Am 14. Mai präsentiert Christie’s im Four Seasons Hotel des Bergues in Genf die Auktion „Magnificent Jewels“, in der atemberaubende Kreationen von führenden und begehrten Häusern wie Cartier, Van Cleef & Arpels und Harry Winston zum Aufruf kommen. Hervorgehoben werden müssen hier die 21 Preziosen aus einer der größten und bedeutendsten Privatsammlungen von Stücken des geheimnisvollen Pariser Juweliers JAR.
Lesen Sie auch: JAR: Die mysteriöseste Juweliermarke der Welt
Als das besondere Highlight der Offerte hat Christie’s die Ehre, einen der seltensten blauen Diamanten der Welt anbieten zu dürfen, bei dem es sich zudem um den größten Fancy Blue Vivid-Diamanten der Auktionsgeschichte handelt. Auf beeindruckende 23,24 ct bringt es der Stein im facettenreichen Birnenschliff, der auf den Namen The Golconda Blue getauft wurde.
Der Name setzt sich aus der Farbe und dem Fundort des Steins zusammen. Golconda, die erste Hauptstadt des gleichnamigen Sultanats in Südindien, war über Jahrhunderte bekannt für ihre ergiebigen Diamantenminen, die so bedeutende Steine wie den Großmogul, den Regent und den Blauen Wittelsbacher hervorgebracht haben. Letzterer, ein historischer Fancy Deep Grayish Blue-Diamant von (damals noch) 35,56 ct, wurde 2008 bei Christie’s in London für 16,4 Millionen GBP (18,4 Millionen Euro) versteigert.
Lesen Sie auch: 10 historische Diamanten, die man kennen sollte
Für den Golconda Blue werden nun 30-50 Millionen CHF (ca. 32-54 Millionen Euro) erwartet – ein Schätzpreis, der auf der Seltenheit und Größe des Steins, aber auch auf seiner besonderen Geschichte beruht.

The Golconda Blue befand sich einst im Besitz der Maharadschas von Indore. 1923 ließ ihn Maharadscha Tukojirao Holkar III bei Chaumet in Paris in ein Armband fassen. Zehn Jahre später ernannte Tukojirao Holkars Sohn und Nachfolger Yeshwant Rao Holkar II die ebenfalls in Paris ansässige Maison Mauboussin zu seinem Hofjuwelier. Yeshwant Rao Holkar II und seine Gemahlin, Maharani Sanyogitabai Devi von Indore, waren in den 1920er und 1930er Jahren Teil der europäischen Gesellschaft und besonders für ihr elegantes Auftreten bekannt. Yeshwant Rao Holkar II ließ bei Mauboussin viele Schmuckstücke seiner Sammlung umarbeiten. Der Golconda Blue wurde zusammen mit den berühmten birnenförmigen Indore-Diamanten, die sein Vater 1913 bei Chaumet erworben hatte, in eine imposante Halskette gefasst. Eben dieses Schmuckstück trägt Maharani Sanyogitabai Devi auf einem Porträt von Bernard Boutet de Monvel.
Später gehörte auch Harry Winston zu den Juwelieren, mit denen Maharadscha Yeshwant Rao Holkar II zusammenarbeitete. 1946 erwarb Harry Winston zunächst die Indore Pears, im Jahr darauf den Golconda Blue, den er zusammen mit einem weißen Diamanten von gleicher Größe in eine Brosche fasste und an den Maharadscha von Baroda verkaufte. Später kam es zu einem Rückkauf und nach einer weiteren Umarbeitung zum Erwerb durch den aktuellen Besitzer. Bei Christie’s wird der Golconda Blue nun zum ersten Mal bei einer Auktion angeboten – in einer Ringfassung von JAR.
Lesen Sie auch: Harry Winston: Der Juwelier der Stars

Möchten Sie Artikel wie diesen direkt in Ihrem Posteingang entdecken? Dann melden Sie sich noch heute für unseren kostenlosen Newsletter an!
Rahul Kadakia, Christie's International Head of Jewelry, ist begeistert: „Außergewöhnliche Edelsteine dieses Kalibers kommen nur einmal im Leben auf den Markt. Im Laufe seiner 259-jährigen Geschichte hatte Christie’s die Ehre, einige der bedeutendsten Golconda-Diamanten der Welt anzubieten, darunter den Erzherzog Joseph, den Princie und den Wittelsbacher. Mit seinem königlichen Erbe, seiner außergewöhnlichen Farbe und seiner außergewöhnlichen Größe ist der Golconda Blue wahrlich einer der seltensten blauen Diamanten der Welt.“
Weitere Neuigkeiten vom Auktionsmarkt finden Sie im Barnebys Magazin




