Ein Herrenhaus im klassizistischen Stil, eingebettet in die sanften Hügel des südenglischen Hampshire mit Wäldern und Wiesen ringsum, und ab und zu springt ein Hirsch vorbei. Sollte jetzt noch ein elegantes Paar in Hemdkleid und Frack der Regency-Ära um die Ecke kommen, würde es kaum verwundern.
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Hackwood Park könnte direkt einem Roman von Jane Austen (1775-1817) entsprungen zu sein und könnte genauso gut Delaford, Donwell Abbey oder gar Pemberley heißen (für Fans der Stolz und Vorurteil-Verflimung der BBC von 1995 mit Colin Firth: ja, es gibt auch einen Teich). Tatsächlich kannte Jane Austen das Anwesen, da sie nicht weit davon aufgewachsen war und den Großteil ihres Lebens Hampshire verbrachte.
Heute verbindet Hackwood Park historische mit modernen Elementen, die es „bereit für das 21. Jahrhundert machen“, wie Christie’s International Real Estate auf seiner Website berichtet.

Was also erwartet den Käufer? Ein denkmalgeschütztes Herrenhaus im klassizistischen Stil mit ebenfalls denkmalgestützten Ställen und Remise auf 260 Hektar, das eine von Charles Bridgeman (1690-1738) entworfene Parklandschaft, einen Wildpark, Weiden und ebenfalls denkmalgeschütztes Waldland umfasst. Zudem kann man, nur 84 Kilometer von London entfernt, herrliche Ausblicke in die Landschaft von Hampshire genießen.
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Zur Ausstattung des Hauses gehören 24 Schlaf- und 20 Badezimmer, ein Outdoor- und ein Indoorpool, Spa und Fitnessraum, Personalquartiere, Pferdeställe, eine Bibliothek, ein Tennisplatz und ein Sicherheitssystem.

Die Geschichte von Hackwood Park reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Drei Jahrhunderte später wurde der Wildpark von William Paulet, 1. Marquess of Winchester (1483/85-1572), gekauft, dessen Nachfahre, der erste Duke of Bolton (1630-1699), in den 1680er Jahren ein Herrenhaus errichten ließ, das in seinen Grundzügen auch heute noch steht. Im späten 18. Jahrhundert erhielt das Gebäude dann seinen heutigen, klassizistischen Look durch den Architekten Lewis Wyatt (1777-1853), der auch das Anwesen Lyme Park, das in besagter BBC-Verfilmung von Stolz und Vorteil als Kulisse von Mr Darcys Pemberley diente, dementsprechend umgestaltete.
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Die Familie Paulet verließ Hackwood Park Mitte des 19. Jahrhunderts und vermietete es stattdessen. Temporäre Bewohner waren beispielsweise Lord Curzon, der von 1899 bis 1905 Vizekönig von Indien gewesen war, und die Königin der Belgier, Elisabeth (eine Nichte der gleichnamigen österreichischen Kaiserin), die hier mit ihren Kindern während ihres Exils im Ersten Weltkrieg lebte.
1936 wurde Hackwood Park an den Zeitungsverleger William Berry, 1. Viscount Camrose 1879-1954), verkauft, der die Innenausstattung aufwändig erneuerte und hier gerne Gäste aus der Highsociety empfing. Während des Zweiten Weltkriegs diente das Haus als Gesundungsheim für kanadische Soldaten.
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Der zweite Viscount Camrose, John Seymour Berry (1909-1995), erbte Hackwood Park im Jahr 1954. Er machte vor allem durch seine späte Hochzeit, er war bereits 76 Jahre alt, mit Joan Yarde-Buller (1908-1997) von sich reden, der eine dreißig Jahre währende, diskrete Freundschaft vorausgegangen war. Für die glamouröse Joan Yarde-Buller war es die dritte Ehe. Von 1927 bis 1936 war sie mit Loel Guinness aus der bekannten Brauereifamilie verheiratet gewesen, von 1936 bis 1949 mit Prinz Ali Khan. Beide Ehen wurden geschieden. Während sich Prinz Aly Khan der Schauspielen Rita Hayworth zuwandte, kehrte Joan in ihre Heimat England zurück, wo sie schließlich Herrin von Hackwood Park wurde, wo sie bis zu ihrem Tod im Jahr 1997 lebte.
Wer Hackwood Park, dessen Preis nur auf Anfrage in Erfahrung zu bringen ist, kauft, erhält ein fantastisches Anwesen, das Geschichte, Glamour und moderne Komfort bietet, aber als denkmalgeschützter Ort auch Verantwortung verlangt. Oder um es mit Worten von Jane Austen auszudrücken: Hackwood Park erfordert Verstand und Gefühl.




