Sandro Botticelli, Die Geburt der Venus (ca. 1485/86), Galleria degli Uffizi, Florenz
Die Wiederbelebung antiken Kunstverständnisses während der Renaissance entstand in Italien, mit Florenz als bedeutendes Zentrum, wo vor allem die Bankiersfamilie Medici die Kunstschaffenden ihrer Stadt förderten. Dies trifft besonders auf Sandro Botticelli zu, dessen Werke La Primavera ("Der Frühling") und Die Geburt der Venus wie kaum ein anderes Gemälde die neue Geisteshaltung symbolisieren.

Vermutlich wurden beide Gemälde von Lorenzo di Pierfrancesco de' Medici für seinen kurz zuvor erworbenen Landsitz Villa di Castello bei Florenz bei Botticelli in Auftrag gegeben. Seit ihrer beider Fertigstellung und Aufhängung waren sie nie getrennt: Bis 1815 verblieben Venus und Frühling in der Villa, von wo aus sie in die Uffizien wechselten.
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Michelangelo Buonarroti, David (1501-04), Galleria dell’Accademia, Florenz
Mit seinem marmornen David schuf Michelangelo Buonarroti die erste Monumentalstatue der Hochrenaissance. Den Auftrag dazu erhielt der Künstler von der Florentiner Wollweberzunft, der Arte Della Lana. Meisterbildhauer Michelangelo hatte im wahrsten Sinne des Wortes vor, Großes zu schaffen, und formte David aus einem einzigen großen Marmorblock heraus, den er im nahe gelegenen Carrara bezog.

Michelangelo stellte den nackten und 5,17 Meter großen David im entspannten Kontrapost dar, einer ab der klassischen Antike verbreiteten Körperhaltung von Statuen mit Stand- und Spielbein, die im Mittelalter jedoch vernachlässigt worden war und während der Renaissance zu neuem Leben erweckt wurde.
Aufgestellt wurde Michelangelos David 1504 auf dem Platz vor dem Palazzo Vecchio in Florenz. Aufgrund der fortgeschrittenen Verwitterung, beschloss man 1873, ihm ein Dach über den Kopf zu geben und überführte ihn in die Galleria dell'Accademia.
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Leonardo da Vinci, Mona Lisa (1503-06), Musée du Louvre, Paris
Das berühmteste unter den berühmten Kunstwerken ist zweifelsohne die Mona Lisa (La Gioconda), die Leonardo da Vinci zum Beginn des 16. Jahrhunderts malte. Noch immer ist nicht vollständig geklärt, wer die Frau hinter dem geheimnisvollen Lächeln ist. Neben Mutmaßungen über diverse italienische Fürstinnen und sogar Leonardos Schüler Salai, ist das Portrait der Lisa del Giocondo, Gemahlin eines Florentiner Seidenhändlers, die wahrscheinlichste Theorie.

Jedenfalls muss das Gemälde Leonardo viel bedeutet haben, denn er gab es nicht aus der Hand und nahm es auch mit nach Frankreich, als König Franz I. ihn 1516 an seinen Hof holte. Erst kurz vor seinem Tod verkaufte Leonardo das Bildnis an seinen königlichen Gönner. Bis zur Französischen Revolution bleib die Mona Lisa Teil der Kunstsammlung derKönige Frankreichs, bis sie schließlich 1797 dauerhaft im Louvre ausgestellt wurde.
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Michelangelo Buonarroti, Die Erschaffung Adams (1508-12), Sixtinische Kapelle, Vatikan
Das zweite weltberühmte Werk Michelangelo Buonarrotis ist Die Erschaffung Adams, das Teil der Deckengemälde der Sixtinischen Kapelle im Vatikan ist. Dargestellt ist jener Moment, in dem ein figürlich dargestellter Gottvater dem noch kraftlos wirkenden Adam, sprich dem Menschen, das Leben einhaucht.

Den Auftrag zur Gestaltung der Kapellendecke erhielt Michelangelo von Papst Julius II. Zuvor waren die Wände der Kapelle unter ihrem Erbauer Papst Sixtus IV. von den bedeutendsten Malern der Renaissance gestaltet worden, darunter Sandro Botticelli und Domenico Ghirlandaio.
Natürlich befindet sich Die Erschaffung Adams noch immer am Ort seiner Entstehung.
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Diego Velázquez, Las Meninas (1656), Museo del Prado, Madrid
Von 1623 bis zu seinem Tod im Jahr 1660 war der Barockkünstler Diego Velázquez Hofmaler unter König Philipps IV. Er malte den König und dessen Familie genauso wie zahlreiche Höflinge und Mitglieder des spanischen Adels. Sein bekanntestes Werk als Hofmaler ist Las Meninas ("Die Hoffräulein") von 1656, das die Infantin Margarita, Tochter Philipps IV. umgeben von ihren Hofdamen zeigt. Auch sich selbst hat Velázquez in dem Gemälde verewigt.

