Der Wachmann war’s. So lautet die Antwort auf die Frage, wer für die Beschädigung des Gemäldes Drei Figuren der russischen Avantgarde-Künstlerin und Malewitsch-Schülerin Anna Leporskaja (1900-1982) verantwortlich ist. Doch der Reihe nach.
Am 7. Dezember letzten Jahres bemerkten zwei Besucher der Ausstellung „Die Welt als Ungegenständlichkeit. Die Geburt einer neuen Kunst“ in der Kunstgalerie des Jelzin Zentrums in Jekaterinburg, dass eines der Exponate, das Gemälde Drei Figuren (1932-34) der in der heutigen Ukraine geborenen Malerin Anna Leporskaja, nicht so aussah, wie es sein sollte. Zwei der drei eigentlich leeren Gesichter waren mit Hilfe eines Kugelschreibers mit Kreisen versehen worden, die Augen darstellen sollten. Die beiden Entdecker meldeten dies den Museumsmitarbeitern und das Gemälde wurde aus der Ausstellung entfernt.

Drei Figuren war als Leihgabe für die Dauer der Ausstellung von der Staatlichen Tretjakow Galerie in Moskau an das Jelzin Zentrum zur Verfügung gestellt worden. Sofort wurde ein Restaurator der Galerie hinzugezogen, der das Gemälde für die Beseitigung des Schadens mit nach Moskau nahm. Die dortigen Experten stellten fest, dass es nach der Instandsetzung keine bleibenden Schäden geben würde und die Versicherungsgesellschaft, die den Wert des Gemäldes auf 74,9 Millionen Rubel (ca. 854.000 Euro) taxiert hatte, erklärte, die Kosten in Höhe von 250.000 Rubel (ca. 2.850 Euro) zu übernehmen.
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Wie The Art Newspaper Russia am 13. Januar berichtete, meldete das Jelzin Zentrum den Vorfall erst am 20. Dezember der Polizei von Jekaterinburg, die auf eine Strafverfolgung aufgrund des geringen Schadens jedoch verzichtete. Das Jelzin Zentrum selbst äußerste sich erstmals am 14. Januar in einer Pressemitteilung dazu und gab an, aufgrund der laufenden Untersuchungen bislang von einer Bekanntgabe abgesehen zu haben.
Mittlerweile hat das Kulturministerium der Russischen Förderin Beschwerde bezüglich der nicht erfolgten Strafverfolgung eingereicht, sodass nun ein Verfahren gegen den Täter wegen „Zerstörung oder Beschädigung von Kulturgütern“ eingeleitet wurde.
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Die Identität des Täters konnte daraufhin anhand des Videomaterials der Überwachungskameras, das das Jelzin Zentrum den Strafverfolgungsbehörden nun zur Verfügung stellte, ermittelt werden. Wie das Zentrum in den Sozialen Medien mitteilte, handelte es sich dabei um einen Wachmann des privaten Sicherheitsdienstes, der eigentlich eingestellt worden war, um die Unversehrtheit der Ausstellungsstücke zu garantieren.
Weshalb der Wachmann, der seine fragwürdige künstlerische Ader an seinem ersten Arbeitstag bei die Sicherheitsfirma entdeckte, tat, was er tat, ist aktuell noch unbekannt und wird möglicherweise im Zuge der weiteren Ermittlungen aufgeklärt werden können.
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