Philippe Halsman wurde am 2. Mai 1906 in Riga, Lettland, als Sohn eines Zahnarztes und einer Lehrerin geboren. Im Alter von 15 Jahren entdeckte er dank der Familienkamera seine Leidenschaft für die Fotografie. Während seines Studiums der Elektrotechnik in Dresden konnte er nebenbei bereits Geld damit verdienen.
1928 unternahmen Vater und Sohn Halsman eine Wanderung in den österreichischen Alpen, während der es zu seinem Unfall kam. Philippes Vater erlitt schwere Kopfverletzungen, die zu seinem Tod führten. Fälschlicherweise wurde Philippe als Mörder angeklagt und in einem international Aufsehen erregenden Prozess zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Dass er schließlich nur bis 1931 seine Zeit hinter Gittern verbrachte, hatte er nicht nur seiner Schwester Liouba zu verdanken, sondern auch bedeutenden Intellektuellen wie Sigmund Freud, Thomas Mann und Albert Einstein, die sich für seine Freilassung einsetzten. Dies geschah mit der Auflage, dass er Österreich für immer verlassen musste.

Mit der Unterstützung von Minister Paul Painlevé, der ihm mit seinem Asylantrag half, ließ sich Philippe Halsman in Paris nieder. Er eröffnete ein Studio als freiberuflicher Modefotograf und machte mehrere Shootings für die Vogue. Sein erstes Promi-Porträt entstand 1934 mit einer Aufnahme des Schriftstellers André Gide. Daran anknüpfend verewigte er weitere Pariser Persönlichkeiten wie Claude Simon, Paul Valéry, André Malraux, Marc Chagall und Le Corbusier. Schnell konnte er einen Ruf als bester Fotograf der Stars etablieren.
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Vom Direktor der Ballets Russes, Sergei Diaghilev, übernahm der den Ausspruch „Überraschen Sie mich!“, den dieser gegenüber Jean Cocteau verwendet hatte. Der berühmte Satz sollte Halsmans gesamte Karriere prägen, zunächst in Paris, das er wegen des Kriegs schließlich verlassen musste, später in den USA.
1936 entwickelte Philippe Halsman eine 9 x 12 cm Doppelobjektivkamera für seine Porträts. Im Jahr darauf heiratete er die auf Kinderporträts spezialisierte Fotografin Yvonne Moser, mit der er die beiden Töchter Irene und Jane bekam und sein Leben lang auch beruflich verbunden war.
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Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs veranlasste den jüdisch-stämmigen Halsmann 1940, Frankreich zu verlassen. Da sie französische Pässe hatten, gingen seine Frau und seine beiden Töchter voran. Philippe Halsman konnte seiner Familie erst einige Monate später folgen, dank der Hilfe von Albert Einstein und dem Emergency Rescue Committee. Im Gepäck hatte er nur seine Kamera, einige Abzüge und seinen lettischen Pass.
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Es dauerte nicht lange, bis er in Amerika und darüber hinaus an seine früheren Erfolge anknüpfen konnte und Titelseiten für Magazine wie Time, Picture Post und LIFE lieferte. Für LIFE schuf er über hundert Titelseiten, was einen Rekord für einen Fotografen darstellt.
Einige von Philippe Halsmans bekanntesten Fotografien zeigen Berühmtheiten wie Richard Nixon, Frank Sinatra, Ava Gardner, Marlon Brando, Marilyn Monroe, Audrey Hepburn, Cary Grant, Alfred Hitchcock und natürlich Albert Einstein. 1941 traf er auf Salvador Dalí, woraus sich eine 37 Jahre andauernde Zusammenarbeit entwickeln sollte. Gemeinsam schufen sie zahlreiche surrealistische Aufnahmen mit verschiedenen Techniken, darunter das berühmte Bild Dalí Atomicus, das 1948 in LIFE veröffentlicht wurde.
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Über viele Jahre beschäftigte sich Halsman mit dem kreativen Potenzial der der Bilderfassung und entwickelte mehrere Kameras, um alle seine kreativen Bedürfnisse abzudecken.
Besonders berühmt wurde seine Jumpology, mit der er seine Modelle inmitten einer Bewegung, genau genommen inmitten eines Sprungs in die Luft, verewigte, um so ihren natürlichsten Ausdruck einzufangen.

1949 veröffentlichte Halsman einen Bildband mit Berühmtheiten, die den Sprung gewagt hatten und auf den Fotos, nach seiner Aussage, „ohne Maske“ zu sehen waren – mit einem Gesicht, dass ihre wahre Persönlichkeit widerspiegelte. Diese Jumping Style oder Jumpology genannte Technik, unterstreicht seinen Ruf als einer der größten Fotografen des 20. Jahrhunderts.
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Auf dem Auktionsmarkt erzielen Fotografien des am 25. Juni 1979 in New York verstorbenen Philippe Halsman Zehntausende Euro. Zu den teuersten Werken gehören vor allem die Porträts von Marilyn Monroe, die mehrfach von ihm fotografiert wurde. Und so ist ist Hollywoodikone auch auf dem aktuell teuersten Foto von Philippe Halsman zu sehen: Marilyn Monroe Jumping von 1959 erzielte 2013 bei Sotheby’s 100.000 US-Dollar (78.000 Euro).
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