Pieter Cornelis Mondriaan wurde am 7. März 1872 im niederländischen Amersfoort geboren. Die Familie zog jedoch um, als sein Vater, der Kunstlehrer und calvinistischer Pastor war, zum Schulleiter der Grundschule in Winterswijk ernannt wurde. Der Vater war es auch, der den jungen Piet, der sich schon früh für Kunst interessierte, ermutigte, einen entsprechenden Lebensweg einzuschlagen. Auch Piets Onkel unterstützte ihn, indem er ihn an den Ufern des Flusses Gein mit der Plein air-Malerei Vertraut machte.

Beeinflusst von der nordisch-romantischen Tradition, malte Piet vor der Jahrhundertwende vor allem von Bäumen und Gehölzen geprägte Landschaften und erforschte dabei die Wirkung von Licht und Formen. 1892 schrieb sich Piet Mondriaan an der Rijksakademie van beeldende kunsten in Amsterdam ein, obwohl er bereits eine Qualifikation als Zeichenlehrer besaß. Ab 1900 näherte er sich mit seiner Kunst dem Symbolismus an; er wollte mit seinen Bildern Ideen zeigen.
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Im Juni 1908 bestätigte ein Treffen mit Jan Toorop, einer der großen Namen des niederländischen Symbolismus, ihn in seinem neuen Stil und verstärkte maßgeblich seine Erforschung von "Formideen". Diese Erforschung ist unter anderem in seiner auf Karton ausgeführten Skizze Die rote Wolke von 1907 enthalten, in der die Landschaft bis zum Äußersten vereinfacht wird und Farben nur symbolischen Wert haben. Nach und nach löste sich Mondrian von der Figuration.

Mondriaans Bilder leeren sich, seine Farben werden reiner und befreien sich von der Vorstellung einer mimetischen Darstellung der Realität. Auch seine Entdeckung der Werke von Kees van Dongen und Vincent van Gogh wirkte sich auf seine Arbeit aus, indem er den symbolischen Gebrauch von Farbe aufgriff und deren Verwendung in Werken wie Mühle im Sonnenlicht (1908) und Der Rote Baum (1908/09) bis zu einem Ausbruch er Lyrik vorantrieb.
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Mondriaans kubistische Phase fand in Paris statt, wo er im Jahr 1911 hinzog. Hier begann er auch auf das zweite "A" in seinem Nachnamen zu verzichten und nannte sich fortan Piet Mondrian. Auf den Spuren der Kubismus-Pioniere Picasso und Braque reduzierte er seine Palette auf nüchterne Bereiche und verstärkte die Abstraktion von Leinwand zu Leinwand, bis er jene Grenze erreichte, an der die Figur von der Struktur ausgelöscht wurde. Später erklärte er: "Ich hatte das Gefühl, dass nur die Kubisten den richtigen Weg gefunden hatten und ich war lange Zeit sehr von ihnen beeinflusst."
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Die Jahre 1913 und 1914 waren wegweisend für den Rest seiner Karriere, als er eine neue Bildsprache erfand und damit zu einer der führenden Künstler der Abstraktion wurde, die sich damals mit einem gewaltigen Brausen, verursacht durch Maler wie Kandinsky, Léger, Picabia und Delaunay, entwickelte.
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Im Januar 1914 fasste er seinen intellektuellen Fortschritt in einem Brief an einen Freund zusammen: "Ich baue Linien und Farbkombinationen auf ebenen Flächen, um mit größtem Bewusstsein eine allgemeine Schönheit auszudrücken. Die Natur (oder was ich sehe) inspiriert mich, versetzt mich wie jeden Maler in einen emotionalen Zustand, der mich dazu drängt, etwas zu erschaffen, aber ich möchte so nah wie möglich an der Wahrheit bleiben und alles extrahieren, bis ich das Fundament (das nur ein externes Fundament bleibt!) der Dinge erreiche […] Ich glaube, es ist möglich, dass diese grundlegenden Formen der Schönheit dank horizontaler und vertikaler Linien, die in vollem Bewusstsein, aber ohne Berechnung konstruiert wurden und durch Harmonie und Rhythmus geboren wurden, nach Bedarf durch andere gerade oder gekrümmte Linien ergänzt werden können, die so ein Kunstwerk hervorbringen, das so kraftvoll wie wahr ist."

