Das 2014 auf einem Dachboden in Toulouse entdeckte Gemälde Judith und Holofernes (ca. 1606/07) wird eine internationale Tournee antreten, bevor es im Frühjahr 2019 versteigert wird.
Seit seiner Wiederentdeckung wurde die Echtheit des Werkes immer wieder diskutiert. Kunstexperte Éric Turquin war von der prominenten Urheberschaft des Gemäldes immer überzeugt und bezieht sich in mit seiner Annahme auf Details wie die Ausführung der Pinselstriche oder der Einsatz von Licht, für den Caravaggio bekannt ist (Chiaroscuro). Andere Experten wie der britische Kritiker Jonathan Jones merken an, dass dem Gemälde die "psychologische Intensität" eines echten Caravaggios fehlen würde.
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2016 war Judith und Holofernes vom französischen Staat als Nationalgut eingestuft und mit einem Exportverbot für die nächsten 30 Monate belegt worden. Dadurch sollte verhindert werden, dass das Werk in einer internationalen Privatsammlung verschwindet, ohne vorher eingehend untersucht worden zu sein. Das Verbot ist nun aufgehoben und ein erneuter Exportantrag der Eigentümer bewilligt worden. Wie Artprice berichtet, wurde das Gemälde mittlerweile von einer Vielzahl von Experten, u.a. vom Louvre, untersucht. Dem Verkauf auf dem freien Markt steht nun nichts mehr im Wege.
Doch warum hat der Staat dem ganzen nicht von Anfang an einen Riegel vorgeschoben und das Gemälde einfach selbst erworben? Die Gründe dafür liegen bei der noch immer umstrittenen Authentizität sowie den begrenzten Budgets der Nationalmuseen. Der Marktwerk für das Gemälde wurde auf 120 Millionen Euro festgelegt, der Schätzpreis für die Auktion ist allerdings noch nicht bekannt.

Der Inhalt des Gemäldes bezieht sich auf die biblische Geschichte um Judith und Holofernes, die in der europäischen Malerei des 17. Jahrhunderts sehr präsent war. Holofernes, der assyrische Oberbefehlshaber, der im Namen König Nebukadnezars u.a. Krieg gegen die Stadt Betulia führte, bekam in seinem Zelt besuch von einer betulischen Frau, Judith, die ihn zum Trinken animierte, bis er das Bewusstsein verlor. Mit Hilfe ihrer Magd enthauptete Judith Holofernes anschließend und nahm seinen Kopf mit zu ihren Mitbürgern.

Die Zuordnung von Judith und Holofernes zum Œuvre Caravaggios ist ein schwieriger Vorgang, da die Werke des Barockmalers häufig kopiert wurden. Eine andere Version von Judith und Holofernes von 1598 wurde von Kunsthistorikern dem Werk Caravaggios zugesprochen und wird seit den 1950er Jahren in der Galleria Nazionale di Arte Antica in Rom ausgestellt. Kritiker bemängeln, das der wiederentdeckte Caravaggio aus Toulouse nur wenig mit dieser bekannten Version gemeinsam hätte. Allerdings existiert eine Kopie des lange als verschollen geglaubten Gemäldes. Diese wurde vom flämischen Barockmaler Louis Finson ausgeführt, der ein Zeitgenosse Caravaggios war und als Kopist von dessen Werken bekannt ist.
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Genaue Details zur Versteigerung von Judith und Holofernes sind noch nicht bekannt. Die Auktion wird vermutlich im Frühjahr in Toulouse stattfinden. Und wird die Echtheit des Gemäldes auch noch immer hier und da angezweifelt, lässt sich mit Sicherheit sagen, dass es einer der am meisten erwarteten Verkäufe des Jahres 2019 sein dürfte.
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