In Vorbereitung für die Ausstellung A Taste for Impressionism, die ab dem 30. Juli in der Royal Scottish Academy in Edinburgh zu sehen sein wird, nahmen die Konservatoren der National Galleries of Scotland die dafür vorgesehenen Gemälde aus ihren Beständen genauer unter die Lupe, darunter auch Kopf einer Bäuerin mit weißer Haube, das Vincent van Gogh im März oder April 1885 während seines zwei Jahre währenden Aufenthalts im südniederländischen Nuenen gemalt hatte.
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Bei der Röntgenuntersuchung des in Öl auf Leinwand ausgeführten Werks kam auf dessen Rückseite, verborgen unter Schichten aus Pappe und Leim, schemenhaft eine unglaubliche Überraschung zutage: das Porträt eines bärtigen Mannes mit Hut, bei dem es sich sehr wahrscheinlich um ein Selbstporträt des Malers handelt.
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Van Gogh, immer in finanziellen Nöten und auf die Unterstützung seines Bruders Theo angewiesen, verwendete seine Leinwände bisweilen zweimal, indem er die Rückseiten ebenfalls nutzte. Weitere Beispiele für derartig wiederverwendete Leinwände aus Van Goghs Nuenen-Periode sind aus dem Van Gogh Museum, Amsterdam, dem Metropolitan Museum of Art, New York und dem Wadsworth Atheneum in Hartford, Connecticut, bekannt.
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„Solche Momente sind unglaublich selten. Wir haben ein unbekanntes Werk von Vincent van Gogh entdeckt, einem der bedeutendsten und beliebtesten Künstler der Welt. Was für ein unglaubliches Geschenk für Schottland und eines, das für immer in der Obhut der National Galleries bleiben wird. Wir freuen uns sehr, diese aufregende Entdeckung in unserer großen Sommerausstellung A Taste for Impressionism zu teilen, wo das Röntgenbild des Selbstporträts für alle sichtbar sein wird“, sagt Professor Frances Fowle, leitende Kuratorin für französische Kunst an den National Galleries of Scotland.
Kopf einer Bäuerin mit weißer Haube ist seit 1960 Teil der Sammlung der National Galleries of Scotland. Davor nannte es eine Reihe verschiedener Besitzer ihr Eigen, darunter auch die Mutter von James-Bond-Erfinder Ian Fleming.

Das Festkleben auf Pappe des Porträts, das vermutlich Gordina de Groot zeigt, die auch für Van Goghs frühes Meisterwerk Die Kartoffelesser Modell gestanden hatte, ist wahrscheinlich um 1905 erfolgt, als Kopf einer Bäuerin mit weißer Haube für eine Ausstellung im Stedelijk Museum in Amsterdam ausgewählt und das Selbstporträt des Künstlers als weniger beachtenswert eingestuft wurde.

Das Selbstbildnis, dessen genaues Aussehen noch unbekannt ist, entstand vermutlich etwas später als das Frauenbildnis, als Vincent van Gogh bei seinem Bruder Theo in Paris lebte, in die dortige avantgardistische Kunstwelt eintauchte und zu dem Stil fand, für den er heute bekannt ist und verehrt wird.
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Jetzt sind die Erfahrung und das Geschick der Kuratoren des Museums gefragt, um die überraschende Entdeckung von der fest aufgeklebten Pappe zu befreien, und dabei weder Vincent van Goghs Selbstporträt, noch das Bildnis der Bäuerin zu beschädigen.
Die Besucher der Ausstellung A Taste for Impressionism werden das Röntgenbild dort in einem speziell angefertigten Leuchtkasten bewundern können.
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