Perlen zählen zu den ältesten Schmuckstücken überhaupt, vermutlich zufällig entdeckt vor tausenden Jahren von unseren Vorfahren, die, auf der Suche nach Nahrung, Muscheln aufbrachen und in einigen von ihnen diese schimmernden Kleinode vorfanden. Von Europa bis China entwickelten sie sich zu einem Statussymbol, dem nachgesagt wurde, dass es sich um „Tränen der Götter“ handele. Antike Herrscher behängten sich mit Perlen und Kleopatra soll ihre Überlegenheit gegenüber Rom damit demonstriert haben, dass sie eine besonders große Perle in Wein auflöste und trank. Im Mittelalter wurde die Perle von der Kirche in ein Symbol der Reinheit der Jungfrau Maria verwandelt und weniger im weltlichen Bereich getragen. Dies änderte sich mit der Entdeckung Amerikas und den dortigen enormen Vorkommen an Süß- und Salzwasserperlen.
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Im 18. Jahrhundert begann sich allmählich die Erkenntnis durchzusetzen, dass Perlen keineswegs den Tränenkanälen von Gottheiten entspringen, sondern von den sie beherbergenden Muscheln durch natürliche Umstände produziert werden. Der Faszination, die sie auslösen, tat das jedoch keinen Abbruch und Perlenschmuck blieb ein Dauerbrenner in den Schatullen der oberen Gesellschaftsschichten, die sich die seltenen und daher teuren Kügelchen leisten konnten.
Aufgrund ihrer Seltenheit und der Begehrlichkeit, die sie erzeugten, wurden Perlen schon früh gefälscht bzw. imitiert, wobei gerne auf Glas zurückgegriffen wurde. Die ersten erfolgreichen Versuche zur Schaffung von Zuchtperlen erfolgten 1893 durch den Japaner Kokichi Mikimoto, wobei diese Perlen von Fälschungen natürlich klar zu unterscheiden sind. In den 1920er Jahren machte Coco Chanel lange Modeschmuckketten aus falschen Perlen zum Trend und in den 1960er Jahren wurde Modeikone Jackie Kennedy selten ohne ihre dreireihige Perlenkette gesichtet, wobei es sich dabei tatsächlich um Perlenimitate handelte.
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Welche Perlenarten gibt es?
Natürliche Perlen sind heute äußerst selten. Vor allem die Verschmutzung der Meere trägt dazu bei, dass natürliche Perlen – wenn überhaupt – nur noch als Zufallsfunde von Fischern an die Oberfläche gelangen. Wer natürliche Perlen ersteigern möchte, sollte sich auf dem Auktionsmarkt nach antiken Schmuckstücken umschauen. Die meisten dieser antiken Perlen stammen aus dem Persischen Golf oder dem Roten Meer und werden daher auch als Orient-Perlen bezeichnet. Daneben sind auch Flussperlen zu finden, die aus fließenden Gewässern der Nordhalbkugel stammen. Die Flussperlmuschel gilt heute jedoch als gefährdete Art und steht zumindest in Europa unter Schutz.

Neben den aus Muscheln gewonnenen natürlichen Perlen gibt es auch solche, die in anderen Meeresbewohnern heranwachsen, nämlich in Meeresschnecken. In dem auch Abalone genannten Seeohr entstehen meist längliche oder kegelförmige Perlen in dunklen Blau-, Grün- und Violetttönen. In der Melonenschnecke (Melo) können große Perlen in Orange wachsen, während die Große Fechterschnecke die rosa Conch-Perlen hervorbringt. Diese Schneckenperlen sind ebenfalls sehr selten.

Während das Züchten von Perlen in Meeresschnecken – von wenigen Versuchen abgesehen – keine Rolle spielt, hat es in Muscheln eine mittlerweile über 100-jährige Tradition (siehe oben). Fast alle Perlen, die man heute kaufen kann, sind Zuchtperlen (auch Kulturperlen genannt), die, nachdem der Mensch die Muschel entsprechend präpariert hat, jedoch genauso heranwachsen wie ihre natürlichen „Kolleginnen“. Es gibt sowohl Süß- als auch Salzwasserzuchtperlen.
