Am 10. August 1793 beschloss Frankreichs Nationalkonvent den ersten Jahrestag des Sturzes der Monarchie mit der Gründung eines Zentralmuseums für die Künste der Republik zu feiern, in dem die königlichen Sammlungen sowie von Emigranten und der Kirche beschlagnahmte Werke dem Volk zugänglich gemacht werden sollten. Die königlichen Sammlungen waren hauptsächlich von Franz I. (der erste französische König, der ein „Gemäldekabinett“ besaß) und Ludwig XIV. zusammengetragen worden und umfassten hauptsächlich Gemälde. Am Tag seiner Eröffnung bestand das neue Museum nur aus der Grande Galerie entlang der Seine.
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Zu den Sammlungen der Könige und den konfiszierten Werken kommen schon bald weitere aus eroberten Ländern hinzu, die an den Eroberer abgetreten werden. Vor allem aus Italien lässt Napoleon Bonaparte viele Kunstschätze nach Frankreich bringen.
Dennoch bleibt der Louvre zunächst vor allem Ausbildungsstätte für Künstler, bis Bonaparte 1803 Dominique-Vivant Baron Denon zum Generaldirektor des Zentralmuseums der Künste ernennt. Denon ist ein talentierter Tausendsassa, dessen Ziel es ist, den, mittlerweile in Musée Napoléon umbenannten, Louvre zum „schönsten Museum des Universums“ zu machen und eine einzigartige und beispielhafte Sammlung universeller Meisterwerke aufzubauen.
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Das Ende von Napoleons Herrschaft der Hundert Tage im Jahr 1815 bedeutet auch das Ende des Einsammelns von Kunstwerken für den Louvre. Die Alliierten nehmen nach der Eroberung von Paris rund 5.000 Kunstwerke, die sie zuvor per Vertrag an Frankreich abgetreten hatten, wieder mit.
Doch auch nach dem Sturz Napoleons wird die Sammlung des Louvre durch friedlichere und ehrlichere Vorgehensweisen stetig ergänzt. Der Einzug der Venus von Milo im Jahr 1821 und die Entzifferung der Hieroglyphen im darauffolgenden Jahr geben dem Erwerb von Antiken neuen Auftrieb.
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Unter den Königen der Restauration, Ludwig XVIII. und Karl X., beginnt sich das Museum auch für zeitgenössische Kunst zu öffnen. Zu diesen Werken gehört auch jenes, das bei seiner ersten Vorstellung im Salon von 1819 eine Kontroverse ausgelöst hat: Das Floß der Medusa von Théodore Géricault. Dank eines speziellen Erlasses vom 12. November 1824 war es dem Generaldirektor des Museums, Grafe Auguste de Robin, möglich, das Gemälde im Auftrag des Staates zu kaufen. Dieser Erwerb von 491 × 716 cm dominiert seitdem die Galerie, in der er ausgestellt wird.
Ankäufe und Schenkungen werden im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts in stetigem Tempo fortgesetzt. Einen deutlichen Einbruch gibt es nach dem Ersten Weltkrieg aufgrund mangelnder Ressourcen. Auch eine großzügige Besteuerung von Spendern und reichen Erben ändert daran nichts.
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Im 20. Jahrhundert profitiert der Louvre von der reformatorischen Energie dreier Präsidenten, die sich der Verantwortung gegenüber des Kulturerbes sehr bewusst waren: Georges Pompidou, der zu der Tradition eines früheren Mäzenatentums zurückkehrte, Valéry Giscard d’Estaing, der die Umnutzung des ehemaligen Gare d’Orsay und den Umzug einiger Sammlungen aus dem Louvre in das neue Museum initiierte, und François Mitterand, der den Ausbau des unterirdischen Eingangsbereichs unter der berühmten Glaspyramide des Architekten Pei anordnete.
Der Louvre hat sich mit durchschnittlich 9 Millionen Besuchern pro Jahr (und einem Rekord von 10 Millionen Besuchern im Jahr 2018) zum größten Museum der Welt entwickelt. Zu den bekanntesten Werken seiner Sammlungen zählen der babylonische Codex Hammurabi, Eugène Delacroix’ Die Freiheit führt das Volk, die griechische Skulptur Nike von Samothrake und natürlich Leonardo da Vincis Mona Lisa. Das berühmte Damenporträt war bereits Teil der Sammlung Franz’ I., der er es Leonardo, den er nach Frankreich geholt hatte, kurz vor dessen Tod abkaufte.




