Vor vier Jahren konnten wir Ihnen von einer sensationellen Entdeckung in der Nähe der nordfranzösischen Stadt Compiègne berichten: Im Haus einer älteren Dame war Philomène Wolf, Expertin des Auktionshauses Actéon, auf ein Werk des im 13. Jahrhundert tätigen Florentiner Malers Cenni di Pepo, genannt Cimabue, gestoßen, das dort, für eine russische Ikone gehalten, über dem Herd an der Küchenwand hing.
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Bei Actéon wusste man jedoch schnell, mit was für einer Rarität man es tatsächlich zu tun hatte und bot das auf Pappelholz gemalte Tempera-Gemälde, das die Verspottung Christi zum Thema hat, am 27. Oktober 2019 bei einer Auktion an; der Schätzpreis lag bei 4-6 Millionen Euro. Doch diese bereits hohe Summe wurde weit in den Schatten gestellt, als der Hammer schließlich bei 19,5 Millionen Euro fiel und Cimabues Werk somit zum teuersten vor 1500 entstandenen Gemälde machte (inklusive Gebühren betrug das Ergebnis 24,1 Millionen Euro).
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Käufer war die in den USA beheimatete und auf Gemälde der italienischen Renaissance spezialisierte Alana Collection, doch konnte die sich nicht lange über ihre Neuerwerbung ungetrübt freuen, denn das französische Kulturministerium machte einen Strich durch die Rechnung, indem sie Cimabues Werk zum Nationalschatz erklärte und ein 30-monatiges Ausfuhrverbot verhängte, um französischen Institutionen die Möglichkeit zu geben, Mittel für den Ankauf des seltenen Gemäldes aufzubringen.
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Wie der Louvre am 3. November in einer Pressemitteilung bekannt gab, konnte es den Erwerb nun abschließen, sodass Cimabues Die Verspottung Christi künftig – als ältestes Kunstwerk der Abteilung – Teil der Gemäldesammlung des weltberühmten Museums sein wird. Tatsächlich ist der Louvre bereits im Besitz eines Gemäldes von Cimabue, eine Maestà aus dem letzten Viertel des 13. Jahrhunderts, die seit 1812 zur Sammlung gehört.
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Laurence des Cars, Generaldirektorin des Louvre, zeigt sich sichtlich erfreut und nennt Die Verspottung Christi „einen entscheidenden Meilenstein in der Kunstgeschichte“, der „den faszinierenden Übergang von der Ikone zur Malerei markiert“. Zudem kündigte sie an, dass beide Werke von Cimabue (die Maestà wird aktuell restauriert) im Frühjahr 2025 Teil einer besonderen Ausstellung sein werden.
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