Die meisten Süßwasserzuchtperlen stammen heute aus China, wo die Industrie in den 1960er Jahren begann. Davor war Japan marktführend, vor allem mit den Perlen aus dem Biwa-See.
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Unter den Salzwasserzuchtperlen ist die Akoya-Perle die bekannteste, die meist weiß oder cremefarben ist, aber mit entsprechender Behandlung auch andere Farbtöne haben kann. Sie stammt vor allem aus japanischen und chinesischen Gefilden, aber auch aus Tahiti und Vietnam. Apropos Tahiti-Perle: diese wurde um 1845 in Europa bekannt (vor allem durch die schmuckvernarrte Kaiserin Eugénie). Heute sind auch Tahiti-Perlen meist Zuchtperlen, die vor allem für ihre dunklen Farbtöne bekannt sind und in ihrer Heimat Französisch Polynesien gezüchtet werden. Im Dreieck zwischen Indonesien, den Philippinen und Australien wachsen die weißen, silbernen und goldfarbenen Südsee-Perlen heran, die wie die Tahiti-Perlen zu den größten Zuchtperlen zählen.

Eine speziell gezüchtete Salzwasserperle ist die Mabé-Perle. Sie wächst direkt an der Muschelschale heran und zeichnet sich daher durch ihre halbrunde Form aus. Ein Nebenerzeugnis einiger Zuchtmuscheln (meist Akoya-Muscheln) sind die sogenannten Keshi-Perlen – eine Bezeichnung, die aus dem Japanischen stammt. Keshi bedeutet „Mohnsamen“ und spielt auf die geringe Größe dieser Perlen an. Bei sehr kleinen Perlen spricht man auch von „Saatperlen“, wobei diese auch antike Perlen von sehr geringer Größe bezeichnen.
Die über die Jahrhunderte anhaltende Beliebtheit von Perlen wird nicht zuletzt dadurch deutlich, dass sie immer wieder imitiert werden – meist aus Glas, das anschließend mit einer Schicht überzogen wird, die die irisierenden Eigenschaften einer Perle nachahmt. Von der Tahiti- bis zur Saatperle ist keine Perle davor sicher kopiert zu werden. Doch natürlich gibt es auch hier Unterschiede.
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Um falsche Perlen von hoher Qualität handelt es sich bei den Majorica-Perlen, die nach dem Ort ihrer Herstellung auch als Mallorca-Perlen bezeichnet werden. Als Kern dient hierbei kein Glas sondern gehärteter Sand, der wiederholt mit Schichten aus perlmutthaltigen und perlmuttähnlichen Materialien wie etwa pulverisierten Fischschuppen ummantelt wird. Gründer des Unternehmens war der aus Aachen stammende Fabrikant Eduard Heusch.
Wie unterscheidet man echte von falschen Perlen?
Wer sicher gehen möchte, dass er kein Perlenimitat kauft, kann einige Tests vornehmen. Echte Perlen (egal, ob natürlich oder gezüchtet) sind selten perfekt rund und verfügen zudem über eine leicht raue Oberfläche, was zu ihrem besonderen irisierenden Glanz beiträgt, der aus ihrem Inneren zu kommen scheint. Imitate weisen hingegen meist eine perfekt runde Form auf, ihre Oberfläche ist glatt und auch ihr Glanz ist lediglich oberflächlich. Zudem fühlt sich eine echte Perle zunächst kühl auf der Haut an und nimmt die Körperwärme erst allmählich auf. Auch in Sachen Gewicht kann es zu Unterschieden kommen, sind echte Perlen doch meist schwerer.
