Für 393,4 Millionen GBP, was umgerechnet mehr als einer halben Milliarde US-Dollar entspricht, konnte Sotheby’s am Abend des 24. Juni Kunst von höchster Qualität in zwei aufeinanderfolgenden Auktionen versteigern, was einen neuen Rekord für den europäischen Auktionsmarkt darstellt.
Den Auftakt bildete die mit Spannung erwartete Auktion „Masterpieces from the Lewis Collection“, die 25 Werke bedeutender Künstler aus der Sammlung des britischen Unternehmers Joe Lewis umfasste.
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Die Auktion verpasste es nur knapp, ein White Glove Sale zu werden, denn einzig Edgar Degas’ Pastelle La Loge (1880) blieb unverkauft und konnte so nicht zu dem Gesamterlös in Höhe von 296,3 Millionen GBP (ca. 455,8 Millionen Euro) beitragen. Diese Summe macht die Lewis Collection zur bislang teuersten in Europa. Zuvor hatte diesen Titel die Sammlung von Yves Saint Laurent und Pierre Bergé inne, die 2009 in Paris für insgesamt 373,5 Millionen Euro versteigert worden war.

Die Top 5 unter den Losen waren Amedeo Modiglianis Nu assis au collier, das für 48,2 Millionen GBP (ein neuer Rekord für den Künstler in Europa) einen neuen Besitzer fand, gefolgt von Gustav Klimts Bildnis Gertrud Loew (Gertha Felsőványi) (36,2 Millionen GBP), Lucian Freuds Sleeping by the Lion Carpet (29,3 Millionen GBP), Edgar Degas’ Bronze Petite danseuse de quatorze ans (25,1 Millionen GBP) und Pablo Picassos Buste de femme (23,9 Millionen GBP).
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Eine hervorragende Preissteigerung konnte René Magrittes La Belle promenade für sich verbuchen, das mit den erzielten 16 Millionen GBP die Schätzung von 3-4 Millionen GBP weit hinter sich ließ und zudem einen neuen Rekord für eine Arbeit auf Papier des Künstlers aufstellte. Auch Gustave Caillebottes Portrait de Paul Hugot, das die Auktion eröffnete, erwies sich als begehrt und steigerte seine Schätzung von 3,5-4,5 Millionen GBP auf 10,3 Millionen GBP.
Im Anschluss wurden die 40 Lose der „Modern & Contemporary Evening Auction“ aufgerufen, von denen sechs unverkauft blieben. Die übrigen erzielten zusammen 97,1 Millionen GBP, was einem Anstieg von 55% gegenüber der entsprechenden Auktion im Vorjahr entspricht.

Angeführt wurde die Offerte von Claude Monets Nymphéas, dessen Schätzpreis von 30-40 Millionen GBP der mit Abstand höchste der Auktion war. Verkauft wurde das Werk aus dem Jahr 1907 schließlich für 40,8 Millionen GBP. Während Monets Seerosengemälde also das Top-Los der Auktion war, blieb das zweite Werk des Künstlers, das dessen geliebte Ehefrau Camille am Strand zeigt, hingegen unverkauft.
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Fortgesetzt wurde die Top 5 dieser Auktion mit Mark Rothkos Untitled von 1959 (9 Millionen GBP), Banksys Love Is In The Air (life size) (6,4 Millionen GBP), Wassily Kandinskys Fragment zu Improvisation II (Trauermarsch) (5,1 Millionen GBP) sowie Tote Stadt IV von Egon Schiele (4,5 Millionen GBP).
Fortgesetzt wurden Sotheby's London Sales am 25. Juni mit der "Contemporary Day Auction" und der "Modern Day Auction Including Masterpieces from the Lewis Collection", die das Gesamtergebnis der Auktionsreihe auf 393,4 Millionen GBP hoben und das Ergebnis der Lewis Collection um 10,3 Millionen GBP ergänzten (23 Werke aus der Lewis Collection kamen zum Aufruf und wurden zu 100% verkauft).

Sotheby’s London Sales mit moderner Kunst unterstreichen jenen Trend, der bereits 2025 den Auktionsmarkt geprägt hat: Das Hauptinteresse der Käufer liegt im obersten Preissegment, wobei Spitzenwerke aus bedeutenden Sammlungen besonders begehrt sind.
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Dieser anhaltende Aufwärtstrend war auch während der New Yorker Marquee Week im Mai spürbar gewesen, in der die drei führenden Auktionshäuser Christie’s, Sotheby’s und Phillips rund 2,5 Milliarden US-Dollar erwirtschaften konnten.
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Insgesamt beteiligten sich Sammler aus 45 Ländern an den Auktionen. Hoch war das Interesse von Sammlern aus Asien, deren erfolgreiche Gebotsabgaben ein Drittel der Gesamtsumme für die Lewis Collection ausmachten. Auch Gustav Klimts Bildnis Gertrud Loew (Gertha Felsőványi) wird demnächst gen Osten reisen.
Oliver Barker, Sotheby’s Chairman, Europe, zeigt sich mehr als zufrieden: „Diese Saison wird zweifellos in die Geschichte eingehen – gewiss für uns bei Sotheby’s, aber – so hoffe ich sehr – auch für London. Wir haben allen Grund, stolz zu sein. Wir haben außergewöhnliche Ergebnisse erzielt – und, wie ich glaube, auch solche, die als Wendepunkt für den Markt in Erinnerung bleiben werden. London im Juni hat eine ganz besondere Ausstrahlung. Seit Generationen ist die Stadt ein kulturelles Zentrum von enormer Anziehungskraft: ein Ort, an dem bedeutende Kunst bewahrt und neue künstlerische Stimmen gefördert werden, an dem große Sammlungen neue Wege einschlagen und außergewöhnliche Werke neue Hüter finden. All dies ist uns in den vergangenen Tagen auf eindrucksvolle Weise vor Augen geführt worden."
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