Eines der zweifelsohne ikonischsten Stücke in der Geschichte der Damenmode ist das kleine schwarze Kleid, ein schlichtes wenn auch stylisches Kleidungsstück, dessen Beliebtheit bis heute andauert.
Hubert de Givenchy setzte den Fokus in den 1950er und 1960er Jahren auf einen eleganten Chic, als er ein Konzept einführte, das Haute Couture in täglich tragbare Mode umwandelte. Seine Schnitte schmeichelten der weiblichen Figur, seine Ästhetik war zurückhaltend und zugleich raffiniert.
Hubert de Givenchy kam 1927 im französischen Beauvais als Spross einer Adelsfamilie zur Welt und interessierte sich schon früh für Kunst, Stoffe und Bühnenbilder. Im Alter von 17 Jahren schrieb es sich an der École des Beaux Arts ein und begann seine Karriere später in angesehen Modehäusern wie Jacques Fath und Richard Piguet. Ebenso arbeitete er mit zukünftigen Superstars der Modeszene wie Pierre Balmain und Christian Dior zusammen.
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1952, im Alter von 35 Jahren, eröffnete er in Paris sein Maison Givenchy, in dem er die Modeszene revolutionierte und aus erschwinglichen Stoffen schmeichelhafte Designs mit stromlinienförmigen Silhouetten, voluminösen Ärmeln, gegürtete Taillen und weiten Röcken zauberte. Dazu sagte Givenchy einmal: "Ich wollte nie ein typisches Modehaus erschaffen. Mein Traum war es, eine große Boutique zu haben, in der sich Frauen einfach und einfallsreich kleiden können. Mit Kleidung aus fabelhaften Stoffen, die auch auf Reisen bequem zu tragen, aber nicht zu teuer ist." Einer seiner berühmtesten Entwürfe war die Bluse Bettina, benannt nach Bettina Graziani, dem angesagtesten französischen Mannequin der 1950er Jahre. 1954 brachte Maison Givenchy eine Prêt-à-Porter-Kollektion auf den Markt, die erste Konfektionslinie eines Haute Couture-Hauses.
Damals arbeitete Givenchy mit seinem Mentor und Freund, dem spanischen Modedesigner Cristóbal Balenciaga zusammen und führte mit ihm einige ikonische Designs der 1950er Jahre ein, darunter das Sackkleid, das Baby-Doll-Kleid und den Ballon-Mantel.

1953 lernte er schließlich die Frau kennen, die sein Leben und seine Karriere für immer verändern sollte. Als ihm mitgeteilt wurde, er solle für den Film Sabrina eine Miss Hepburn ausstatten, ging er davon aus, dass es sich dabei um die berühmte Katharine Hepburn handeln würde. Und so war Hubert de Givenchy überrascht, auf die zierliche Audrey Hepburn zu treffen, die zum damaligen Zeitpunkt erst eine Hauptrolle gespielt hatte (für die sie allerdings direkt mit dem Oscar als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet werden sollte: Ein Herz und eine Krone mit Gregory Peck). Aus dieser ersten Begegnung sollte jedoch eine lebenslange Freundschaft und professionelle Zusammenarbeit entstehen.

40 Jahre lang war Audrey Hepburn Givenchys größte Muse und gleichzeitig die berühmteste Botschafterin der Marke. In Hepburn anmutiger und eleganter Gestalt manifestierte sich Givenchys Vision einer modernen Frau, die sich in täuschend schlichten und wunderschön geschnittenen Kleidern weiblich und stilvoll fühlen wollte. Dazu äußerte sich Hepburn: "Seine Kleider sind die einzigen, in denen ich mich wie ich selbst fühle. Er ist mehr als ein Designer, er ist ein Schöpfer der Persönlichkeit." Die Bewunderung war gegenseitig und Givenchy meinte einmal: "Es gibt keine lebende Frau, die nicht davon träumt, wie Audrey Hepburn auszusehen." 1957 wurden Parfums von Givenchy eingeführt, unter ihnen der von Audrey Hepburn inspirierte Signature-Duft.

Für den Filmklassiker Frühstück bei Tiffany von 1961, nach dem Roman von Truman Capote, entwarf Givenchy für Audrey Hepburn das "kleine schwarze (Kleid)". Es war der Auftakt zu einem Stil von zurückhaltender Eleganz, der allgemein chic war. Der Designer und die Schauspielerin arbeiteten für viele Filme zusammen, darunter Ariane - Liebe am Nachmittag, Charade, Zusammen in Paris und Blutspur.
Nach dem fulminanten Auftakt durch Frühstück bei Tiffany verbreitete sich Givenchys Ruhm in den 1960er Jahren weltweit. Neben Audrey Hepburn kleidete er viele berühmte Damen aus, darunter Jackie Kennedy, Grace Kelly, die Vogue-Chefredakteurin Diana Vreeland sowie die oscarprämierte Schauspielerin Sophia Loren.
1969 erweitere das Maison Givenchy sein Angebot um eine Linie für den Herrn, in den 1970er und 1980er Jahren kamen Handtaschen, Accessoires, Schuhe und sogar Luxusautos für Ford hinzu.
Mein Traum war es, eine große Boutique zu haben, in der sich Frauen einfach und einfallsreich kleiden können.
1988 verkaufte Hubert de Givenchy sein Unternehmen an LVMH, war zunächst jedoch weiterhin als Chefdesigner tätig. Ab 1995 übernahmen andere Designer, John Galliano, Alexander McQueen, Julien MacDonald und Riccardo Tisci, diesen Posten.

Eine weitere künstlerische Freundschaft im Leben Hubert de Givenchys war jene mit Alberto Giacomettis jüngerem Bruder Diego, die bis zu dessen Tod im Jahr 1985 währte. Viele Werke des Bildhauers zierten Givenchys Anwesen Château du Jonchet an prominenter Stelle. Im März 2017 wurde die 21-teilige Giacometti-Sammlung von Givenchy bei Christie's versteigert.
Ein Jahr darauf starb Hubert de Givenchy im Alter von 91 Jahren in seinem Schloss. Bernard Arnault, CEO von LVMH, sagte über den legendären Couturier: "Er war einer jener Designer, die Paris nach 1950 in den Mittelpunkt der Modewelt rückten und gleichzeitig für ihre eigene Marke eine einzigartige Persönlichkeit schufen. Givenchy hat es sowohl bei seinen eleganten Abendkleidern als auch bei seinen Kleidungsstücken für den Alltag zwei seltene Eigenschaften vereinen können: innovativ und zeitlos zu sein."
Auch nach dem Tod Givenchys lebt seine Vision einer modernen, raffinierten Frau weiter. 2017 wurde Claire Waight Keller, die bereits für Ralph Lauren und Gucci gearbeitet hatte, die künstlerische Leitung von Givenchy. Ihre wohl bekannteste Kreation ist das Hochzeitskleid von Meghan Markle, die darin im Mai 2018 vor den Altar trat.
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Weiterhin im Fokus der Marke Givenchy stehen glamouröse Silhouetten, die mühelos chic sind. Mit seinen Prêt-à-Porter- und Haute Couture-Kollektionen sowie Schmuck, Schuhen und Lederwaren begeistert das Haus noch immer und bedient die Erwartungen an ein Modehaus im 21. Jahrhundert.