Wer Gewissheit haben möchte, wird um den Besuch beim Fachmann nicht herumkommen. Renommierte Auktionshäuser verfügen über eigene Schmuckexperten, die jedes Stück vorab der Auktion genau unter die Lupe nehmen und seinen Wert bestimmen, sodass man sicher sein kann, dass man es mit echten Perlen zu tun hat. Auch sollte man wenn möglich die Gelegenheit wahrnehmen, die Ausstellung zur entsprechenden Auktion zu besuchen, um die Perlen, auf die man es abgesehen hat, „live und in Farbe“ unter die Lupe zu nehmen.
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Qualität von Perlen
Wie bei Edelsteinen hat auch bei Perlen die Größe einen erheblichen Anteil am Wert. Ihr Gewicht wird in Karat, Grain (Korn; 1 Grain = 0,06479891 g) oder auch in der japanischen Einheit Momme (1 Momme = 3,75 g) angegeben. Bei großen Perlenmengen, wie beispielsweise einer mehrsträngigen Kette, wird das Gewicht auch in Gramm oder Kilogramm angegeben.
Auch wenn Perlen von Natur aus über eine leicht raue Oberfläche verfügen, sind größere Unebenheiten unerwünscht und können zum Wertverlust führen. Erwünscht ist ein gleichmäßiger Lüster, also der typische irisierende Perlglanz, der das Licht reflektiert. Gleiches gilt für die Farbe, die von der Muschelart und den Aufzuchtbedingungen abhängt und entsprechend variieren kann. Durch Behandlungen (Bleichen oder Bestrahlungen) kann die Farbe einer Perle verändert werden, was allerdings deklariert werden muss und den Wert mindern kann, selbst wenn die Behandlung vorgenommen wurde, um ein bestimmtes, bei Kunden beliebtes Farbergebnis zu erzielen.

Auch bei der Form spielen Modeerscheinungen oder persönlicher Geschmack eine Rolle. Die einen wünschen eine möglichst runde Perle, andere eine tropfenförmige und wiederum andere bevorzugen die unregelmäßig geformten Barock-Perlen. Der Name „Barock“ geht auf das portugiesische Wort barroco zurück (von dem sich auch der Name der Kunstepoche im 17. Jahrhundert ableitet), mit dem entsprechende Perlen bereits seit Jahrhunderten bezeichnet werden. Barock-Perlen sind meist Süßwasserperlen.
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Was tun mit den Perlen?
Wie wir bereits erfahren haben, muss man meist nach antiken Schmuckstücken Ausschau halten, wenn man eine natürlich gewachsene Perle ersteigern möchte. Auch wenn Kreationen beispielsweise aus der Belle Époque aktuell wieder sehr gefragt sind, trifft doch nicht jeder historische Stil den heutigen Geschmack. Hier heißt es abwägen, ob sich die Umarbeitung in ein modernes Schmuckstück lohnt.
Die Verarbeitung des Edelmetalls antiker Schmuck ist oft von hoher handwerklicher Qualität, sodass eine Umarbeitung mehr als schade wäre. Das gilt vor allem, wenn auch noch eine besondere historische Provenienz ins Spiel kommt.
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Auch gilt es, sich die Frage zu stellen, ob es wirtschaftlich sinnvoll ist. Oft wurden Perlen mit Farbsteinen oder Diamanten kombiniert, die zum Wert eines Schmuckstücks beitragen. Kann man diese Steine ebenfalls weiterverwenden? Ist ihre Qualität hoch genug, dass man sie weiterverkaufen könnte, wenn man sie selber nicht verwenden möchte? Und nicht zuletzt kommen noch die Kosten für die Umarbeitung hinzu.
Da natürliche Perlen heute so selten sind, kann die Ersteigerung von qualitativ hochwertigen antiken Stücken eine gute Wertanlage sein, die eine Verbindung zu Geschichte und Tradition darstellt.
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Fazit: Egal, ob Sie es auf antiken Schmuck mit natürlichen Perlen, eine moderne Kreation mit Zuchtperlen oder auf eine Modeschmuckkette aus Imitaten von Chanel abgesehen haben, Perlen sind in jedem Fall absolut zeitlos, vielseitig und wert, auf dem Auktionsmarkt beachtet zu werden.
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