Das viel zu kurze Leben von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) war vom Anfang bis zum Ende der Musik gewidmet. Sein Vater Leopold erkannte früh das außerordentliche Talent seines Sprösslings, den er bereits mit vier Jahren im Klavier- und Geigenspiel sowie im Komponieren unterrichtete. Es folgten Konzertreisen, auf denen das Wunderkind und seine nicht minder begabte Schwester Maria Anna „Nannerl“ (1751-1829) von Wien über Paris bis London für Furore sorgten.
Die Ursache für Mozarts Tod am 5. Dezember 1791 im Alter von nur 36 Jahren ist bis heute nicht geklärt, was zu allerhand Vermutungen führte, angefangen bei Mozart selbst, der glaubte, vergiftet worden zu sein. Dieses Rätsel, sein virtuoses Genie und sein faszinierendes Leben wurden im Laufe der Zeit immer wieder aufgegriffen, beispielsweise in Miloš Formans Film Amadeus von 1984 und in Falcos Lied Rock Me Amadeus von 1985.
Welche Mozart-Objekte auf dem Auktionsmarkt besonders erfolgreich waren, erfahren Sie im Folgenden.
5. Unvollendetes Manuskript von 1791
Platz 5 führt uns direkt zum Ende von Mozarts Leben: der unvollendet gebliebene handgeschriebene Satz einer Klavierkomposition in G-Dur für vier Hände. Aufgerufen am 6. Juni 2001 bei Christie’s in London für 50.000-70.000 GBP, wechselte das in brauner Tinte ausgeführte Manuskript für 355.750 GBP (594.458 Euro) den Besitzer. Mit diesem Klavierstück für zwei Spieler, an dem Mozart kurz vor seinem Tod arbeitete, schloss sich gewissermaßen der Kreis zu seinen frühen Jahren als Wunderkind, in denen er häufig gemeinsam mit Nannerl am Cembalo saß und entsprechende Stücke spielte.

4. Chagalls Bühnenvorhang für Die Zauberflöte
Ein wirklich großer Künstler wird nicht nur selbst regelmäßig von der Muse geküsst, sondern ist bisweilen selbst die Muse, die einem Kollegen einen inspirierenden Schmatzer aufdrückt. 1964 hieß dieser Künstlerkollege Marc Chagall, der von der Metropolitan Opera in New York den Auftrag erhielt, die Bühnenbilder, Requisiten und Kostüme für eine Inszenierung von Mozarts Die Zauberflöte zu gestalten. Drei Jahre arbeitete Chagall an dem Projekt.

Am 17. November 2020 kam der 13,37 x 19,81 Meter messende Bühnenvorhang für die Schlussszene der Oper bei Bonhams in New York mit einem Schätzpreis von 250.000-450.000 US-Dollar unter den Hammer – eine wundervolle Arbeit, die dem beliebten Musikwerk mit einem Crescendo aus fantasievollen Figuren auf leuchtend rotem Grund ein grandioses Finale bescherte. Verkauft wurde Chagalls Arbeit schließlich für 990.312 US-Dollar (847.707 Euro).
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3. Manuskript der finalen Szene von Die Hochzeit des Figaro
Um die Schlussszene einer anderen beliebten Mozart-Oper, Die Hochzeit des Figaro, geht es bei Platz 3 dieser Liste. Ein weiteres Mal haben wir es mit einem Manuskript des Komponisten zu tun, in diesem Fall jedoch mit einem vollendeten. Die Opera buffa war die erste Zusammenarbeit von Mozart mit dem italienischen Librettisten Lorenzo Da Ponte, zwei weitere folgten mit Don Giovanni und Così fan tutte. Als Vorlage diente das gesellschaftskritische Stück La folle journée ou Le mariage de Figaro („Der tolle Tag oder Die Hochzeit des Figaro“) von Beaumarchais aus dem Jahr 1778, weshalb einige Abmilderungen des Textes nötig waren, um die Oper mit kaiserlicher Genehmigung auf die Bühne zu bringen. Die Uraufführung fand am 1. Mai 1786 in Wien statt.
Das Manuskript der finalen Szene wurde wurde 2001 bei Sotheby’s für 751.250 GBP (1.195.990 Euro) versteigert.
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2. Manuskript mit 9 Symphonien
Nicht nur eine, sondern gleich neun Kompositionen Mozarts versammeln sich auf dem zweiten Platz. Es sind die Symphonien 22 bis 30, die in den 1770er Jahren entstanden waren und auf insgesamt 510 Seiten von Mozart niedergeschrieben wurden. Vermutlich war es Vater Leopold Mozart (1719-1787), der die Seiten in den 1780er Jahren binden ließ. Die neun gesammelten Werke kamen am 22. Mai 1987 bei Sotheby’s in London unter den Hammer und wurden für rund 2,37 Millionen GBP (ca. 3,36 Millionen Euro) verkauft, was sie zum damals teuersten Musikmanuskript der Auktionsgeschichte machte. Die Erwartungen hatten bei rund 900.000 GBP gelegen.
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1. Jugendporträt von 1770
Das bislang teuerste Mozart-Objekt der Auktionsgeschichte wurde am 27. November 2019 im Zuge von Christie’s „The Exceptional Sale“ in Paris versteigert, wo es 4.031.500 Euro erzielte (Schätzpreis 800.000-1.200.000 Euro).

Bei dem begehrten Objekt handelte es sich um ein 1770 entstandenes Porträt, das den damals 13-jährigen Wolfgang Amadeus Mozart an einem Cembalo sitzend darstellt. Das Porträt entstand in Verona, das eine der Stationen der ersten Italienreise war, die Mozart gemeinsam mit seinem Vater und Manager Leopold unternahm. Diese Reisen dienten dem Studium, aber auch der Arbeitssuche, denn das Wunderkind wurde langsam erwachsen und musste an eine finanzielle abgesicherte Zukunft denken.
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Was eine Anstellung betrifft, blieben die bis 1771 unternommen Italienreisen zwar ohne Erfolg, doch komponierte Mozart junior fleißig und spielte beeindruckende Konzerte. Arbeit fand er schließlich in seiner Heimatstadt Salzburg, bevor er sich 1781 als freischaffender Komponist in Wien niederließ. In den zehn Jahren, die ihm noch blieben, komponierte Mozart Sinfonien, Konzerte für verschiedene Instrumente, die Serenade Eine kleine Nachtmusik sowie unvergessliche Opern wie Die Hochzeit des Figaro (1786), Don Giovanni (1787) und Die Zauberflöte (1791), die heute noch immer gerne gespielt und gehört werden.
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Doch nicht nur die nach wie vor beliebten Schöpfungen des Komponisten selbst, sondern auch die Preissteigerungen der hier vorgestellten Objekte, zeugen von der noch immer anhaltenden Faszination für Wolfgang Amadeus Mozart.