1915 kehrte er nach dem Tod seines Vaters in sein Heimatland zurück, wo er daran arbeitete, die Unzulänglichkeiten des Kubismus hervorzuheben, in dem er sie nicht nur überschritt, sondern auch zu einer reineren Abstraktion überging. Seine Werke wie Ocean 5 (1915) bestehen aus vertikalen und horizontalen Linien und stellen, obwohl aus einem präzisen Motiv komponiert sind, nur eine radikale Vereinfachung der Grafik dar. In jenem Jahr begann Mondrian viele Gemälde, vollendete aber nur wenige davon.
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Bevor er 1919 nach Paris zurückkehrte wirkte bei der Künstlervereinigung De Stijl mit, die zwei Jahre zuvor von Theo van Doesburg gegründet worden war. In seinem Pariser Atelier in der Rue de Coulmiers umgab sich Mondrian mit farbigen Karten und unvollendeten Leinwandgemälden. Beides ergab ein neoplastisches Dekor, das den Inhalt seiner Bilder beeinflusste und manchmal auch deren Form und Position bestimmte. Wie er in den Publikationen von De Stijl preisgab, wollte Mondrian die materielle Natur verwerfen, um nur ihr Wesen zu bewahren und sich nur durch "die Abstraktion aller Formen und Farben" sowie "die gerade Linie und klar definierte Grundfarbe" auszudrücken.

Auf diese Weise etablierten sich Rot, Gelb und Blau dauerhaft auf Mondrians Palette, verbanden sich mit dem hauptsächlich als Hintergrund dienenden Weiß und dem alles voneinander trennenden Schwarz. Er experimentierte mit der Größe seiner Rechtecke und der Dicke der seiner Linien, strukturierte seine Arbeiten jedoch in strenger Geometrie, wobei er dem rechten Winkel höchste Bedeutung beimaß.

In den kommenden 20 Jahren verfeinerte Mondrian seinen Stil: mal monochrom, mal bunt, mit oder ohne Doppellinien, erforschte Mondrian alle möglichen plastischen Variationen, wodurch er zu einer wichtigen Figur der modernen Kunst und Architektur wurde. Und er inspirierte sogar die Modewelt, als die Designerin Lola Prusac 1931 eine Kofferkollektion entwarf, die von Mondrians Werken inspiriert war. Noch berühmter sollte nach Mondrians Tod die Kollektion mit sechs Kleidern werden, die Yves Saint Laurent 1965 in dessen Stil auf den Markt brachte.
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In New York, wohin er, über London, 1940 vor dem Zweiten Weltkrieg geflüchtet war, erhielt er Unterstützung der Sammlerin und Mäzenin Peggy Guggenheim, die ihm Ausstellungen vermittelte, die auch Jackson Pollock beeinflussten. Piet Mondrian starb am 1. Februar 1944 an einer Lungenentzündung. Zu seiner Trauerfeier kamen fast 200 Menschen, darunter die Künstler Alexander Archipenko, Marc Chagall, Marcel Duchamp, Fernand Léger, Alexander Calder und Robert Motherwell.
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Auf dem Auktionsmarkt spielen die Werke Piet Mondrians ganz vorne mit. Der aktuelle Rekordpreis für eine Arbeit Mondrians wurde im November 2022 bei Sotheby's New York mit dem Gemälde Composition No. II (1930) aufgestellt: 51 Millionen US-Dollar (45 Millionen Euro).
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Aktualisierte Version eines Artikels vom 25. März 2020




