Der Frühling steht für Fruchtbarkeit und Erneuerung. Er ist die Jahreszeit der Blüten und die gesamte Natur sieht aus, als wäre sich von einem verliebten Maler gestaltet worden. Kein Wunder also, dass der Frühling Thema vieler berühmter Gemälde ist.
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Sandro Botticelli, Frühling, ca. 1478-82

Auf vielen Seiten ist dieses Gemälde von Sandro Botticelli beschrieben und besprochen worden. Wir müssen uns an dieser Stelle leider kurz halten und können nur hervorheben, dass Kunsthistoriker es für ein sehr allegorisches Bild halten. Neben Venus und Amor in der Mitte tummeln in der Komposition die drei Grazien, Merkur, Zephyr, die Nymphe Clori und die in Blumen gekleidete und Blumen über die Welt verteilende Flora. Das Werk ist für mannigfaltige Interpretationen wie geschaffen, doch scheinen Jugend, Leidenschaft, Fruchtbarkeit, Liebe und Fortpflanzung im Mittelpunkt zu stehen. Es ist die freudigste aller Jahreszeiten, die aber auch sehr schnell vergeht (in diesem Fall dargestellt durch die tanzenden Drei Grazien, die die schnell dahinfliegenden Stunden symbolisieren).
Giuseppe Arcimboldo, Der Frühling, ca. 1573

Der Frühling ist Teil der Reihe Die vier Jahreszeiten des italienischen Künstlers Giuseppe Arcimboldo und eines seiner spektakulären anthromorphisierenden Stillleben. Das aus Blüten und jungen Blättern zusammengefügte Bildnis strahlt im Gegensatz zu den folgenden, Sommer, Herbst und Winter, reine Jugendlichkeit und Kraft aus.
Pierre-Auguste Renoir, Frühlingsbouquet, 1866

Bei dem Wort "Frühling" denkt man sofort an Blüten und dieses Stillleben von Renoir setzt Blüten und Blumen perfekt in Szene und erweckt sie durch die Wahl seiner Farben und seiner perfekten Technik fast zum Leben. Das Gleichgewicht von Licht und Schatten verleiht dem Werk eine realistische Note, während die breite Farbpalette für Lebendigkeit sorgt.
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Claude Monet, Frühling, 1886

Betrachtet man Claude Monets Gemälde Frühling von 1886, möchte man sich am liebsten zu dem dargestellten Pärchen gesellen, dass es sich unter einigen blühenden Bäumen gemütlich gemacht hat. Es genießt die frische Luft und die Wärme der Sonne, die bereits kräftig genug ist, um sich ein schattiges Plätzchen zu suchen.
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Vincent van Gogh, Angeln im Frühling, 1887

Als Vincent van Gogh 1886 nach Paris kam, freundete er sich mit seinem Malerkollegen Paul Signac an. Auf Signac aufmerksam wurde er, als er in einer Ausstellung der Impressionisten einige seiner Werke und Arbeiten von Georges Seurat sah. Beide Künstler befanden sich mit ihrer Technik auf dem Weg zum Pointillismus. Für Angeln im Frühling, das an der Seine am Pont de Clichy in der Nähe von Asnières entstand (Van Gogh und Signac malten dort mehrmals gemeinsam) ist der Einfluss Signacs auf Van Gogh deutlich zu spüren.
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Alfred Sisley, Frühlingslandschaft – Pfad in der Nähe von Moret-sur Loing, 1889

Alfred Sisley kam als Sohn englischer Eltern in Paris zur Welt. Eigentlich sollte er in die Fußstapfen seines Vaters treten und Kaufmann werden, doch war es die Kunst, die ihn in ihren Bann zog. Nachdem er zunächst von Turner, Corot und Courbet beeinflusst worden war, wandte er sich mit der Zeit dem Impressionismus zu. Mit Renoir und Monet war er befreundet. 1880 zog Sisley in das unweit von Paris gelegene Moret-sur-Loing, wo er und seine Malerkollegen viele Motiven fanden. Diese Frühlingslandschaft entstand 1889 unweit von Moret-sur-Loing.
Paul Gauguin, Der Verlust der Jungfräulichkeit, 1891

In diesem Gemälde setzt Paul Gauguin das Frühlingserwachen mit dem Verlust der Jungfräulichkeit gleich. Entstanden ist das Werk während Gauguins symbolisitscher Phase. Es zeigt eine bretonische Landschaft mit einer nackten junge Frau im Vordergrund, die in ihrer rechten Hand eine Blüte (das Symbol ihrer Jungfernschaft) hält, während ihr linker Arm einen Fuchs umarmt, der die Lust symbolisiert. Im Hintergrund ist ein Hochzeitszug zu erkennen, der sich der Frau nähert. Für das Gemälde Modell gelegen hatte Gauguins 20-jährige Geliebte Juliette Huet, die er mit seinem Kind unter dem Herzen sitzen ließ, um nach Tahiti zu gehen.
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Franz von Stuck, Ringelreihen, 1910

Mit seinen drei tanzenden Grazien bringt Franz von Stuck die ganze Lebensfreude und Verspieltheit des Frühlings zum Ausdruck, die beinahe schon greifbar erscheinen. Tanzende Menschen, gerne auch im Kreis, sind mehrfach im Œuvre des großen Symbolisten anzutreffen. Anregung für seine Bilder holte er sich in Mythen, Fabeln und Allegorien.
John William Waterhouse, Frühlingslied, 1913

Der englische Maler John William Waterhouse wird der Gruppe der Präraffaeliten zugeordnet (denkt man an Präraffeliten-Modelle wie Elizabeth Siddal oder Fanny Cornforth, ist die rothaarige Frau in Frühlingslied ja schon beinahe obligatorisch). Die Schöne mit dem "tizianfarbenem" Haar wurde von Waterhouse in einer arkadische Landschaftskulisse platziert, wo sie unter rosa blühenden Bäumen Frühblüher, darunter Narzissen, pflücken.
Gustav Klimt, Italienische Gartenlandschaft, 1913

Gustav Klimt malte mit Gold hinterlegte Porträts genauso wie üppige Blumenbilder, wie Bauerngarten mit Sonnenblumen (1907), Bauerngarten (1907), Apfelbaum (1912) oder eben Italienische Gartenlandschaft aus dem Jahr 1913. Doch auch in Klimts anderen Werken tauchen Blumen und Blüten immer wieder auf, z. B. in Die Jungfrau (1913), Adele Bloch-Bauer II (1912), Bildnis der Eugenia Primavesi (1912/13) oder auch in seinem berühmtesten Werk Der Kuss (1908/09).




