Am 11. März verstarb die Keramikerin und Künstlerin Lisa Larson (1931–2024) nach längerer Krankheit. Während ihrer 70-jährigen Karriere schuf sie Serien wie Lilla Zoo ("Kleiner Zoo"), ABC-flickor ("ABC-Mädchen") und All Världens Barn ("Kinder aus aller Welt"), die unter Sammlern zu echten Klassikern geworden sind.

Lisa Larsons Interesse an Keramik wurde geweckt, als sie ein Studium an der Slöjdföreningen-Schule (heute Hochschule für Design und Kunsthandwerk) in Göteborg anfing. Fünf Jahre später nahm sie an einem Kunstwettbewerb teil und lernte Stig Lindberg kennen, der damals künstlerischer Leiter der Porzellanfabrik Gustavsberg war. Lindberg war von Larsons braunen Steinzeugvasen so beeindruckt, dass er ihr eine einjährige Probezeit in der Fabrik anbot. Daraus entwickelte sich eine reguläre Arbeitsstelle und Larson wurde schnell zu einem der bekanntesten Designerinnen bei Gustavsberg.
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Während der Jahre, in denen Lisa Larson in der Porzellanfabrik Gustavsberg arbeitete (1954–1980), entwarf sie alle Arten von Figuren und Keramikarbeiten, von Menschen und Tieren bis hin zu Wandfliesen und Leuchtern. Ihre Formgebung war weich und wurde mit Bemalung und weiteren Verzierungstechniken kombiniert.
In Gustavsberg entwickelte sie auch das Material, das sie fast immer verwendete: Steinzeug mit Schamotte aus fein zerkleinertem gebranntem Ton. Dank des Tons erhielten ihre Arbeiten ein körniges und rustikales Aussehen, was ihre Keramiken besonders charakterisiert.

Lisa Larson schuf unzählige Serien, deren wiederkehrende Themen Schwesternschaft, Mutterschaft und Familienleben waren. Die meisten Beachtung fanden Serien mit feministischer Perspektive.
Eine ihrer gefragtesten Serien ist ABC-Mädchen, die aus fünf Mädchen besteht, die nach den Buchstaben A bis E benannt sind: Amalia, Beata, Charlotta, Dora und Emma. Sie wurden zwischen 1958 und 1973 geschaffen und bestehen aus mit Schamotte vermischtem Steinzeug. Von den fünf Mädchen ist Dora die einzige, die kein Buch liest. Ursprünglich waren die Figuren als Buchstützen gedacht, doch sie waren viel zu leicht, um als solche zu funktionieren. Larsons Frühwerk war von antiken Fruchtbarkeitsgöttinnen inspiriert, was man an den prallen Formen der ABC-Mädchen, die im Gegensatz zu den schlanken Schönheitsidealen der 1950er-Jahre standen, erkennt.
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Eine weitere beliebte Serie ist Afrika (1968–1980), die aus sechs Tierfiguren besteht, darunter drei Löwen. Während Lisa Larson in der Porzellanfabrik Gustavsberg arbeitete, entwarf sie insgesamt sechs Löwen und fast dreißig Katzen, darunter Mia, Måns und Moses. Letztere ist die einzige Figur, die einer von Larsons eigenen Katzen nachempfunden ist.
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1958 entwarf sie die Serie Skulpturer, bestehend aus drei menschlichen Figuren, darunter Japanerin, die zwischen 1958 und 1973 entstand. Als Lisa Larson die H55-Ausstellung in Helsingborg sowie die Sammlungen des Ethnografischen Museums und des Röhs-Museums besuchte, öffnete sie ihre Augen für die japanische Kunst, was dazu führte, dass sie in den 1970er und 1980er Jahren mehrmals nach Japan reiste. Ihre Werke erfreuen sich in Japan großer Beliebtheit und 2014–2015 fand eine Retrospektive statt, die durch acht japanische Städte tourte.
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Nach 1981 arbeitete Lisa Larson als Freiberuflerin unter anderem für Rosenthal, Höganäs, Skrufs glasbruk und Åhléns. 1992 wurde sie künstlerische Leiterin des in jenem Jahr gegründeten Keramikstudios von Gustavsberg.
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Lisa Larson schuf nicht nur Steinzeugfiguren, sondern auch öffentliche Dekorationen und Illustrationen. Sie arbeitete unter anderem mit UNICEF, WWF, Bookbinders Design, Arket und Skultuna zusammen.
Lisa Larsons einzigartige Figuren erfreuen sich sowohl in Schweden, als auch weit über dessen Grenzen hinaus großer Beliebtheit und sind weltweit zu Sammlerstücken geworden. So wundert es nicht, dass "Lisa Larson" seit langem einer der gefragtesten Namen bei den schwedischen Barnebys-Nutzern ist und es ist mehr als wahrscheinlich, dass dies auch in Zukunft der Fall sein wird.




