, Rooney Mara, Mary Steenburgen, Bradley Cooper und die anderen männlichen Stars – sind mit authentischem Vintage-Kostümschmuck kombiniert, der der Epoche des Films entspricht. Die Kostüme sind spektakulär. Es zeigt also, dass auch das Beste mit etwas Besonderem sogar noch weiter aufgewertet werden kann. Die Designerin Diane von Fürstenberg fängt meinen Gedanken perfekt ein, wenn sie sagt: „Schmuck ist wie das perfekte Gewürz – es ergänzt immer das, was bereits da ist“.
Und wenn Abwechslung die Würze des Lebens ist, dann bietet uns Vintage-Modeschmuck alle Geschmacksrichtungen, von denen wir nur träumen können.
Entdecken Sie weitere Tipps für Sammler im Barnebys Magazin!



