Der Name und die Marke Hermès sind heute untrennbar mit der Modeindustrie verbunden. Doch das war nicht immer so. Das Debüt erfolgte 1837 im Bereich Sättel und Geschirre. Gründer war der Sattler Thierry Hermès, der sein Handwerk in seinem Geburtsort Krefeld erlernte und anschließend im beschaulichen Pont-Audemer in der Normandie ausübte. 1837 zog er nach Paris, um dort in der von Menschen und Pferden dicht bevölkerten Hauptstadt Sättel und Geschirre zu verkaufen.
Erst mit der Übernahme des Geschäfts durch Thierry Enkel Émile-Maurice Hermès erweitert sich die Produktpalette um Dinge wie Pferdedecken oder Reitbekleidung. Die erste Tasche von Hermès erscheint sogar erst Anfang des 20. Jahrhundert und sollte Reitern beim Transport ihrer Stiefel, des Sattels und der Ausrüstung helfen. Schon bald erfreute diese Tasche nicht mehr nur das Reiterherz, auch Arbeiter und Reisende entdeckten ihren praktischen Nutzen und begannen, sie in ihren Alltag zu integrieren.
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Émile-Maurice und sein Bruder Adolphe beschließen, den Weg der Gepäckherstellung weiter zu beschreiten und dem Zeitalter des Automobils anzupassen, das neue Anforderungen an Gepäckstücke stellt. Émile-Maurice gehört auch zu den frühen Förderern des Reißverschlusses, der durch seinen praktischen Nutzen aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken ist.
Die 1920er Jahre stellen einen wichtigen Wendepunkt für die Marke dar, die ihr Blickfeld öffnete und sich auf Damen- und Herrenbekleidung, Uhrmacherei, Schmuck, Sportzubehör und sogar Innendesign zu konzentrieren beginnt. Dies bedeutet einen wichtigen Durchbruch für die Marke, die nun den unterschiedlichsten Zweigen der Modeindustrie ihren Stempel aufdrücken kann.
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1929 erweist sich als wichtiges Jahr für Hermès, als die Stylistin Lola Prusac die ersten Seidencarrés entwirft. Vier Jahre später erfolgt eine erneute Zusammenarbeit, die eine Reihe von Taschen und Gepäckstücken hervorbringt, die von den Werken Piet Mondrians inspiriert sind.
Es sind die Erben von Émile-Maurice, Jean-René Guerrand und Robert Dumas, die das Unternehmen zu einer weltweit bekannten Marke machen, indem sie das Carré de Soie und die Kelly Bag erfolgreich vermarkten.
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1947 hält Hermès auch in den Parfümerien Einzug. Der elegante Duft Eau d'Hermès zählt heute zu den Klassikern im Parfümregal.
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Unter der Leitung von Jean-Louis Dumas, der ab 1978 an der Spitze des Konzerns steht, wird sich dieser, dank Dumas' Innovationen und einem auf die Zukunft gerichteten Blick, auf bedeutende Art und Weise entwickeln. Die Internationalisierung schreitet weiter voran, und um möglichst viele Bereiche abzudecken, werden auch Schmuck und Goldschmiedearbeiten in die lange Liste der Hermes-Produkte aufgenommen.
Es folgt eine Verjüngung der Marke, bei der der Fokus jedoch auf den beiden traditionellen Materialien von Hermès, Leder und Seide, gerichtet bleibt. Dies ist auch die Ära, in der Hermès' ikonischer Bestseller die Bühne betritt.
Die Birkin Bag wird 1981 nach einem zufälligen Treffen von Jean-Louis Dumas und der Schauspielerin Jane Birkin auf einem Flug mit der Concorde entwickelt. Bei dem Gespräch, das die beiden führen, erwähnt Birkin, wie schwierig es für junge Mütter sei, eine Tasche zu finden, die alle wichtigen Dinge für ein Baby aufnehmen kann, dabei aber auch chic ist. Dumas bittet Birkin, ihre Vorstellungen von ein solch idealen Tasche aufzuzeichnen - sozusagen als Entwurf einer bedürftigen Kundin!
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Die Birkin Bag, die Hermès schließlich lancierte, sollte zu dem "Signature-Piece" der Marke schlechthin werden. Sie ist in vier Größen, rund fünfzig Farben und vielen Materialien erhältlich und erfreut das Herz von Sammlern und Fashionistas gleichermaßen - zumindest die, die genügend Geduld aufbringen können, denn das Warten auf eine neue Birkin Bag kann schon einmal ein paar Jahre dauern.
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Hermès setzt seine Eroberung des Weltmarktes für Luxusgüter weiter fort und ist nach europäischer und amerikanischer Kundschaft nun vor allem an Kunden aus Asien interessiert. Der Plan scheint aufzugehen, denn der Umsatz stieg von 42 Millionen Euro im Jahr 1978 auf satte 5,5 Milliarden im Jahr 2017.
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Übrigens geht ein Teil des Umsatzes noch immer auf den Verkauf von Sätteln und Reitsportbedarf aus eigener Herstellung zurück. Der Fokus liegt aber ganz eindeutig auf Accessoires. Hermès ist es durch die Beibehaltung von Traditionen und innovativen Ideen gelungen, den schwierigen Weltmarkt für Luxusgüter zu erobern und seit vielen Jahren an dessen Spitze mitzuspielen. Und vor allem ist es Hermès gelungen, trotz aller Internationalisierung sein durch und durch französisches Image beizubehalten.
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Aktualisierte Version eines Artikels vom 24. Mai 2018