Nach seiner Fertigstellung hing das Gemälde im Real Alcázar de Madrid, der königlichen Residenz in Madrid, bis dieser 1734 abbrannte und durch den heutigen Schlossbau ersetzt wurde. Las Meninas überlebte den Brand, geringfügige Beschädigungen konnten repariert werden und die Inventarlisten der königlichen Gemäldesammlung führten es weiterhin auf, allerdings unter dem Namen Die Familie von Philipp IV. Seit dessen Gründung des Museo del Prado im Jahr 1819 wird Velázquez' Meisterwerk dort ausgestellt - abgesehen von einer kleinen Unterbrechung während des Spanischen Bürgerkriegs.
Von allen Versionen, die andere Künstler von dem Bild angefertigt haben, ist die Serie von Pablo Picasso die bekannteste.
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Jan Vermeer, Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge (1665), Mauritshuis, Den Haag
Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge des Barockmalers Jan Vermeer ist der Star der Sammlung des Mauritshuis in Den Haag. Seinen ikonischen Status trägt das Werk aus dem 17. Jahrhunderts jedoch erst seit einer erfolgreichen Ausstellung in den 1990er Jahren und vor allem durch den Roman und den Film Das Mädchen mit dem Perlenohrring von 1999 bzw. 2003, in denen dem Publikum eine Erklärung für die Identität des dargestellten Mädchens geliefert wird.

Das ist nämlich – ähnlich wie bei der Mona Lisa – die große Frage. Vermutlich handelt es sich um eine der sieben Töchter Vermeers. 1881 wurde das Gemälde, das damals noch Das Mädchen mit dem Turban hieß, in Den Haag vom bedeutenden Kunstsammler Arnoldus Andries des Tombe für zwei Gulden ersteigert. Tombe vererbte es 1902 dem Mauritshuis.
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Vincent van Gogh, Sternennacht (1889), Museum of Modern Art, New York City
Im Juni 1889 malte Vincent van Gogh seine berühmte Sternennacht. Er befand sich damals in einer Nervenheilanstalt in Saint-Rémy-de-Provence, in die er sich nach einem Nervenzusammenbruch selbst eingewiesen hatte. Die Perspektive des Bildes entspricht dem Blick aus van Goghs Zimmerfenster der Anstalt. Die Mischung des Gemäldes aus wilden Linien und ruhigen Blautönen widerspiegelt die Unsicherheit und innere Zerrissenheit, unter der van Gogh damals litt.

Vincent van Gogh, der seinem Bruder Theo bereits in Briefen von dem Gemälde berichtet hatte, machte es diesem zum Geschenk. Nachdem die beiden Brüder kurz hintereinander gestorben waren, geriet es über Stationen in Paris und Rotterdam schließlich nach New York, wo es seit 1941 Teil der Sammlung des MoMA ist.
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Pablo Picasso, Les Demoiselles d’Avignon (1907), Museum of Modern Art, New York City
Ebenfalls im New Yorker Museum of Modern Art wird Picassos Les Demoiselles d’Avignon von 1907 ausgestellt. 1939 konnte das bedeutende Kunstwerk für das Museum erworben werden. Davor gehörte es dem französischen Kunstsammler Jacques Doucet, der es 1924 direkt bei Picasso, in dessen Atelier es jahrelang, zur Wand gedreht hing.

Les Demoiselles d’Avignon ist ein Schlüsselwerk an der Schwelle zum Kubismus, für das sich Picasso von afrikanischer Volkskunst, die im Paris der Jahrhundertwende in diversen Ausstellungen gezeigt wurde, inspirieren ließ.
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Gustav Klimt, Der Kuss (1908), Österreichische Galerie Belvedere, Wien
Inmitten seiner Goldenen Phase vollendete Gustav Klimt eines der prägnantesten Gemälde des Jugendstils: Der Kuss. Seinen Standort hat es seit damals nicht gewechselt. Klimt stellte es noch im Jahr der Entstehung auf der Kunstschau Wien aus, wo es vom k.u.k.-Ministerium für Kultus und Unterricht erworben und in die kurz zuvor gegründete Neue Galerie im Oberen Belvedere, der einstigen Residenz des Feldherrn Prinz Eugen von Savoyen, gebracht.

In Der Kuss glorifizierte Klimt die sinnliche Liebe und hebt sie durch den goldenen Hintergrund als etwas unendlich Kostbares hervor. Doch auch wenn es sich um eine allgemeine Darstellung des Wesens der Liebe handelt, wollen die Stimmen nicht verstummen, die in den dargestellten Liebenden den Maler selbst und seine Lebensgefährtin Emilie Flöge sehen wollen.
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Edvard Munch, Der Schrei (1893/1910), Norwegische Nationalgalerie, Oslo/Munch-Museum, Oslo
Als Auftakt zum Expressionismus wird häufig Der Schrei des norwegischen Malers Edvard Munch betrachtet. In dem heute weltberühmten Gemälde verarbeitete Munch eine Angstattacke, die ihn während eines abendlichen Spaziergangs heimgesucht hatte.

Von Der Schrei existieren mehrere Versionen, die erste malte Munch 1893 in Öl, Tempera und Pastell. Sie wurde 1910 vom Kunstsammler Olaf Schou der Norwegischen Nationalgalerie gespendet. Eine weitere 1983 entstandene Version befindet sich im Munch-Museum in Oslo, ebenso die Temperaversion von 1910. Eine 1895 ausgeführte Version in Pastell befindet sich in amerikanischem Privatbesitz.
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Vielleicht lässt sich – abgesehen von seinem materiellen Wert – der ideelle Wert von Munchs Der Schrei daran messen, dass gleich zwei der vier Versionen im Abstand von zehn Jahren aus der Nationalgalerie und dem Munch-Museum gestohlen wurden.

