Mit dem Namen Alexander Calder (1898-1976) verbinden Sie vermutlich am ehesten geniale und luftig-leichte Mobiles. Tatsächlich gehen die Kreationen des Künstlers jedoch weit darüber hinaus, denn Calder war ebenso in den Bereichen Luftfahrt, Automobil, Schmuckdesign, Monumentalskulptur und Zeichnung tätig.
Alexander Calder wurde am 22. Juli 1898 in eine kunstsinnige Familie im US-Bundesstaat Pennsylvania hineingeboren. Sowohl sein Vater als auch sein Großvater waren Bildhauer, seine Mutter arbeitete als Porträtmalerin.
Calder und die monumentale und die sehr kleine Skulptur

Schon früh begann Calder in die (groß)väterlichen Fußstapfen zu treten und Skulpturen zu erschaffen. Seine Eltern fürchteten sich jedoch vor einer wirtschaftlich unsicheren Zukunft ihres Sohnes und sorgten dafür, dass er Maschinenbau studierte. Nach Abschluss des Studiums im Jahr 1919 lebte er einige Zeit bei seiner Schwester in Aberdeen im westlichen Bundesstaat Washington und zog 1923 nach New York, wo er Zeichen- und Malkurse besuchte. Sein Interesse an Mechanik sollte er jedoch sein ganzes Leben lang beibehalten.
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Nach seinem Umzug nach Paris im Jahr 1926 begann Calder mit der Ausführung seiner ersten Skulpturen. Den Anfang machte mechanisches Spielzeug, darunter der Cirque Calder, ein ganzer Wanderzirkus en miniature aus Stahldraht und anderen Materialien. Es war der Auftakt zu Calders abstrakten und kinetischen Stahldrahtskulpturen.
1933 zog Alexander Calder zurück in die USA, genauer gesagt nach Roxbury, Connecticut. In seinem Atelier entstehen nun die ersten Monumentalskulpturen und Mobiles für den Außenbereich, die zunächst noch häufig von Motoren angetrieben wurden. Doch schon bald erkannte der Künstler die Vorteile, seine Mobiles durch natürliche Luftströmungen in Bewegung zu setzen.

Calders Skulpturen sind heute als Kunst im öffentlichen Raum auf der ganzen Welt zu sehen: Von Hannover und Berlin über Tel Aviv und Stockholm bis Montreal und Seattle.
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Calder und der Schmuck
Mit seinen kinetischen Arbeiten erfand Alexander Calder die Skulptur neu und lotete deren Grenzen aus. Er wandte sich aber bereits an einem frühen Punkt seiner Karriere anderen dreidimensionalen Arbeiten zu, an denen er seine künstlerische Philosophie erproben konnte: Schmuckstücke. Schon bald wurden Calders kreative Ohrringe, Armreifen, Colliers, Broschen und Haarverzierungen an so manch prominenter Trägerin gesichtet, darunter Georgia O'Keeffe und Peggy Guggenheim.

Zu jener Zeit waren Calders modernistische Kreationen äußerst unkonventionell. Die aus Silber- oder Messingdraht gefertigten Stücke waren überdimensioniert und enthielten keine kostbaren Materialien oder Steine. Sie lenkten die Aufmerksamkeit der Avantgarde auf die Suche nach etwas Neuem.
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Alexander Calders Schmuckdesign war sehr innovativ. Für seine Kreationen, die er als Unikate schuf, indem er bei der Gestaltung oft eine bestimmte Trägerin im Sinn hatte, verwendete er niemals Lötmittel. Stattdessen setzte er auf gehämmerte und gefaltete Verbindungselemente.
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Calder und das Flugzeug
1972 bot George Stanley Gordon von der Werbeagentur Gordon & Shortt Calder an, ein Flugzeug zu gestalten. Fasziniert von der Vorstellung, das Flugzeug zum größten fliegenden Kunstwerk zu machen, akzeptierte er.

Und so bemalte Calder 1973 ein Verkehrsflugzeug für Braniff South American Airlines, das sich unter dem Namen Flying Colors of South America in die Lüfte erhob.
Calder und das Auto
1975 bat der französische Auktionator und Rennfahrer Hervé Poulain Alexander Calder um die Gestaltung des Rennwagens, mit den er im selben Jahr im 24-Stunden-Rennen von Le Mans antreten wollte. Als Calder ein Jahr später in starb, war jener BMW 3.0 CSL eines seiner jüngsten Kunstwerke.

Alexander Calder war der erste Künstler, der ein BMW Art Car schuf. Für die Gestaltung verwendete er eine Palette von Grundfarben – ein Vorgehen, das alle seine Arbeiten charakterisiert. "Ich möchte lustige Dinge sehen, die keinen Propagandawert haben", erklärte Calder bereits 1957 in einem Gespräch mit anderen Künstlern in New York.
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Auf Calder folgten noch viele weitere bedeutende Künstler, die in den nächsten Jahren ein BMW Art Car gestalten durften, darunter Andy Warhol, Jeff Koons, A. R. Penck, Jenny Holzer und David Hockney.
Calder und der Kunstmarkt
Alexander Calder starb am 11. November 1976 in New York. Elf Jahre später wurde die dort ansässige Calder Foundation gegründet, die sich um die Katalogisierung und organisatorische Belange rund um die Kunstwerke Calders kümmert.

Alexander Calders Kunstwerke sind nach wie vor sehr begehrt und werden zu Millionenpreisen gehandelt. Die aktuell teuerste Arbeit Calders auf dem Auktionsmarkt ist Poisson volant (Flying Fish) von 1957, das im Mai 2014 bei Christie's für 25,9 Millionen US-Dollar (18,7 Millionen Euro) den Besitzer wechselte.




