Man Ray (1890-1976), der älteste Sohn, russisch-jüdischer Immigranten, wurde am 27. August 1890 in Süd-Philadelphia geboren. Sein Vater arbeitete in einer Bekleidungsfabrik und betrieb nebenbei zuhause eine Schneiderei, wofür er die Hilfe all seiner Kinder benötigte. Obwohl er sich in späteren Jahren von seiner Familie distanzierte, sollte die Erfahrung auf dem Gebiet der Schneiderei einen nachhaltigen Einfluss auf Man Rays Kunst haben, wie Kunsthistoriker immer wieder betonen, die eine Ähnlichkeit zwischen seinen Collagen und seiner Maltechnik und dem Schneiderhandwerk erkennen.
Seine künstlerische Karriere begann Man Ray in New York als Werbekünstler und technischer Illustrator, wobei er hauptsächlich die Stile des 19. Jahrhunderts aufgriff. Mit seiner Einschreibung an der Ferrer School im Jahr 1912 begann schließlich eine Phase der persönlichen künstlerischen Weiterentwicklung.
1913 besuchte er die Armory Show, in der er die europäische Avantgarde-Kunst kennenlernte. Von da an begann er im Stil des Kubismus zu malen, um schließlich seinen eigenen Stil zu entwickeln.
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Die Freundschaft mit Marcel Duchamp, den er 1915 kennengelernt hatte, führte zur Gründung der Proto-Dada-Bewegung. So wie Duchamp, der sich damals mit der Darstellung von Bewegung in statischen Gemälden beschäftigte, begann auch Man Ray sich dieser Thematik zu widmen. Zunächst diente die Fotografie dazu, seine Arbeit zu dokumentieren, doch 1918 entstanden schließlich seine ersten signifikanten Aufnahmen.
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Bald wandte er sich vollkommen dem Dada zu, veröffentlichte zwei Zeitschriften, entwickelte neue fotografische Techniken und begann ebenfalls mit Readymades (zu Kunstwerken abgeänderte gewöhnliche Objekte, für die vor allem Duchamp bekannt wurde) zu arbeiten.

1921 zog Man Ray nach Paris, wo er sich im Künstlerstadtteil Montparnasse niederließ. Dort traf er Kiki de Montparnasse (eigentlich Alice Prin) und die beiden verliebten sich ineinander. Das Paar verbrachte einen Großteil der 1920er Jahre gemeinsam und Kiki wurde das Modell für einige von Man Rays berühmtesten Fotografien, darunter Le Violon d'Ingres, das Kikis nackte, mit f-Löchern verzierte Rückseite zeigt, die an eine Geige erinnern soll.
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Erstmals ausgestellt wurde die Fotografie 1925 auf der ersten Surrealisten-Ausstellung in der Galerie Pierre in Paris, wo Man Rays Werk neben Arbeiten von wegweisenden Künstlern wie Max Ernst, André Masson, Pablo Picasso und Joan Miró zu sehen war.
Auch wurde Man Ray bekannt für eine Fotografien mit afrikanischen Objekten, die in Pariser Sammlungen gezeigt wurden, was zu einigen berühmten Bildern führte, allen voran Noire et blanche von 1926, das Kiki, mit dem Kopf auf einem Tisch ruhend und eine afrikanische Maske haltend, zeigt. Erstmals veröffentlicht wurde die Aufnahme in der Vogue.
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Über zwei Jahrzehnte war Man Ray einer der bekanntesten Fotografen von Paris und Europa, der Porträtaufnahmen von vielen führenden Mitgliedern der internationalen Kunstszene machte, darunter Peggy Guggenheim, Jean Cocteau, Salvador Dalí und viele mehr.
Nachdem Man Ray während des Zweiten Weltkriegs gezwungen war, Paris zu verlassen, ließ er sich 1940 in Los Angeles nieder, wo er Juliet Browner traf, eine ausgebildete Tänzerin und Künstlermodell. Die beiden heirateten 1946 in einer Doppelhochzeit mit dem Künstlerpaar Max Ernst und Dorothea Tanning.
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Nach dem Krieg kehrte er nach Paris zurück und setzte die Arbeit an seiner Kunst fort, schuf neue Gemälde, Collagen, Objekte und Fotografien oder kehrte zu älteren Projekten zurück. Man Ray starb am 18. November 1976 an den Folgen einer Lungeninfektion.
Seit Mai 2022 darf er sich rühmen, der teuerste Fotograf auf dem Auktionsmarkt zu sein, nachdem ein Abzug von Le Violon d'Ingres von 1924 bei Christie's für 12,4 Millionen US-Dollar (11,5 Millionen Euro) versteigert wurde.
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